, 12.08.2016

Wales Euro 2016

Bei der EURO 2016 sorgten die Fußballer des walisischen Fußballverbandes noch für durchweg positive Schlagzeilen. Nun könnte ein Wettskandal die heimische Liga erschüttern! (Bildquelle)

Bis vor wenigen Wochen sorgten die Fußball-Herren des walisischen Fußballverbandes für unglaublich positive Schlagzeilen bei der Europameisterschaft in Frankreich. Bei der ersten Teilnahme an der Endrunde einer EM erreichte Wales auf Anhieb das Halbfinale. Nun kommen leider schlechte Nachrichten vom walisischen Fußball. In der walisischen Premier League gab es diesen Mittwoch in drei Städten 11 Verhaftungen wegen Verdacht auf Wettbetrug.

Die „Welsh Premier League“, auch League of Wales gennant, ist die höchste Fußball-Liga in Wales. Sie wurde 1992 gegründet und umfasste zum Start 19 Mannschaften. Aktuell spielen nur noch 12 Mannschaften in der Liga. Der Meister qualifiziert sich für die Qualifikation zur UEFA Champions League, der Vizemeister, der Drittplatzierte, sowie der Sieger des walisischen Pokals für die Qualifikation zur Europa League. Sechs der größten walisischen Fußballclubs wie Cardiff City oder Swansea City spielen allerdings im englischen Ligasystem.

Schwester und Neffe eines ehemaligen Starspielers unter den Verdächtigen

Im Mittelpunkt der aktuellen Ermittlungen steht der Fußballverein Port Talbot Town. Der Verein aus der walisischen Stadt Port Talbot spielt aktuell in der Division One, der zweithöchsten walisischen Spielklasse. Diesen Mittwoch wurden sieben Männer und drei Frauen von der Polizei in Süd-Wales in drei Städten wegen Verdachts auf Verschwörung verhaftet. Danach wurde noch eine 11. Person, ein 24-jähriger Mann aus Swansea, in Gewahrsam genommen. Unter den Verhafteten befinden sich auch die Schwester und der Neffe eines ehemaligen walisischen Starspielers. Alle 11 Verdächtigen wurden inzwischen gegen Kaution wieder auf freien Fuß gelassen.

Die Polizei von Süd-Wales hatte vom walisischen Fußball-Verband und der britischen Glücksspiel-Regulierungsbehörde Hinweise bekommen, dass es am 9. April bei dem Spiel zwischen Port Talbot Town und dem FC Rhyl zu ungewöhnlichen Wettmustern gekommen sei. Außenseiter Rhyl hatte sein Heimspiel deutlich mit fünf zu null gewonnen, nach zuvor 17 Spielen ohne Sieg. Danach begann die Polizei mit den Ermittlungen in diesem Fall. Zudem stieg nach der Saison allerdings Port Talbot Town wegen finanzieller Schwierigkeiten in die zweite walisische Liga ab und Rhyl, die eigentlich schon abgestiegen waren, durften in der 1. Liga bleiben.

„Unsere Überwachungs- und Reporting-Systeme haben bei den Verhaftungen geholfen“

Der Geschäftsführer des walisischen Fußball-Verbandes (FAW), veröffentlichte zu den Verhaftungen folgendes Statement:

„Diese Verhaftungen sind das Ergebnis eines gründlichen Prozesses der Beweissammlung und einer engen Zusammenarbeit zwischen dem walisischen Fußballverband, der Polizei von Südwales und der Regulierungsbehörde. Der walisische Fußballverband ist weiterhin entschlossen, das Integritäts- und Bildungsprogramm, welches wir im Jahr 2014 gestartet haben, fortzuführen. Zudem legen wir weiter größten Wert auf unsere Überwachungs- und Reporting-Systeme, die entscheidend zu den Verhaftungen beigetragen haben.“

Richard Watson, der Programmdirektor der Gambling Commission Glücksspiel-Regulierungsbehörde, ergänzte:

“Die Sportwetten-Überwachungseinheit der Regulierungsbehörde (SBIU) hat der Polizei von Südwales Informationen über verdächtige Wettmuster bei dem Welsh Premier League Spiel zwischen Rhyl und Port Talbot Town mitgeteilt. Die SBIU wird auch weiterhin alle Sportverbände, die Strafverfolgungsbehörden, Wett-Betreiber und andere Regulierungsbehörden bei der gemeinsamen Anstrengung unterstützen, die Probleme der Integrität von Sportwetten zu bekämpfen.“

Keine Sanktionen während der laufenden Ermittlungen

Weitere Informationen zu dem Fall werden in Wales wohl noch dringend benötigt. Es ist nicht klar, wie viel Gelder auf das Spiel gesetzt wurden und auch nicht bei welchen Buchmachern. Auch über das Ausmaß des Wettskandals ist noch gar nichts bekannt. War es nur ein Einzelfall? Oder gab es noch mehr Spielmanipulationen? Welcher finanzielle Schaden entstand bei dem Wettbetrug? So werden alle Personen, die Informationen zu der vermeintlichen Spielmanipulation beitragen können, aufgefordert, sich bei der Polizei zu melden. Sanktionen kann es laut dem Fußball-Verband noch keine geben, solange die Ermittlungen der Polizei laufen.