, October 12, 2018

Wie die investigative News-Seite ProPublica berichtet, betätigte sich US-Präsident Donald Trump im Februar 2017 bei einem Treffen mit Japans Ministerpräsidenten Shinzo Abe als Lobbyist der US-amerikanischen Glücksspiel-Industrie. Dabei setzte er sich für die Vergabe einer Casino-Lizenz an das Unternehmen eines Großspenders der Republikaner ein.

 

Dass sich Staatschefs für heimische Unternehmen stark machen und im Ausland versuchen, ihnen Aufträge zu verschaffen oder ihre Wettbewerbssituation zu verbessern, ist in der Politik gang und gäbe. Deshalb ist es nicht außergewöhnlich, dass sich der damals frischgekürte US-Präsident für die Belange der amerikanischen Casino-Wirtschaft stark machte, indem er für die Vergabe einer Casino-Lizenz an einen US-Konzern warb.

 

Pikant an der Aktion ist, dass Trump sich dabei nach Berichten von ProPublica bei dem Treffen auf seinem Landsitz Mar-a-Lago in Florida offenbar für die Sands-Gruppe und ihren CEO Sheldon Adelson einsetzte, der ein bekennender Anhänger von Trumps Republikanern ist.

Sands-CEO Adelson wichtiger Unterstützer von Trump
Der Selfmade-Milliardär Sheldon Adelson ist zudem ein bedeutender Unterstützer der Republikaner und hatte im Zeitraum vor der Wahl in 2016 mit seiner Frau 82,5 Millionen US-Dollar an die Partei gespendet. Auch in diesem Jahr ließ er den Republikanern erneut eine hohe Spende zukommen: Als Wahlkampfhilfe für die im November stattfindenden Kongresswahlen überwies er der Partei den Betrag von 30 Millionen US-Dollar.

Casinos sind in Japan bisher verboten

Die Gespräche fanden zu einer Zeit statt, in der der Betrieb von Casinos in Japan verboten war und noch keine Gesetzesinitiative zur Beseitigung der strikten Regelung vorgebracht worden war. Seitdem hat bei den Verantwortlichen jedoch ein Umdenken eingesetzt.

 

Inzwischen ist die japanische Regierung deshalb ein paar Schritte weiter, denn sie hat erkannt, dass die Casinos den klammen Staatskassen wertvolle Steuereinnahmen bescheren können. Hinzu kommt, dass die Casinos vermehrt Besucher aus dem Ausland anlocken werden, wovon die japanischen Unternehmen – und letztendlich der Staat – ebenfalls profitieren können.

 

Erste Lizenzanträge für die Zeit nach der Legalisierung

Im Juli dieses Jahres wurde deshalb ein Gesetz auf den Weg gebracht, das künftig den Betrieb von Casinos legalisiert. Zwar stehen noch keine genauen Details, etwa zur Besteuerung anfallender Spielgewinne, fest, trotzdem bewarben sich bereits internationale Glücksspiel-Konzerne um mögliche Lizenzen.

 

Dazu gehören auch US-Unternehmen wie die Sands-Gruppe, Wynn, MGM oder Caesars. Sie alle verfügen durch ihre Casinos in Las Vegas über jahrzehntelange Erfahrung im Betrieb von Glücksspiel-Stätten und haben in Asien, beispielsweise in Macau, längst Fuß gefasst.

 

Nachdem das Gesetz in Japan verabschiedet worden war, berichtete Sheldon Adelson Medienberichten zufolge den Investoren der Sands-Gruppe, dass der Konzern eine herausragende Rolle bei der bevorstehenden Lizenzvergabe spielen werde. Wenn es zu einer Vergabe an Sands kommt, hätte sich die Vorarbeit des US-Präsidenten auf jeden Fall bezahlt gemacht.