Glücksspiel an den Börsen in London und New York - Gewinnt man mit den Casino Aktien von GVC und LVS?

England ist das Eldorado für Buchmacher und Las Vegas der Hotspot für Gambler - gewettet wird auf vieles. Und auch an der Börse kann man Geld einsetzen. Beispielsweise an der London mit GVS oder der New York Stock mit LVS. Doch lohnt es sich tatsächlich, in die internationalen Glücksspiel Aktien, die auch in Deutschland erworben werden können, zu investieren?

GVC Aktie: Englische Online Glücksspiel Aktie mit Potenzial

GVC Holdings GVC Holding ist ein relevanter Wettanbieter und Betreiber von Glücksspielen und Online-Glücksspielen, der sich international in B2C- und B2B-Märkten etabliert hat. Das Unternehmen hat vier Geschäftsbereiche mit diversen Marken, darunter bekannte Sportlabels wie Ladbrokes, bwin sportingbet und

GVC hat den Hauptsitz auf der Isle of Man, verfügt über Lizenzen in mehr als 18 Ländern, beschäftigt über 2.800 Mitarbeiter und Auftragnehmer in Europa, Asien, Nord- und Südamerika.

Gegründet wurde GVC 2004 in Luxemburg als Gaming VC Holdings. Ein Meilenstein war der Kauf des österreichisch-britischen Konkurrenten bwin.party Digital Entertainment im Jahr 2019 für 1,1 Milliarden Pfund.

GVC übernimmt bwin-party und Ladbrokes

bwin ist nun die wichtigste Sportwettmarke von GVC. Zu den Kernmärkten zählen Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich und Belgien. Neben Sportwetten bietet bwin verschiedene Tisch- und Slot-Casino-Spiele sowie Online-Poker an. Die Marke sponsort diverse internationale bekannte Fußballmannschaften.

Ein weiterer großer Schritt war die Akquisition des britischen Buchmachers – des größten weltweit - Ladbrokes Coral Group im ersten Quartal 2018. Es soll sich dabei um eine Kaufsumme von 4 Milliarden Pfund gehandelt haben. GVC ist deutschen Gamblern eventuell als Besitzer von CasinoClub, gegründet in 2001, bekannt, dass in 2004 erworben wurde und überwiegend im deutschsprachigen Raum unterwegs ist - mit mehr als 15.000 aktiven Kunden.

GVC Aktien in Stuttgart erhältlich

GVC ist an der Londoner Börse notiert und Bestandteil des FTSE 250 Index. Dies ist ein nach Kapitalisierung gewichteter Index, der aus den 101. bis 350. größten an der Londoner Börse notierten Unternehmen besteht. Neben GVC ist auch das Glücksspielunternehmen 888 Holding im FTSE 250 Index gelistet. GVC stieg im Juni 2018 sogar in den FTSE-100 auf, den Leitindex der Börse London. Doch durch den einschneidenden Kursverlust in der zweiten Jahreshälfte wurden die Aktien wieder ausgelistet. Sie sind seit dem 18. März 2019 nicht mehr im FTSE 100 aufgeführt. Ein Prestigeverlust! Aktien von GVC sind auch in Deutschland zu kaufen: an der Börse in Stuttgart.

Management sorgt für Irritationen: Kursverluste 2018

Turbulenzen um das Unternehmen gab es im letzten Jahr als bekannt wurde, dass Führungskräfte überproportionale Gehälter mit hohen zweistelligen Millionenbeträgen erhielten. Aktuell steht ein Führungswechsel an. Am 22. März 2019 informierte GVC, dass der Vorsitzende Lee Feldman das Unternehmen zur ordentlichen Hauptversammlung des Unternehmens am 5. Juni verlassen wird. Hintergrund ist der britische Corporate-Governance-Kodex. Danach sollten Vorsitzende börsennotierter Unternehmen nicht länger als neun Jahre im Amt bleiben.

Allerdings verkauften Feldman und CEO Kenny Alexander in dieser Phase zusammen GVC-Aktien für fast 20 Millionen Pfund, was zu einem Kurssturz von 14 Prozent führte.

Quelle: finanzen.de

Der Kurssturz der Aktie Mitte März 2019 ist leicht in der Grafik zu erkennen.

Der Umsatz von GVC stieg im Jahr 2018 nach Unternehmensangaben auf 2,94 Milliarden Pfund - Vorjahr: 789,9 Millionen Pfund. Dennoch endete das Jahr mit einem Verlust von 56,4 Millionen Pfund, und auch im Vorjahr endete man tief in den roten Zahlen: mit einem Minus von 34,9 Millionen Pfund.

Quelle: finanzen.de

Ausblick: Experten stufen die Aktie als „Kauf“ ein

Seit Mitte 2018 geht es mit der Aktie bergab. Sobald sich die Personalquerelen gelegt haben, dürfte die Aktie aber wieder Fantasie entwickeln. Zumal die Dividende leicht angehoben wird: GVC informierte, dass eine zweite Zwischendividende in Höhe von 16 Pence – etwa 18,6 Cent - ausgezahlt wird. Damit liegt die Gesamtausschüttung für 2018 bei 32 Pence oder 37,2 Cent. Dies seien 7,4 Prozent Dividende mehr als im Vorjahr (29,8 Pence). Beim derzeitigen Aktienkurs von 7,74 Euro entspricht dies einer aktuellen Dividendenrendite von 4,81 Prozent. Auszahlungstermin für die zweite Zwischendividende ist der 25. April 2019.

Quelle: marketscreener

Auch wenn durch die Aufkäufe große Schulden angehäuft wurden, vertrauen Analysten dem verzweigten Geschäftsfeld von GVC. Die Aktie wird mehrheitlich als „Kauf“ eingestuft.

Las Vegas Sands – erfolgreiches Geschäftskonglomerat

Las Vegas Sands (LVS) beschreibt sich selbst als führenden Entwickler und Betreiber von erstklassigen Hotels der Luxusklasse, multifunktionaler Resorts und Meeting-, Incentive-, Convention- und Exhibition-Einrichtungen. Gaming ist mittlerweile nur ein Teil des umfassendes Geschäftsmodells. Dennoch ist Las Vegas Sands – so die übliche Darstellung - das weltweit größte Casinounternehmen.

Las Vegas Sands startete im Jahre 1990 genau mit einer Liegenschaft: dem legendären Hotel Sands in Las Vegas, das als siebtes Hotel anno 1952 am Strip eröffnete. 1996 wurde es abgerissen und an dieser Stelle entstand das Venetian Resort Hotel, das mit allen italienischen Klischees spielt und das Bild Italiens in Amerika geprägt hat.

Doch LVS suchte seine Chancen auch im asiatischen Glücksspielland Macau und eröffnete als erstes amerikanisches Unternehmen in 2004 das Sands Macau, 2007 das Venetian Macao und direkt daneben ein Jahr später ein Four Seasons Hotel. Außerdem besitzt das Unternehmen diverse Liegenschaften in Bethlehem in Pennsylvania, China und in Singapur – so das spektakuläre Marina Bay Sands, eingeweiht im Jahre 2010, ein aus Kasino und Hotel bestehendes Resort, das 4,6 Milliarden Euro gekostet haben soll. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 51.000 Mitarbeiter.

Teil des US-Business

Las Vegas Sands ist seit neun Jahren im Fortune 500 gelistet. The Fortune 500 ist eine jährliche Liste, die von der Zeitschrift Fortune erstellt und herausgegeben wird. Sie veröffentlicht die 500 größten US-amerikanischen Unternehmen, gemessen am Gesamtumsatz ihrer jeweiligen Steuerjahre. Aktuell ist es Platz 227, zuvor war es der 249. 2012 lag LVS noch auf Rang 342.

Quelle: Fortune

Auf dem Weg nach Japan?

Nach Presseberichten traf sich im Dezember 2018 Robert Goldstein, Präsident des US-amerikanischen Casino-Unternehmens Las Vegas Sands, mit dem Gouverneur Ichiro Matsui und Bürgermeister Hirofumi Yoshimura, um die Pläne des Unternehmens für den Bau und Betrieb eines Casinos in Osaka zu präsentieren. Er stellte einen integrierten Resortplan vor. Osaka gilt als einer der drei Standorte, für die die neu angekündigten IR-Lizenzen in Japan vergeben werden. Die Abkürzung „IR“ steht für integrierte Resorts. Goldstein soll die Beamten über den Erfolg von Las Vegas Sands auf den internationalen Glücksspielmärkten informiert haben. Las Vegas Sands sei bereit, mehr als 10 Milliarden Dollar zu investieren.

Zum Hintergrund: Mit dem neuen Glücksspielgesetz aus dem Jahr 2018 machte das japanische Parlament den Weg frei für die ersten Casinos im Land.

Massive Aktienrückkäufe

Über den Autor

Dr. Sabine T. Ruh
Dr. Sabine T. Ruh
CasinoOnline.de Finanzexpertin

Sabine hat langjährige Erfahrung als Finanz- und Wirtschaftsjournalistin und schreibt seit 2019 auch Artikel für CasinoOnline.de.

Die Zahlen für das Geschäftsjahr können sich sehen lassen: Der konsolidierte Nettoumsatz betrug 13,73 Milliarden Dollar, der Nettogewinn 2,95 Milliarden Dollar, der Nettoertrag 2,41 Milliarden Dollar. Das Unternehmen zahlte drei Dollar Dividende pro Aktienanteil, in 2019 sollen es 3,08 Dollar werden. Zudem kaufte LVS Stammaktien im Wert von 905 Millionen Dollar zurück. Und auch schon in den Jahren zuvor seit 2015 sammelte das Unternehmen 30 Millionen Aktien ein. Dennoch soll Las Vegas Sands weitere Rückkäufe für 2,5 Milliarden Dollar planen.

Aktienrückkäufe sind eine übliche Strategie bei Unternehmen. Prinzipiell sind Ankündigung und Durchführung eines Aktienrückkaufs interessant für Aktionäre. In den meisten Fällen reagiert der Aktienkurs durchaus positiv auf ein Aktienrückkaufprogramm, wobei dies nicht immer eine Garantie sein muss.

Einschätzung: Gutes Dividendenpapier

In den Anfangsjahren war Las Vegas Sands eine echte Wachstums-Aktie im Expansions-Modus. Das ist sie heute nicht mehr, denn sie liefert Cash-flow. Dadurch ist das Unternehmen kein Geheimtipp mehr, aber der relativ niedrige Aktienkurs und die konstante Dividendenrendite sprechen für das Investment. Das Engagement in verschiedenen Kontinenten und Märkten lässt LVS zudem unabhängiger von der aktuell schwächelnden Konjunktur in den USA werden.

Dennoch läuft auch in Asien nicht alles wie gewünscht: Das Wachstum beispielsweise in Macau schwächt sich ab, wobei die neue Brückenverbindung nach Hong Kong neue Besucher anlocken könnte.

Quelle: finanzen.de

Herbe Kursverluste in 2018 machten auch vor amerikanischen Casino-Größen nicht Halt.

Quelle: boerse.de

Im Langfristverlauf ist der Einbruch in 2018 zwar markant, aber nicht auffällig. Die technische Analyse zeigt einen Trend nach oben.

Ausblick: Raum für Erhöhung der Dividenden

Börsenexperten informieren, dass Las Vegas Sands derzeit eine Dividendenrendite von über 5 Prozent zahle. Sands habe in den letzten 12 Monaten weniger als 100 Prozent des Gewinns und des freien Cashflows für diese Dividende ausgegeben – was Raum für zukünftige Erhöhungen ließe. Zu beachten ist dabei, dass das Aktienrückkaufprogramm des Unternehmens viel Liquidität benötigt.

Die Aktie von Sands erscheint aus Sicht Monat März 2019 beim 17-Fachen der erwarteten Gewinne nicht teuer. Dennoch sollen nach Analysten Umsatz und Gewinn in diesem Jahr etwas nachgeben: etwa um 2 Prozent. Speziell für Las Vegas Sands sprechen eine ausgewogene Umsatzdiversifikation sowie eine solide Bilanz. Die Ratingagentur Fitch sieht die Bilanzen der großen Casinobetreiber als weitgehend gesund.

Quelle: Finanzen.de Quelle: Finanzen.de

Die Aktien von Las Vegas Sands sind zudem außerhalb der USA einfach zu ordern: auch in Deutschland, sowie in der Schweiz und in Mexiko.