Britische Wettbewerbsbehörde (CMA) kündigt Überprüfung aller Online Glücksspiel Anbieter an

, Oktober 24, 2016

CMA

Geht in der britischen Glücksspiel-Szene alles mit rechten Dingen zu? Nachdem viele Beschwerden bei der Wettbewerbsbehörde eingegangen sind, wurden nun detaillierte Überprüfungen aller Anbieter angekündigt! (Bildquelle)

In Großbritannien gab die „Competition and Markets Authority“ (CMA), die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde, am Freitag bekannt, dass man die Online Glücksspiel Anbieter im Vereinigten Königreich einer detaillierten Prüfung unterziehen werde, ob denn bei den Unternehmen alles mit fairen und rechten Dingen zugehe. In jüngster Zeit gingen immer mehr Klagen bei der Glücksspielbehörde ein, dass Kunden beispielsweise viel länger auf einer Seite spielen mussten, als erwartet, bevor sie sich ihre Gewinne auszahlen lassen konnten. Zudem sollen Buchmacher vermehrt Wetten storniert oder Quoten geändert haben, nachdem die Kunden ihre Tipps schon abgegeben hatten. Auch irreführende oder schwer verständliche Promotionen wurden des Öfteren beanstandet.

 

Ein wichtiges Thema der CMA ist der Verbraucherschutz. Hinzu kommen Fairness und Transparenz. Nun fordert die Behörde auf der einen Seite Beweise von den Glücksspiel-Anbietern gegen die Vorwürfe. Auf der anderen Seite werden Glücksspiel-Kunden aufgefordert, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten, sich bei der CMA zu melden und ihre Erfahrungen mitzuteilen.

 

Point of Consumption-Steuer macht Gewinne kaputt

 

Laut der Behörde spielen etwa 5,5 Mio. Menschen in Großbritannien regelmäßig auf Online Glücksspielseiten. Dadurch liegt das Marktvolumen bei jährlich etwa 4 Milliarden Pfund. Seit 2009 ist die Branche um 146 Prozent gewachsen. Die Untersuchung erfolgt zu einer Zeit ist der sich die Glücksspiel Anbieter immer mehr über steigende Steuern und regulatorische Hindernisse beschweren, welche die Gewinne kaputt machen. Seit Dezember 2014 gibt es im Vereinigten Königreich die „Point of Consumption“-Steuer. Mit dieser Steuer müssen die Betreiber 15 Prozent aller Gewinne abgeben, die sie von Spielern aus Großbritannien einfahren, auch wenn der Anbieter seinen Standort im Ausland hat. Die Steuer ist dazu gedacht, das Feld zwischen ausländischen und britischen Anbietern auszugleichen.

 

Insider und Experten sind nicht überrascht, dass die CMA nun eine General-Überprüfung angesetzt hat. Die Glücksspiel-Industrie würde immer noch viel zu viel Geld umsetzen. Als ein Ergebnis der neuen Steuer gab es in der britischen Glücksspiel-Szene viele Fusionen. So schlossen sich vor kurzem die Buchmacher Betfair und Paddy Power genauso wie Ladbrokes und Gala Coral zusammen. Der Inhaber von Sportingbet, GVC Holdings übernahm zudem den Konkurrenten bwin.party.

 

„Online Glücksspiel darf riskant, aber kein Schwindel sein“

 

Nisha Arora, der CMA Senior Director sagte in einer Pressemitteilung:

„Das Online Glücksspiel beinhaltet immer ein Risiko. Aber es darf kein Schwindel sein. Wir machen uns Sorgen, dass Spieler aus dem Grund verlieren, da die Anbieter es ihren Kunden zu schwermachen, ihre Spielbedingungen zu verstehen. Wir wollen nun untersuchen, ob es Anbieter gibt, welche das Gesetz brechen. Etwa 5,5 Mio. Briten spielen online. Sie alle müssen fair behandelt werden. Wir haben in letzter Zeit immer mehr Beschwerden gehört, dass Kunden in Aktionen mit sehr geringen Gewinnchancen und komplexen Konditionen gelockt werden. Wir arbeiten sehr eng mit der Regulierungsbehörde zusammen, um die Vorwürfe genau zu untersuchen.“

 

Sarah Harrison, CEO von der Regulierungsbehörde, fügte in der Pressemitteilung hinzu:

„Wir erwarten von der Glückspiel Industrie, dass die AGBs fair sind. Die Anbieter tun unserer Meinung nicht genug. Wir fürchten, dass sie ihre Kunden eher verwirren, als dass sie ihnen klare und verständliche Informationen liefern. Von der Natur aus muss Glücksspiel immer seine Risiken haben. Aber auf der anderen Seite müssen Kunden auch sicher sein, dass wenn sie einmal gewinnen, sie nicht das Gefühl bekommen wegen einer obskuren Bedingung in den ABGs, die sich nicht richtig verstanden haben, über den Tisch gezogen worden zu sein. Wir sind auf die CMA zugegangen und wollen mit der Behörde an den Problemen in der Glücksspiel-Szene arbeiten. Wir sind froh, dass wir uns auf ein gemeinsames Programm verständigen konnten, mit dem wir sicherstellen wollen, dass die Bedingungen fair und transparent sind.“

 

„Anbieter haben die Gesetze des Glücksspiels eigenmächtig neu definiert“

 

Brian Chappell, der im März dieses Jahres, nachdem einige seiner Wettkonten gesperrt wurden, die Initiavie „Gerechtigkeit für Wetter“ (Justice4Punters) gegründet hat, begrüßt die Untersuchung der CMA. Chapell berichtet von einem Fall, bei dem ein Mann ohne Probleme in kürzester Zeit 7.000 Pfund auf sein Konto einzahlen durfte. Doch nachdem er einige tausend Pfund gewonnen hatte, wurde sein Konto auf einmal beschränkt. Zudem wurde sein Wettlimit herabgesetzt und seine Teilnahme an diversen Promos gesperrt.

Chappell sagte:

„Die Buchmacher haben eigenständig die Regeln geändert. Die AGBs vieler Anbieter sind ein absoluter Skandal. Das Online Glücksspiel ist außer Kontrolle geraten, da die Anbieter die grundlegenden Gesetze neu definiert haben.“

Die Buchmacher würden Kunden, die mit viel Logik und Mathematik spielen, eindeutig benachteiligen. Wer Widerspruch einlegt, dessen Konto würde dann wegen einem Verstoß gegen die AGBs gesperrt. Nach außen hin würden die Buchmacher zudem die Zahlungen mit der Ausrede der Geldwäsche unnötig in die Länge ziehen.

 

Vereinigung der Online Wettanbieter geht von einzelnen Fehlern aus

 

Den Online Glücksspiel Anbietern drohen Strafen oder neue Vorschriften, nach denen sie sich richten müssen. Die Remote Gambling Association, welche die Online Wettanbieter repräsentiert, spielt den Fall herunter. Selbstverständlich würde man aber mit der CMA kooperieren. Man gehe aber von einzelnen Fehlverhalten aus. Wenn Fehler begangen wurden, sei es richtig, dass die CMA versuche diese aufzudecken. So könnte die ganze Branche dann daraus lernen. Noch sei es aber verfrüht Urteile über eine Untersuchung zu fällen, die gerade erst begonnen habe.