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Novomatic: Weltkonzern des Glücksspiels aus Niederösterreich

Gumpoldskirchen ist nicht gerade der Nabel der Welt, sondern ein Örtchen im beschaulichen Niederösterreich mit etwa 3.900 Einwohnern. Doch der Standort bietet ein breites Spektrum an Industrien.

Es reicht von metallverarbeitenden Betrieben, über eine Gasproduktion, der Herstellung von Granulaten bis zur Hightech-Branche der elektronischen Glücksspielautomaten. Denn hier hat eine Unternehmensgruppe ihren Sitz, die mit mehr als 30.000 Mitarbeitern über Standorte in mehr als 50 Ländern verfügt und Glücksspiel-Equipment, Systemlösungen und Dienstleistungen in mehr als 70 Länder exportiert.

Johann Graf: Vom Fleischer zum Selfmade-Multimilliardär

Novomatic-Gruppe

  • Gründung: 1980
  • Sitz: Gumpoldskirchen/Niederösterreich
  • Mitarbeiter: etwa 30.000
  • Umsatz 2018: 5,0 Milliarden Euro

Johann Graf, eigentlich ein gelernter Fleischer, gründete 1974 gemeinsam mit dem Elektrohändler Gerhard Brodnik die sogenannte Brodnik & Graf GmbH. Das Unternehmen begann mit dem Import von belgischen Flipper-Automaten, die in Wirtshäusern und Cafés aufgestellt wurden. Mit der Novomatic Automatenhandels GmbH startete er 1980 dann alleine richtig durch. Startkapital sollen nach eigenen Angaben etwa 50.000 Schilling, umgerechnet etwa 3.600 Euro, gewesen sein.

Graf legte eine aufsehenerregende „Tellerwäscher“-Karriere zum Selfmade-Multimilliardär hin, obwohl er als ausgesprochen öffentlichkeitsscheu gilt. Das Wirtschaftsmagazin Forbes listet den mittlerweile 72-jährigen Graf auf Platz 181 der Milliardäre weltweit – mit einem Vermögen von umgerechnet 8,1 Milliarden US-Dollar.

In Österreich ist man stolz auf die erfolgreiche Entwicklung von Johann Graf. So wurde Novomatic bereits 1986 mit dem österreichischen Staatswappen ausgezeichnet. Graf wurde 1996 zum Kommerzialrat ernannt. 2003 verlieh ihm der Bundespräsident den Titel Professor.

Erfolgreich – von Anfang an

Schon von Anfang an setzt man bei Novomatic auf internationale Expansion, obwohl dies damals noch auf Europa begrenzt war, und vor allem auf technische Innovationen. 1984 wurde die Hardwareplattform MPU 01 als Basis moderner Slotmaschinen entwickelt. 1985 folgten die ersten Dual Screen-Terminals. Ein Meilenstein der Unternehmensentwicklung war Ende der 1980er Jahre, nach dem Falle des sogenannten Eisernen Vorhangs, die Ausdehnung nach Osteuropa.

1990 dann kam American Poker 2 auf den Markt, eine Simulation eines echten Pokerautomaten. Dies stellte einen Quantensprung in der Geschichte des Glücksspiels damals dar. Im gleichen Jahr gingen die ersten kompletten Casinoausstattungen nach Südafrika. 1993 war die Gruppe bereits in 30 Ländern weltweit unterwegs und ein zweites Werk wurde am Stammsitz eröffnet, im Jahr darauf das dritte, 1999 dann schließlich das vierte.

Expansion seit 2010

Seit 2010 wächst Novomatic durch diverse Aufkäufe von Unternehmen im In- und Ausland. Parallel in 2012 gründete Graf die Beteiligungsgesellschaft Novo Invest mit einem Kapital von 30 Millionen Euro. Das hohe Stammkapital ließ damals auf noch weitere bevorstehende Käufe schließen.

Schon 1988, also erst wenige Jahre nach Start von Novomatic, gründete der Graf Novo Swiss. Die Aktiengesellschaft wurde dazu gegründet, die „dauernde Verwaltung, den Erwerb und Veräußerung sowie die Finanzierung von Beteiligungen im In- und Ausland“ zu betreiben. Sitz der Aktiengesellschaft ist mittlerweile Zürich, aber bis 2014 war der Hauptsitz in Appenzell.

2013 stieg das Unternehmen durch den Kauf der Greentube-Gruppe, einem international führenden österreichischen Entwickler und Anbieter, in den Online-Markt ein. Im gleichen Jahr schaffte Novomatic mit dem Biometric Systems als erster Glücksspielanbieter weltweit die Voraussetzungen für die Umsetzung eines biometrisch gestützten Registrierungs- und Bezahlsystems. Durch die Gründung von Novomatic Lottery Solutions im selben Jahr, stieg die Unternehmensgruppe in das Lotterien-Segment ein.

2014 wird der frühere Rennfahrer und Unternehmer Niki Lauda Novomatic-Markenbotschafter. In 2019 wird Sänger und Schauspieler David Haselhoff Markenbotschafter für Admiral, ein in 1991 gegründetes Tochterunternehmen von Novomatic für Sportwetten. Die Verpflichtung von Prominenten diente dem Ausbau des öffentliches Profils der Unternehmen.

Erfolgsrezept: Omni-Channel

Zum Vergleich: Gauselmann-Gruppe

  • Größtes deutsches Glücksspiel-Unternehmen
  • Gründung: 1957
  • Sitz: Espelkamp
  • Mitarbeiter: 12.500
  • Umsatz 2018: 3,6 Milliarden Euro

Der Erfolg von Novomatic beruht auf der Omni-Channel-Strategie. Das Unternehmen ist nicht nur Betreiber von Spielstätten, sondern auch Produzent von Gaming-Equipment. Die Gruppe betreibt 2.100 eigene elektronische Casinos, Spielbanken und Sportwettfilialen mit über 70.000 Glückspielgeräten und vermietet zudem über verschiedene Modelle rund 250.000 Gaming- und Lotterie-Terminals. Zusätzlich verkauft der Konzern jährlich etwa 30.000 Automaten.

Prinzipiell wird vertikale Integration betrieben: Novomatic vereint Entwicklung, Herstellung, Vertrieb und Betreibung von Glücksspielautomaten. Auf diese Weise ist das Unternehmen vollständig in jeden Schritt des Glücksspiels involviert.

Dabei reicht das weitere Angebot der Novomatic-Gruppe von Gaming Produkten und Services über Management Systeme und Cash Management, Online, Mobile und Social Gaming bis hin zu Lotterie und Sportwetten Lösungen. Durch die vielen internationalen Tochtergesellschaften ist Novomatic ein Full-Service-Anbieter der Glücksspielindustrie.

Ein relevanter Faktor, neben der Expansionspolitik und dem Erwerb der diversen Gesellschaften, sind die Innovationen im Bereich Technologie. Man beschreibt sich selbst als „Glücksspielkonzern mit digitaler DNA“. Nach eigenen Angaben nimmt Novomatic dabei heute in vielen Bereichen eine Vorreiterrolle ein. Durchgängig digitale Produkte habe man schon lange im Programm. Dazu gehöre auch die intensive Vernetzung mit Zulieferern, um Produktionsprozesse zu automatisieren.

Novomatic versteht sich als einer der größten Gaming-Technologiekonzerne der Welt und als „unangefochtene Nummer eins in Europa“. Erklärtes Unternehmensziel ist es in den kommenden Jahren Weltmarktführer zu werden.

Komplexes Konzern-Universum

Über 200 Unternehmen zählen mittlerweile zur Novomatic-Gruppe, ein weit verzweigtes und ziemlich komplexes Unternehmensgebilde. Entscheidend dabei ist jedoch, dass die meisten im vollständigen Alleinbesitz von Johann Graf sind.

Teile des Unternehmens gehören zudem nicht zu Novomatic AG Österreich, sondern zu Gryphon Invest und ACE Casino Holding, die beide an der gleichen Adresse in Zürich ihren Sitz haben. Gryphon Invest ist nach einigen Angaben als Investmentunternehmen in 12 Ländern mit 5.000 Mitarbeitern tätig ist.

ACE Casino Holding betreibt ein knappes halbes Dutzend Casinos in der Schweiz. Daneben sind weitere Tochter- und Enkelgesellschaften über Novo Invest in der Firmenuniversum integriert. Dabei hält Novo Invest etwa 90 Prozent der Anteile an der Novomatic AG. Etwa zehn Prozent besitzt Gryphon Invest.

Auffallend ist zudem, dass die kapitalintensive Produktion von Automaten und Gaming-Equipment bei der EPD European Data Project Gruppe in Tschechien gebündelt ist, welche zu Gryphon Invest gehört. Diese Gruppe betreibt mindestens zehn Gesellschaften und produziert jährlich, nach eigenen Angaben, 60.000 Spielautomaten an zwei Industriestandorten mit mehr als 1.000 Mitarbeitern.

Zukunft im Online Gaming

Ausgewählte Tochterunternehmen von Novomatic:

  • Admiral Casinos & Entertainment
  • Admiral Sportwetten
  • Greentube
  • Ainsworth (Australien)
  • Löwen-Gruppe

Das Online Gaming Business des österreichischen Konzerns ist dagegen in der Holding Greentube angesiedelt. Greentube besitzt mehr als zehn Tochtergesellschaften, die unter anderem in Malta und Gibraltar ansässig sind. Es ist davon auszugehen, dass dieser Geschäftsbereich der stärkste Wachstumsmarkt der Unternehmensgruppe ist.

In diesem Kontext ist auch die neuste Meldung zu verstehen, die Novomatic am 5. September 2019 veröffentlichte. Der Konzern gab bekannt, dass der Aufsichtsrat und Vorstand neu organisiert wurde. In der Pressemitteilung gab die Novomatic AG bekannt, dass „nach Jahren der raschen und erfolgreichen Expansion […] eine Phase der Konsolidierung und Optimierung der Unternehmensstrukturen eingeleitet [wurden]”.

Umsatz-Sprünge:

  • Umsatz 2010: 1,1 Milliarden Euro
  • Umsatz 2016: 2,2 Milliarden Euro
  • Umsatz 2017: 4,9 Milliarden Euro
  • Umsatz 2018: 5,0 Milliarden Euro

Das interessanteste an dieser Mitteilung war, dass der älteste Sohn von Johann Graf, Thomas Graf, nicht länger Technologievorstand der Novomatic AG sein wird. Stattdessen übernimmt Thomas Graf nun die Rolle des CEOs für die Greentube-Gruppe. Dies unterstreicht die Bedeutung von Online Gaming für die zukünftige Entwicklung der Novomatic AG.

Novomatic werde außerdem den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen und die internen Strukturen in Österreich sowie länderübergreifend weiter optimieren, laut Pressemitteilung. Damit will der Gaming Konzern die Effizienz des Unternehmens steigern und Synergien zwischen den unterschiedlichen Unternehmensbeteiligungen erzielen.