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Ein Corona Virus verändert die Welt - auch die Glücksspielbranche

Und plötzlich ging alles ganz schnell – ein Auftritt der Kanzlerin und sämtliche Freizeiteinrichtungen waren spätestens am 18. März 2020 zu schließen. Das traf viele – vielleicht auch unerwartet und auf dem falschen Fuß. Auch die diversen stationären Glücksspielanbieter, Spielhallen und Casinos. Wir wollen einen Blick auf die letzten Entwicklungen werfen und die Auswirkungen auf landbasierte Casinos, den Glücksspielaktienmarkt und den Markt der Online Casinos betrachten.

Verluste für das stationäre Geschäft

Allein mehr als 300 Spielhallen in Deutschland des Marktführers Gauselmann mussten wegen der Corona Krise den Betrieb einstellen. Das bedeutet 0 Einnahmen, doch die Kosten fallen laufend an, für Miete und vergleichbares und für die geschätzt 2.000 Mitarbeiter allein hierzulande. Die Gruppe hat in 2018 – neuere Zahlen liegen nicht vor – einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro erzielt, da scheint der Shutdown weniger relevant, doch das dürfte eine Fehleinschätzung sein. Denn im Inland machte Gauselmann in 2018 “nur” einen Umsatz von einer Milliarde. Und das betraf sämtliche Geschäftsaktivitäten der Gruppe – Umsatzzahlen der Merkur Gruppe, die die Spielotheken betreibt, werden leider nie veröffentlicht. So könnte die Pandemie also doch tiefe Lücken reißen. Auch wenn die Politik mit Kurzarbeit-Angeboten und Hilfspaketen unterstützt, es ist davon auszugehen, dass allein der Marktführer monatlich einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag nicht einnimmt.

Umsatzzahlen der Glücksspielbranche werden selten öffentlich. Diese Statistik zeigt zwar keine brandaktuellen Zahlen, aber der Trend ist eindeutig: Die Umsätze gingen in den letzten Jahren bei Spielhallen und dem Betrieb von Spielautomaten eindeutig nach oben. Für 2020 kann geschätzt von einem Umsatz von 6 Milliarden Euro ausgegangen werden – das sind 500 Millionen Euro im Monat, die in dieser gesellschaftlich und volkswirtschaftlich schwierigen Phase nicht in den Spielhallen um die Ecke eingenommen werden.

Umsatz im Wirtschaftszweig Spielhallen und Betrieb von Spielautomaten in Deutschland in den Jahren 2002 bis 2017 (in Milliarden Euro): Umsatz im Wirtschaftszweig Spielhallen und Betrieb von Spielautomaten 
                    in Deutschland in den Jahren 2002 bis 2017 (in Milliarden Euro):

Quelle: Statista 2020

Börsen im Taumel

Ein fast senkrechter scharfer Strich nach unten – einen Verlust von Milliarden amerikanischer Dollar verzeichnet der MSCI World Index, hier im 5-Jahres-Verlauf dargestellt, im März 2020. Die gute Nachricht: kein Anleger muss Verluste realisieren – mit anderen Worten: verkaufen. Denn als Aktienanleger muss man in der Lage sein, schlechte Phasen auszusitzen.

MSCI World Index von 2015 bis 2020: MSCI World Index von 2015 bis 2020:

Quelle: onvista

Allerdings gibt es auch immer wieder die Krisengewinner, die zwar legal, aber gesellschaftlich und volkswirtschaftlich betrachtet mindestens bedenklich, durch Leerverkäufe auf fallende Aktienkurse setzen. Diese Spekulationen könnten mit einem Federstrich der EU-Finanzminister verhindert werden – eine vielfach ausgesprochene Forderung während verschiedener Wirtschaftskrisen. Auch aktuell gibt es wieder diese Apelle – Märkte sollen in schwierigen Phasen eben nicht als Spielwiese missbraucht werden. Dennoch sind Leerverkäufe noch immer möglich.

Auch Glücksspielaktien haben Verluste zu verzeichnen – allerdings sind diese nicht vergleichbar mit denen des Gesamtmarktes. So hat die Aktie des deutschen Unternehmens Lotto24 auch einen Rückgang im Monat März 2020 hinzunehmen. Dieser liegt aktuell bei 7,9 Prozent. Wohingegen der DAX 30 noch immer sehr deutlich unter seinem Wert Anfang des Monats liegt.

Entwicklung der Lotto24 Aktie im März 2020: Entwicklung der Lotto24 Aktie im März 2020:

Quelle: finanzen.net

Auch die sehr viel größeren amerikanischen Glücksspielunternehmen wie 888, Las Vegas Sands und GVC haben Verluste zu verzeichnen – meistens deutlich höhere.

Entwicklung der 888 Aktie von Oktober bis März 2020: Entwicklung der 888 Aktie von Oktober bis März 2020:

Quelle: finanzen.net

Entwicklung der Las Vegas Sands Aktie von Oktober bis März 2020: Entwicklung der Las Vegas Sands Aktie von Oktober bis März 2020:

Quelle: finanzen.net

Entwicklung der GVC Aktie von Oktober bis März 2020: Entwicklung der GVC Aktie von Oktober bis März 2020:

Quelle: finanzen.net

Online Glücksspielangebote auf dem Vormarsch

Die drei amerikanischen Aktien können dabei als Glücksspielaktien bezeichnet werden, die rund um das Kernthema diverse Dienstleistungen anbieten, fast schon einen Branchen-Mix vorweisen. Das hat in Krisenzeiten Vorteile. Fällt das eine Business, kann ein anderes vielleicht zumindest die Kosten reinholen.

Ein Thema, das für Glücksspielunternehmen in Deutschland, Italien und Österreich, Länder, die ja quasi alle Ausgangssperren erhoben haben, aktuell relevant ist. Außerdem: In vielen Teilen der Welt finden (fast) keine Sportveranstaltungen statt. Damit ist auch das populäre und attraktive Geschäft mit Sportwetten aktuell auf Eis gelegt.

Wer dann neben den stationären Angeboten und den Sportwetten auch Online-Angebote im Portfolio hat, kann sicher deutlich weniger Verluste verzeichnen. Ob allerdings die Online-Umsätze der Konzerne die Verluste durch das verpasste Geschäft tatsächlich auffangen können, das zeigen erst die Zahlen in der Zukunft.

Sicher ist: Aktuell ist die Stunde der Online-Gambler. Dies betrifft nicht nur das übliche Online-Glücksspiel, sondern vor allem der E-Sport boomt. Nachdem beispielsweise Grand Prix-Rennen der neuen Formel-1-Saison abgesagt wurden, boten findige Anbieter virtuelle Rennen an, bei denen nicht nur bekannte Rennfahrer, sondern auch unter Quarantäne stehende Sportler teilnahmen: Über Streaming-Plattformen verfolgen Millionen diese Wettkämpfe.

Uneinheitlich: Auswirkungen auf andere Branchen

Die aktuelle Situation trifft alle Menschen in ihrem Alltagsablauf. Alle haben damit zu kämpfen. Auch die Wirtschaft. Finanzminister Scholz und damit die deutsche Regierung gehen von einem Wirtschaftseinbruch in 2020 von 5 Prozent durch die Corona-Krise aus. Doch der Blick auf verschiedene Branchen zeichnet ein uneinheitliches Bild.

Einige Branchen sind von der globalen Problematik extrem betroffen. Hier sind die Luftfahrtindustrie, der Tourismus, aber auch die Messebranche und die Eventindustrie zu nennen. Auch die Kultur leidet, die Gastronomie und der Sport. Daneben trifft es auch die Ölkonzerne – der Ölpreis ist stark gesunken, auch weil sich die internationalen Förderer gegenseitig bekämpfen. Das ist allerdings für Verbraucher und Wirtschaft keine schlechte Nachricht.

Insgesamt gesehen, sieht es nicht nur düster aus. Denn es gibt im Gegenteil Branchen, die man als Krisengewinner bezeichnen darf. Dazu gehören sicher die gesamte Pharma-, Biotech- und Teile der Chemieindustrie. Die Lebensmittelindustrie und der –handel erleben eine nie gekannte Nachfrage. Dies gilt auch für den IT-Bereich – und zwar bei Software und auch Hardware. Homeoffice lässt grüßen! Nicht zuletzt profitieren auch die Börsen als Unternehmen von dem intensiven Handelsgeschäft der Börsenprodukte. Banken bleiben dabei meist außen vor, Online-Broker dagegen machen gute Geschäfte. Und das gilt auch für diverse andere Online-Angebote. Netflix, Facebook, Twitter und Co, aber auch Online-Händler, alle und noch viel mehr profitieren von Millionen von Menschen, die ganztägig zu Hause Unterhaltung in den eigenen vier Wänden suchen.

In den Aktienkursen ist dies teilweise schon eingepreist: Netflix ist beispielsweise im MSCI World Index gelistet, der im 5-Jahres-Verlauf einen extremen Verlust verzeichnet – wie oben dargestellt. Dies gilt auch für andere Aktienindices wie S & P 100 und Dow Jones. Die Netflix-Aktie dagegen startete an der Börse Stuttgart in den Monat März mit Schwankungen um 340 Euro, fiel dann um den 17. März auf 265 Euro, um seitdem kurz auf 350 zu steigen und liegt aktuell auf 340 Euro pro Aktie.

S&P Aktien Index von 2015 bis heute: S&P Aktien Index von 2015 bis heute:

Quelle: finanzen.net

Verlauf des Dow Jones in den letzten 5 Jahren: Verlauf des Dow Jones in den letzten 5 Jahren:

Quelle: Google

Entwicklung der Netflix Aktie im März 2020: Entwicklung der Netflix Aktie im März 2020:

Quelle: finanzen.net

Starke Kursausschläge – auch in die positive Richtung

Enorme Kursbewegungen steil nach oben – eigentlich ein Kursfeuerwerk an der Wall Street - gibt es derzeit aber auch: Denn der Dow Jones legte am 24. März 2020 über 2000 Punkte zu - und verzeichnet damit den stärksten Anstieg seit 1933. Der Dow-Jones-Index kletterte um 11,4 Prozent auf 20.705 Punkte. Der US-Leitindex machte damit die heftigen Verluste einer ganzen Handelswoche an einem einzigen Tag wieder wett. Hintergrund ist das Wirtschaftspaket des amerikanischen Kongresses zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Einigung war schon zwei Mal gescheitert, nun scheint sie in erreichbarer Nähe. Was die Börsenteilnehmer stark begeisterte. Bei den Einzelwerten haussierten etwa die Aktien der Fluglinie American Airlines um 36 Prozent, die des Mode-Einzelhändlers L Brands um 39 Prozent oder des Kreuzfahrtanbieter Royal Caribbean um 22 Prozent. Alles Unternehmen, die nicht zu den Krisen-Gewinnern gehören. In den nächsten Wochen dürften sich die Börsen weiter uneinheitlich verhalten. Es wird noch weitere Rückschläge geben. Aber es ist davon auszugehen, dass sich die Branchen der Krisengewinner deutlich schneller von den Einbrüchen erholen.