, 21.12.2016

James Packer

Der Casino Mogul James Packer zieht sich weiter aus Asien zurück. Dafür konzentriert er sich auf den heimischen Markt in Australien und eröffnet bald ein neues 2 Mrd. Dollar Casino in Sydney. (Bildquelle)

Der Casino Mogul James Packer gehört aktuell zu den reichsten Australiern. Von seinem Vater, dem Medienunternehmer Kerry Packer, übernahm er nach dessen Tod im Jahr 2000 den Glücksspielkonzern Crown Limited. Nun verkaufte Packer einen großen Teil seiner Beteiligung am asiatischen Casino-Betreiber Melco Crown.

 

Haupt-Eigentümer von Melco Crown ist der Packer-Freund Lawrence Ho, der Erbe des legendären Hongkonger Milliardärs Stanley Ho. Das Unternehmen betreibt Spielhäuser in Hong-Kong, Macau und auf den Philippinen.

 

Der Verkauf der Anteile erfolgt zu einer Zeit, in der die Casinos in Macau im vierten Monat in Folge einen Zuwachs vermeldet hatten. Packer will sich in Zukunft wieder verstärkt auf seinen Heimatmarkt Australien konzentrieren.

 

2016 war nicht unbedingt das Jahr von James Packer. Zwar verlobte er sich im Januar mit seiner Freundin, der Sängerin Mariah Carey. Doch im Oktober 2016 kam das Aus für das Paar und nach fast zwei Jahren Beziehung wurde die Trennung bekannt gegeben. Carey fordert nach dem Ende der Beziehung 50 Mio. Dollar Schadensersatz von ihrem ehemaligen Verlobten.

 

Sie habe wegen ihm viel Geld verloren, habe ihre Musik-Karriere vernachlässigt und sei nach dem Zerwürfnis immer noch traumatisiert. Zudem habe Packer ihr finanzielle Versprechungen gemacht, die er nie eingehalten habe. Den 10 Mio. Dollar teuren Verlobungsring soll Carey auch behalten haben.

 

18 Crown Mitarbeiter sitzen in China immer noch im Gefängnis

 

Die nächste schlechte Nachricht kam aus China. Dort wurden Mitte Oktober 18 Angestellte des Crown Resorts wegen Verstößen gegen die Glücksspielgesetze festgenommen worden. Die Mitarbeiter befinden sich während der anhaltenden Ermittlungen noch immer in Haft. Erst im nächsten Jahr will die Polizei entscheiden, ob die Angestellten des Casinos auch angeklagt werden. Laut dem australischen Rundfunksender ABC stehen die Festnahmen in Zusammenhang mit dem Versuch von Crown, reiche Chinesen in die Kasinos zu locken.

 

Werbung für Glücksspiel ist in China aber verboten. Die chinesische Sonderverwaltungsregion Macau ist der einzige Ort in China, an dem Glücksspiel legal ist. Im restlichen China ist der Betrieb von Casinos verboten. Nach diesen Ereignissen, scheint Packer keine Zukunft mehr im chinesischen Casino-Markt zu sehen.

 

Als die chinesische Regierung zudem noch bekannt gab, dass man strikter gegen ausländische Glücksspielkonzerne vorgehen wolle und das Auszahlungslimit von Festlandbesuchern halbieren wolle, damit mehr Geld im eigenen Land behalten werde, stieg der Kurs der Melco Crown Aktie allein im November um 13 Prozent.

 

Das schien für Packer der richtige Zeitpunkt zu sein, um aktiv zu werden. Er beschloss, in drei Tranchen seine Anteile an Melco Crown Entertainment von 34,3 auf 11,2 Prozent zu reduzieren. Zudem gab er seine Ämter als Vorsitzender und Vorstandsmitglied auf.

 

Packer konzentriert sich auf 2 Milliarden Dollar teuren Casino-Bau in Sydney

 

James Packer will sich in Zukunft wieder voll und ganz auf das Casino- und Hotelgeschäft in seinem Heimatland Australien konzentrieren. Im Mittelpunkt der neuen Strategie steht der prestigeträchtige Bau des mindestens 2 Milliarden Dollar teuren Casino-Turms im neuen Finanzzentrum Barangaroo in Sydney.

 

In den vergangenen Monaten und Jahren hatte sich Packer schon aus Ländern wie Amerika, Japan und Sri Lanka zurückgezogen. Die Verkäufe waren unter anderem nötig geworden, da Packer mehrere Milliarden Dollar brauchte, um sich in einem Erbstreit mit seiner Schwester Gretel zu einigen.

 

Der Anteilsverkauf von Melco Crown dürfte Packer nun rund 1,9 Milliarden Dollar bringen. Aufgrund des Vorgehen der chinesischen Behörden gegen reiche Glücksspieler war der Umsatz mit Melco Crown um 45 Prozent gesunken. In den australischen Casinos waren die Umsätze in diesem Jahr schon um 12 Prozent zurückgegangen.

 

Der Casino Mogul hält aktuell 48 Prozent am börsennotierten Crown Limited Konzern. Trotz der schlechten Zahlen eröffnete Packer Ende Oktober sein neues Hotel „Crown Perth“ in Studio City in Macau und zudem ein Glücksspielresort in Perth für 700 Mio. Dollar. Vor allem der Bau in Perth soll in Zukunft den Bestand des Packer-Konzerns absichern.

 

Packer hofft auf goldene Casino-Zukunft in Japan

 

Nach dem Verkauf seiner Anteile hält Packer aber immer noch 11,2 Prozent an Melco Crown. Er möchte wohl nicht komplett aus dem asiatischen Geschäft aussteigen, da sich aktuell in Japan ein neuer Glücksspiel-Markt formiert. In der Vergangenheit waren Casinos in Japan illegal gewesen. Doch die Regierung unter Premier Shinzo Abe hatte im Dezember ein Gesetz zur Regulierung des Marktes verabschiedet.

 

Läuft alles nach Plan, könnten in etwa fünf Jahren in Japan die ersten legalen Casinos ihren Betrieb aufnehmen. Japan könnte der zweitgrößte Casinomarkt der Welt hinter der chinesischen Insel Macao werden. Die US-Investmentbank Union Gaming Group schätzt das anfängliche Umsatzpotenzial auf jährlich 7,4 Milliarden Euro, weit mehr als in Las Vegas.

 

Crown Resorts ist ein australisches Unternehmen mit Firmensitz in Melbourne, das Spielbanken und Hotels betreibt. Das Unternehmen ist seit dem 3. Dezember 2007 an der Australian Securities Exchange gelistet. Crown Limited übernahm die Position der ehemaligen Muttergesellschaft Publishing and Broadcasting Limited. Im Geschäftsjahr 2012/2013 setzte die Unternehmensgruppe 2,894 Milliarden AUD (2,017 Milliarden EUR), bei einem Netto-Gewinn von 395,8 Millionen AUD, um.