, 25.07.2016

Donald Trump

Donald Trump selbst war schon lange siegessicher. Doch inzwischen rechnen ihm auch immer mehr Buchmacher gute Chancen auf einen Wahlsieg zu! (Bildquelle)

In Cleveland, USA hielten die Republikaner vergangene Woche ihren großen Parteitag ab. Am Dienstag war Donald Trump dort formell nominiert worden. Am Donnerstag nahm der umstrittene Kandidat dann seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Partei offiziell an. Der 70-jährige Immobilienmogul aus New York will Barack Obama beerben und bei der US-Wahl am 8. November zum mächtigsten Mann der Welt gewählt werden. Schaut man auf die aktuellen Quoten der Buchmacher, scheint dies auch gar nicht mehr so unwahrscheinlich.

Inzwischen hat sich das Rennen um das US-Präsidentenamt bei den Buchmachern weltweit zum größten Nicht-Sport-Wettmarkt entwickelt. PaddyPower musste die Quoten auf den Wahlsieg von Trump auf eine 2,88 senken. Damit liegt die Wahrscheinlichkeit für den US-Präsidenten Trump aktuell bei 35 Prozent. Im April lag die Chance noch bei 23 Prozent. Doch nun fürchten die Wettanbieter große Verluste, wenn der ehemals große Außenseiter die Wahl gegen Hillary Clinton gewinnt.

Noch nie war ein Präsidentschaftskandidat bei den Wettern so beliebt

Féilim Mac An Iomaire, der Sprecher des irischen Buchmachers PaddyPower erklärte:

„Wir mussten, nachdem so viel Geld auf Trump gesetzt wurde, die Quote auf seinen Wahlsieg deutlich nach unten drücken. Es gab bei uns noch nie einen Präsidentschaftskandidaten, der bei den Wettern so beliebt war. Normalerweise zieht der Kandidat mit den kleineren Quoten die Mehrheit der großen Wetten an. Aber die Quoten zwischen Trump und Clinton sind inzwischen sehr eng. Das liegt auch daran, dass es seit Anfang des Jahres mehrere fünfstellige Wetten auf Trump gab. Sollte Trump zum Präsident gewählt werden, wäre das das schlechteste politische Ergebnis für die Buchmacher in der Geschichte.“

Auch andere Buchmacher wie William Hill mussten die Quoten auf Trump deutlich senken. Angefangen hatte der Milliardär beim Wettanbieter mit einer Quote von 151,00. Inzwischen liegt er bei 2,75. Bei William Hill gingen bisher schon 300 Prozent mehr Wetten auf die diesjährige Wahl ein, als auf die letzte im Jahr 2012. Ein Hauptgrund dafür ist sicher die Rivalität der prominenten Kandidaten Hillary Clinton und Donald Trump. Trotzdem liegt Hillary Clinton mit einer Quote von 1,44 noch vorne.

Wahlsieg nicht so sensationell wie Meistertitel von Leicester City

Der Presseverantwortliche von William Hill, Joe Crilly, bestätigte in einem Blogeintrag, dass ein Sieg von Trump bei der US-Präsidentschaftswahl zwar nicht so sensationell wäre, wie der Meistertitel von Leicester City in der Premier League. Aber im Bereich der politischen Wetten könnte es sicherlich die vergleichsweise kurzen Verstimmungen über das Ergebnis beim EU-Referendum und den Wahlsieg der Tories übertrumpfen.

Während Trump immer mehr zulegt, verliert Clinton immer mehr von ihrem Vorsprung. Für die Meinungsforscher von RealClear Politics liegt die Kandidatin der Demokraten nur noch mit 43,8 Prozent zu 41,1 Prozent vorne. Ende Juni führt sie noch mit 46,4 Prozent zu 39,6 Prozent. Somit geben die Meinungsforscher Trump sogar noch bessere Chancen auf einen Wahlsieg als die Buchmacher. Der Unterschied zwischen Trump und Clinton erinnert an die Prognosen zum Brexit.

Brexit kann für Wetten auf Trump sorgen

Laut PaddyPower könnte der überraschende Brexit auch dafür sorgen, dass viele auf einen Sieg von Trump wetten. Es habe in der Politik in der vergangenen Zeit einige Überraschungen gegeben, wie den Brexit, die Mehrheit der Conservative Party oder den klaren Sieg von Theresa May, die so von den Buchmachern nicht vorhergesagt wurden. Dies könnte die Wetter dazu verleiten auch beim US-Präsidentschafts-Wettmarkt auf den Außenseiter zu setzen.

Auch die Strategen der Citigroup haben die Chancen von Trump auf einen Wahlsieg neu bewertet. Die Chancen für den Präsident Trump schätzen sie aktuell auch bei 35 Prozent ein. Zuvor lag die Wahrscheinlichkeit von Citigroup bei 20 Prozent. Inzwischen geht man zwar noch nicht definitiv von Trumps Wahl aus, kann sie aber auch nicht mehr ausschließen.

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