, 24.08.2017

Fußballstar Neymar

Der FC Barcelona unterstellt Neymar Vertragsbruch und Bereicherung. (Bildquelle)

Anfang des Monats wechselte der brasilianische Stürmer Neymar vom FC Barcelona vor Ablauf seines Vertrags für eine Rekordsumme von 222 Millionen Euro nach Paris Saint-Germain. Dieser Wechsel hat jetzt ein Nachspiel für den 25-Jährigen. Sein ehemaliger Verein soll Klage gegen ihn eingereicht haben und 8,5 Millionen Euro Schadensersatz wegen Vertragsbruch verlangen. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die der FC Barcelona diesen Dienstag auf Twitter veröffentlichte. Ursprünglich hatten die Katalanen Neymar bis 2021 verpflichtet. Die dafür angefallenen und bereits an Neymar überwiesenen 8,5 Millionen Euro Teilprämie verlangt der Klub nun zurück. Hinzu kommen 10 % Verzugszinsen, da der Fußballer bisher nicht auf die Forderungen reagiert habe. Sollte der Stürmer nicht in der Lage sein, die Summe aus eigener Tasche zu begleichen, so habe sein neuer Verein PSG dafür einzustehen.

 

Vertragsbruch und ungerechtfertigte Prämien

Zwar enthielt Neymars Vertrag bei Barcelona eine Ausstiegsklausel, die einen möglichen Transfer vor Ablauf der Vertragslaufzeit an Kosten in Höhe von 222 Millionen Euro knüpft. Doch in der von Neymar unterschriebenen Vertragsverlängerung bis 2021, mit der eine Prämie in Höhe von insgesamt 26 Millionen Euro verbunden war, soll sich eine weitere Klausel befunden haben, die es dem Brasilianer untersagt, vor dem 31. Juli 2017 mit einem anderen Vereinen in Verhandlungen zu treten. Dass Neymar sich die Prämie hat auszahlen lassen und dann weniger als ein Jahr der ursprünglich vereinbarten Laufzeit abgeleistet hat, scheint dem FC Barcelona nun ein Dorn im Auge zu sein. Dies geht auch aus dem Twitter Statement des Klubs hervor. Die entsprechende Klage soll bereits am 11. August bei dem zuständigen Gericht in Barcelona eingereicht worden sein. Der spanische Fußballverband RFEF sei ebenfalls informiert und mit der Weiterleitung an den französischen Verband FFF und die FIFA beauftragt worden sein.

 

Neymar brilliert in Paris und übt scharfe Kritik

Der umstrittene Transfer dürfte sich für PSG bereits ausgezahlt haben. Nicht nur, dass der Starspieler Neymar für Rekordumsätze beim Verkauf von Fanartikeln gesorgt hat, auch seine Bilanz auf dem Platz ist ein voller Erfolg für die Franzosen. Seit seinem Wechsel Anfang August ist der Brasilianer zweimal für den Hauptstadtklub in der Ligue 1 aufgelaufen. Dabei erzielte er insgesamt drei Tore und sorgte indirekt für vier weitere Treffer. Im Anschluss übte er harsche Kritik an der Führungsriege seines ehemaligen Arbeitgebers und sagte:

„Barça hat Besseres verdient, und die ganze Welt weiß es. Die derzeit handelnden Direktoren sind nicht geeignet, die richtige Richtung vorzugeben.“

Damit distanzierte er sich deutlich von den Verantwortlichen des Klubs, betonte aber zugleich, dass er seine vierjährige Spielzeit in Spanien sehr genossen habe. Von seinen vielen Freunden habe er sich glücklich verabschiedet. Dies gelte jedoch nicht für das Management. Der FC Barcelona macht aktuell zudem Schlagzeilen durch das Transfertheater um den BVB-Spieler Ousmane Dembélé. Dieser befindet sich seit fast zwei Wochen im Trainingsstreik und will so seinen Wechsel nach Spanien erzwingen. Bisher herrscht jedoch Eiszeit zwischen den Katalanen und Dortmundern, da das Angebot Barças bisher weit hinter den Forderungen des BVB zurückblieb. Bei seinem Ex-Club Stade Rennes in Frankreich setzte Dembélé es 2015 übrigens auf die gleiche Taktik an und wollte seinen Wechsel zu Red Bull Salzburg, letztendlich ohne Erfolg, erzwingen.