, 20.11.2013

Horseshow Casino Cincinnati, Glücksspiel

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Das Horseshoe Casino in Cincinnati geriet diese Woche weltweit in die Schlagzeilen, als es im Rahmen einer Gewinnspielaktion einen Preis an den falschen Mann vergab. Das Casino erwies sich als großzügig und er durfte den Preis behalten, doch war es kein guter Start für das erst vor einem knappen halben Jahr eröffnete Casino.

Das Horseshoe Casino wird von Rock Ohio Caesars betrieben, einer Kooperation von Caesars Entertainment und Rock Gaming. Bereits im May 2012 wurde ein Horseshoe Casino in Cleveland eröffnet, während das Horseshoe Casino Cincinnati erst im März 2013 folgte. Letzteres verfügt über 2000 Spielautomaten, 85 Tischspiele und einen Pokerraum der World Series of Poker mit 31 Tischen.

2009 war Glücksspiel in Ohio zum ersten Mal erlaubt worden, nachdem die Wähler einer entsprechenden Änderung der Verfassung des US-amerikanischen Bundesstaates zustimmten. Insgesamt brauchte die Pro-Glücksspiellobby fünf Anläufe, um genügend Ja-Stimmen zu erhalten. Gesponsert wurde die Initiative von Rock Ohio und Penn Gaming, die beide auch später Casinolizenzen erhielten.

Warum klappte es beim fünften Mal? Als ausschlaggebend erwies sich ein Zusammenspiel aus der schlechten wirtschaftlichen Gesamtsituation des Bundesstaats Ohio, dem Haushaltsdefizit des Gesetzgebers und der Tatsache, dass die an Ohio angrenzenden Staaten (bis auf Kentucky, welches Glücksspiel im Wesentlichen auf Pferdewetten beschränkt) zu diesem Zeitpunkt Glücksspiel erlaubt hatten.

Der Betrieb von vier Casinos wurde genehmigt, jeweils eins in Cincinnati, Columbus, Cleveland und Toledo. Der Bauort wurde im Voraus genau festgelegt. Die Sponsoren der Initiative besaßen bzw. hielten Optionen auf jeweils zwei der Standorte. Die Rahmenbedingungen waren für den Staat lukrativ. Jeder der Casinobetreiber muss eine Lizenzgebühr von 50 Millionen US-Dollar zahlen, mindestens 250 Millionen US-Dollar investieren und der Steuersatz für den Betrieb wurde mit 33 Prozent festgelegt.

Angesichts dieses langen und oft kontrovers diskutierten Legalisierungsprozesses ist es kein Wunder, dass die zuständige Aufsichtsbehörde die Panne im Horseshoe Casino Cincinnati nicht auf die leichte Schulter nahm. Ein Sprecher sagte, man werde untersuchen, wie es zu dem Fehler kam, um sicherzustellen, dass das Casino die richtigen Maßnahmen implementiert, um Werbe- und Geschenkaktionen in Zukunft korrekt durchzuführen. Allerdings scheinen erste Zwischenergebnisse menschliches Versagen als Fehlerursache zu bestätigen.

Was war passiert? Das Horseshoe Casino veranstaltet derzeit eine Sommeraktion, bei der dreimal ein Preis von einer Million US-Dollar vergeben werden soll. Trotz der unvorhergesehenen Doppelvergabe soll der dritte Preis wie geplant vergeben werden.

Letzte Woche informierte ein Mitarbeiter des Horseshoe Casinos einen Spieler, dass er einen Preis gewonnen hätte – eine Million US-Dollar. Kevin Lewis suchte prompt das Casino am Samstag auf, um den Preisscheck abzuholen. Als im Anschluss an die Übergabe die Aufzeichnungen einer Überwachungskamera angesehen wurden, fiel auf, dass der Preis an den falschen Mann übergeben worden war.

An jenem Tag hatten zwei Männer mit dem Namen Kevin Lewis das Casino besucht und gespielt. Beide sahen ähnlich aus und waren ungefähr gleich alt. Die Sprecherin des Horseshoe Casinos lastete den Fehler menschlichem Versagen an, sagte aber nicht, ob den entsprechenden Mitarbeitern des Casinos nun ein Disziplinarverfahren bevorstünde. Das Casino übernahm die volle Verantwortung für den Fehler und entschied sich, dass beide Kevin Lewis den Preis erhalten sollten. Die positiven Pressereaktionen zeigen, dass diese großzügige Entscheidung nicht nur bei den beiden Kevin Lewis, sondern auch bei anderen Kunden gut ankommt.