Carlos Mortensen und Todd Brunson werden 2016 in Poker Hall of Fame aufgenommen

, Oktober 17, 2016

Poker Hall of Fame 2016

Tedd Brunson und Carlos Mortensen sind die neusten zwei Mitglieder in der Poker Hall of Fame. Mortensen ist der erste Europäer in der HoF. Brunson ist der Sohn von Legende Doyle Brunson. (Bildquelle)

Jedes Jahr dürfen Poker-Fans auf der ganzen Welt darüber abstimmen, wer in die Poker Hall of Fame (HoF) aufgenommen wird. Im ersten Schritt können Vorschläge mit einer kurzen Begründung auf der WSOP-HoF-Seite eingereicht werden. Die Top 10 mit den meisten Stimmen werden dann vom Poker Hall of Fame Governing Council geprüft. Die bisherigen HoF-Mitglieder wählen dann zusammen mit ausgewählten Poker-Journalisten die ein bis zwei neuen Mitglieder der Poker Hall of Fame. Die Aufnahme Feier findet jährlich im Rahmen der November Nine in Las Vegas statt. Nun wurden die Poker Hall of Fame Mitglieder des Jahres 2016 bekannt gegeben. Neu aufgenommen werden in diesem Jahr die Pokerprofis Carlos Mortensen und Todd Brunson.

 

Neben Mortensen und Brunson wurden 2016 noch Chris Bjorin, Humberto Brenes, Eli Elezra, Bruno Fitoussi, Chris Moneymaker, Max Pescatori, Matt Savage und David Ulliott für die Aufnahme nominiert. Laut der 44-köpfigen Jury war die Abstimmung selten so knapp wie in diesem Jahr. Doch aktuell werden jährlich maximal zwei Kandidaten aufgenommen.

 

Carlos Mortensen: WSOP Main Event Gewinner und Nummer 1 der spanischen Geldrangliste

 

Carlos Mortensen wurde als Sohn eines Dänen und einer Spanierin in Ecuador geboren und lebte dort bis zum Jahr 1987, als seine Familie nach Spanien zog. In den späten 1990er Jahren zog Mortensen von Spanien in die USA, um dort professionell Poker zu spielen. Das Highlight seiner Karriere ereignete sich 2001. In diesem Jahr gewann er den WSOP Main Event für ein Preisgeld von 1,5 Mio. Dollar. Zudem ist Mortensen der einzige Spieler, der den WSOP Main Event und das WPT World Championship gewinnen konnte. Aktuell führt der heute 44-jährige zudem mit 6,7 Mio. Dollar die Allzeit-Geldrangliste der WPT an.

 

Insgesamt konnte Mortensen in seiner Karriere zwei WSOP-Bracelets sowie drei WPT-Titel gewinnen. An den Live-Tischen hat er bisher 11,9 Mio. Dollar gewonnen. Mit diesem Preisgeld führt er die spanische Allzeit-Geldrangliste an. In der weltweiten Allzeit-Geldrangliste belegt er Platz 25. Der Spanier ist der erste Europäer, der in die Poker Hall of Fame aufgenommen wird. Mortensen sagte nach der Bekanntgabe seiner Aufnahme:

„Ich spiele nun seit mehr als 20 Jahren professionell Poker. Das Spiel hat mir so viele Dinge gegeben, die ich über alles liebe. Ich wollte schon immer ein Teil der besten Spieler in der Poker Hall of Fame sein. Dass ich nun zu diesen Legenden gehöre, macht mich sehr glücklich. Ich möchte allen meinen Freunden, allen Pokerfans und allen, die für mich gestimmt haben, für diese Ehre danken.“

 

Todd Brunson: Sohn von Poker-Legende Doyle Brunson

 

Kandidat Nummer zwei ist der Sohn einer Legende. Todd Brunson, der Sohn von Poker-Altmeister Doyle Brunson, der schon 1988 in die Poker Hall of Fame aufgenommen wurde, hat sich in der Szene als High Stakes Cash Games Spieler einen Namen gemacht. Mit den Cash Games soll er in seiner Karriere über 20 Mio. Dollar gewonnen haben. Bei einem Heads-up $50.000/$100.000 Limit Hold’em Cash Game gewann der heute 47-jährige einmal an zwei Tagen alleine 13,5 Mio. Dollar. Brunson lernte das Pokerspiel auf dem College und brach sein Studium ab, um Pokerprofi zu werden. 2005 holte er sich sein erstes und bisher einziges WSOP-Bracelet. Doyle und Todd wurden somit das erste Vater-Sohn-Duo, die beide ein Turnier bei der World Series of Poker gewinnen konnten. Nun sind die beiden natürlich auch das einzige Vater-Sohn-Duo, welches in die Poker Hall of Fame aufgenommen wurde. Seine Gewinne bei Live-Turnieren liegen aktuell bei 4,2 Mio. Dollar. Damit liegt er auf Platz 69 der weltweiten Allzeit-Geldrangliste.

 

Zu seiner Aufnahme sagte Brunson:

„Es ist eine unglaubliche Ehre, dass mich meine Kollegen in die prestigeträchtige Hall of Fame gewählt haben. Ich bin sprichwörtlich mit den Aufnahme-Zeremonien aufgewachsen. Ich habe die Mitglieder immer respektiert und bewundert. Dass ich jetzt auch dazugehöre, ist eine einmalige Ehre.“

 

Sind die Aufnahme-Kriterien noch zeitgemäß?

 

In die Poker Ruhmeshalle aufgenommen kann nur werden, wer ein paar Kriterien erfüllt:
– Der Kandidat muss mindestens 40 Jahre alt sein
– Der Kandidat muss High Stakes gespielt haben
– Der Kandidat muss gegen allgemein als Top-Spieler anerkannte Gegner gespielt haben
– Der Kandidat muss konstant gut gespielt haben und sich so den Respekt der Anderen verdient haben
– Der Kandidat muss sich über die Jahre bewährt haben
– Für Nicht-Spieler gilt, dass sie durch positive und andauernde Effekte zum Wachstum und Erfolg des Poker-Spiels beigetragen haben müssen

 

Die Nominierung der Poker Hall of Fame führt inzwischen fast jedes Jahr zu Diskussionen. Viele Spieler plädieren dafür, dass die Kriterien angepasst werden und beispielsweise in Zukunft auch Online Erfolge berücksichtigt werden. Gegründet wurde die Poker Hall of Fame im Jahr 1979 vom Binion’s Horseshoe Casino in Las Vegas. Seit 2015 haben es 50 Mitglieder in die Hall of Fame geschafft. 27 von ihnen sind noch am Leben:

 

– Johnny Moss (1979)
– Nick Dandolos (1979)
– Felton McCorquodale (1979)
– Red Winn (1979)
– Sid Wyman (1979)
– Bill Hickok (1979)
– Edmond Hoyle (1979)
– T. Forbes (1980)
– Bill Boyd (1981)
– Tom Abdo (1982)
– Joe Bernstein (1983)
– Murph Harrold (1984)
– Red Hodges (1985)
– Henry Green (1986)
– Walter Pearson (1987)
– Doyle Brunson (1988)
– Jack Straus (1988)
– Fred Ferris (1989)
– Benny Binion (1990)
– David Reese (1991)
– Thomas Preston (1992)
– Jack Keller (1993)
– Little Man Popwell (1996)
– Roger Moore (1997)
– Stu Ungar (2001)
– Lyle Berman (2002)
– Johnny Chan (2002)
– Bobby Baldwin (2003)
– Berry Johnston (2004)
– Jack Binion (2005)
– Crandell Addington (2005)
– T. J. Cloutier (2006)
– Billy Baxter (2006)
– Phil Hellmuth (2007)
– Barbara Enright (2007)
– Dewey Tomko (2008)
– Henry Orenstein (2008)
– Mike Sexton (2009)
– Dan Harrington (2010)
– Erik Seidel (2010)
– Barry Greenstein (2011)
– Linda Johnson (2011)
– Eric Drache (2012)
– Brian Roberts (2012)
– Tom McEvoy (2013)
– Scotty Nguyen (2013)
– Jack McClelland (2014)
– Daniel Negreanu (2014)
– Jennifer Harman (2015)
– John Juanda (2015)