, 15.10.2018

In China ist das Glücksspiel – abgesehen von den staatlichen Lotterien – vollständig verboten. Auch gegen Krypto-Währungen geht die Regierung des Reichs der Mitte massiv vor. Dennoch rechnen Experten damit, dass das Online-Glücksspiel auf Basis der Blockchain-Technologien in den nächsten Jahren auf dem chinesischen Markt hohe Zuwächse verzeichnen wird.

 

Kryptowährungen werden immer wichtiger

 

Während weltweit der Einsatz von Krypto-Währungen steigt und auch in Online Casinos immer beliebter wird, setzt China auf eine streng regulierte Politik in Bezug auf Bitcoin und Co. Ob die kommunistische Partei ihr Gebaren in Bezug auf Blockchain-Zahlungsweisen, sowie das generelle Glücksspielverbot aufrechterhalten kann, wird von Insidern bezweifelt.

2016 gründete die chinesische Regierung das National Fintech Rectification Office, eine staatliche Einrichtung, die die Interessen von Investoren schützen und gegen finanzielle Risiken auf dem Weltmarkt kämpfen soll. Im Visier der Behörde: Krypto-Börsen und die damit verbundenen Handelsdienstleistungen.

 

China verwehrt Bürgern und Unternehmen Zugang zu Kryptowährungen

 

So wurden 120 global tätige Börsen daran gehindert, chinesischen Händlern Zugang zu Kryptowährungen zu gewähren. Im August hatten die Behörden zusätzlich entschieden, alle Krypto-Events im Finanzviertel von Peking rigoros zu untersagen:

Wir befehlen jetzt jedem Einkaufszentrum, Restaurant, Hotel und Bürogebäude, keine Veranstaltungsorte für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, die Kryptowährungen fördern und müssen der Behörde Bericht erstatten, wenn solche Aktivitäten gefunden wurden.

Während weltweit Anleger und Privatpersonen die Vorteile von Kryptowährungen schätzen, bedeuten diese für Regierungen oft Risiken. Einerseits kann sich der Handel mit Währungen wie dem Bitcoin negativ auf den Kurs der Landeswährung auswirken, andererseits entziehen sich die Finanzströme der staatlichen Kontrolle und können so Betrug und Geldwäsche Tür und Tor öffnen.

Weltweit befinden sich Online-Casinos, die Kryptowährungen als Zahlungsmittel akzeptieren, auf dem Vormarsch.

Der Vorteil für den Spieler: Die Transaktionen werden anonym und schnell abgewickelt, steuerliche Belastungen fallen über die Zahlungen mit Bitcoin und Co. nicht an. Zudem sind Chargebacks (Rückbelastungen) bei der Zahlung mit Bitcoin ausgeschlossen und es fallen auch keine Transaktionsgebühren an.

Schwierig ist derzeit, dass Online-Casinos, die ausschließlich auf Kryptowährungen setzen, nicht reguliert werden, da die Betreiber keine offiziellen Lizenzen benötigen, um z.B. ein Bitcoin-Online-Casino zu eröffnen. Wer auf ein unseriöses Angebot hereinfällt, hat keine Möglichkeit, seinen Einsatz zurückzubekommen.

Gerade ein Land wie China, das großen Wert auf die Transparenz und Linientreue seiner Bürger legt, sieht sich hier großen Herausforderungen gegenübergestellt. Das Problem: China mag in der Lage sein, Kryptowährungen im Inland für seine Einwohner zu regulieren oder unter Strafe zu stellen, letztendlich lassen sich Blockchains aber nicht an Ländergrenzen blockieren.

 

Chinesen umgehen Spielverbot im Ausland

 

Macau bei Nacht

In Macau frönen viele Chinesen ihrer Spielleidenschaft (Quelle: Brenden Brain, licensed under CC BY-SA 3.0)

So wie Chinesen das inländisch geltende, strenge Gesetz zum Verbot des Glücksspiels umgehen können, indem sie jährlich zu Millionen Casinos im Ausland oder in der Sonderverwaltungszone Macau aufsuchen, ist auch der Erwerb von Kryptowährungen außerhalb der Landesgrenzen für Chinesen problemlos möglich.

 

Ähnliches gilt für den Glücksspielmarkt in China. Trotz Verbots und drohender empfindlicher Strafen floriert das illegale Glücksspiel im Reich der Mitte. In einer Art Katz und Maus-Spiel versuchen Anbieter, zumeist aus dem Ausland, Zugang zu der ständig wachsenden Anzahl der chinesischen Internetnutzer und somit potenziellen Online-Spielern zu gewinnen. Auf der anderen Seite setzt der chinesische Staat auf Regulierung und Zensur.

 

So wird nicht nur der Zugang zu unerwünschten Seiten blockiert, chinesische Nutzer haben im Normalfall keine Möglichkeit, über VPN-Netzwerke Sperren zu umgehen und müssen stets damit rechnen, dass ihr ganz persönliches Internetverhalten staatlich überwacht wird.

 

Zudem droht der Staat ausländischen Anbietern von Glücksspielseiten im Internet offensiv mit strengen Strafen, sollten sie versuchen, ihre Online-Casinos für den chinesischen Markt zugänglich zu machen.

 

BlockDraw-Chef sieht Riesenpotenzial für China

 

Darin Oliver ist der CEO des BlockDraw Casinos, einer noch in der Entwicklung stehenden Blockchain Casino-Plattform. Er sieht China als attraktiven Zukunftsmarkt, sowohl für Blockchain-Technologien als auch für den Bereich des Online-Glücksspiels. Während damit zu rechnen ist, dass in den nächsten fünf Jahren 20 Millionen weitere Internetnutzer aus Russland zu erwarten sind, gehen vorsichtige Schätzungen davon aus, dass aus China weitere 120 Millionen User hinzukommen werden.

 

Am Rande der G2E-Messe in Las Vegas erklärte Krypto-Experte Oliver dem „Inside Asian Gaming“-Magazin, warum er überzeugt ist, dass China seine Verweigerungshaltung dem Onlineglücksspiel gegenüber nicht aufrechterhalten kann. Für ihn ist das Potenzial, das der chinesische Markt in den kommenden Jahren in Bezug auf Glücksspiel und Kryptowährungen bereithält, zu groß, um ignoriert zu werden.

 

Für ihn steht fest, dass sowohl die wirtschaftlichen Möglichkeiten, die der Handel mit Kryptowährungen bietet, als auch das Wachstumspotenzial des Glücksspielmarktes als sicheren Wirtschaftszweiges Hand in Hand gehen.

 

Der Experte zeigt sich zuversichtlich, dass Online-Casinos und die Krypto-Only-Zahlungsweise sich künftig auch im stark regulierten China etablieren können – auch, weil das Reich der Mitte sich den Entwicklungen auf dem Weltmarkt nicht für immer verschließen könne:

Die (chinesische) Vorstellung, Krypto aufhalten zu können, ist Unsinn.

 

Similar Guides On This Topic