, 31.03.2014

Das Treasury Casino in Brisbane

Foto: http://en.wikipedia.org/

Die Roulette-Tische im Treasury Casino in Brisbane sind bereits morgens voll und an den Spielautomaten herrscht ein wahres Feuerwerg mit dem ganzen Glimmer und all den Farben.

7 von 10 Australiern genießen mindestens einmal im Jahr den Nervenkitzel im Casino. Australien hat, laut einer britischen Studie, auch die meisten Spieler der Welt. Die Australier verspielten im Jahr 2013 18.4 Billionen US-Dollar, das sind 1.037 US Dollar pro Einwohner. Diese Sucht füllt eine riesige Industrie, die auf eine weitere Expansion aus ist. Das liegt auch an dem schnell wachsenden asiatischen Glücksspielmarkt und den chinesischen Touristen, die vom Glücksspiel nicht genug bekommen können. Die australischen Bundesstaaten möchten in dieser Industrie mitspielen, um die Steuereinnahmen zu erhöhen und die veraltete Touristeninfrastruktur zu beleben.

In Queensland gibt es vier Casinos einschließlich dem Treasury Casino. Zusätzlich werden drei neue Lizenzen für den Casinobetrieb vergeben. 19 Interessenbekundungen sind bereits eingegangen. Dabei sollen sich die neuen Casinos von den bisherigen unterscheiden. Sie sollen sowohl lokale als auch internationale Besucher anziehen.

Die zwei großen börsennotierten australischen Casino-Unternehmen – Crown Resorts und Echo Entertainment – kämpfen um eine der Lizenzen für Brisbane. Jedoch gibt es für die heißbegehrten Lizenzen auch noch andere ehrgeizige Interessenten aus dem Ausland, u.a. den Milliardär Tony Fung, Sohn von einem der Gründer des Großkonzerns Sun Hung Kai.

Es sind nicht mehr nur die Multi-Millionäre, die den Glücksspielmarkt in Australien ausmachen. Es gibt eine neue Generation der Mittelklasse-Spieler aus China und aus dem übrigen Asien. Diese rechtfertigen die enormen Investitionen in Resorts einschließlich Luxus-Hotels, Unterhaltungsmöglichkeiten wie Sportstadien, Golfplätze und Theater.

Mark Henley, ein Mitglied der Australian Churches Gambling Taskforce, signalisiert, je mehr Casinos vorhanden sind, desto höher ist die Anzahl der Spielsüchtigen. Australien hat bereits 280.000 Spieler mit einem „Spielproblem“. Er bezweifelt, dass das Ziel der neuen Casinos ist, nur die chinesischen und asiatischen Spieler anzuziehen.

 

Rob Hines, Geschäftsführer bei Donaco International, einem Unternehmen mit großem Interesse an Vietnam und den chinesischen Spielern, ist der Meinung, dass Asien der Schlüssel zum Erfolg ist. Und da der australische Markt bereits gesättigt ist, ist es selbstverständlich, dass die neuen Resort-Casinos sich an die chinesischen Touristen richten werden. Laut der Allen Consulting Group haben Besucher aus dem Ausland im Jahr 2007/2008 $553 Millionen für das Glücksspiel ausgegeben,.

Die Glücksspiel-Einnahmen auf dem chinesischen Festland Macau – der weltgrößten Casino-Hauptstadt – sind im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent gestiegen. Im Vergleich dazu betrug das Wachstum in Las Vegas 3 Prozent.

Australien hat eine harte Konkurrenz aus anderen asiatischen Ländern wie Singapur, Macau und den Philippinen. Zudem erwägt Japan die Legalisierung von Casinos. Die Entscheidung dazu sollte noch dieses Jahr fallen. Diese Länder befinden sich nah an China und genießen günstigere Steuerregelungen. Der Spitzensteuersatz für VIP-Programme beträgt in
Australien 22,5 Prozent, wo hingegen der äquivalente Steuersatz in Singapur bei 8,5 Prozent liegt. Im Vergleich dazu liegt der Steuersatz in Las Vegas bei 6,75 Prozent. Der Geschäftsführer von Crown Resort, Rowen Craigie, meint daher, dass die Steuersätze  konkurrenzfähig sein sollten.