, 11.08.2015

Das Ritz Casino, London

Das Ritz Casino in London (Bildquelle: www.theritzclub.com)

Der Schweizer Milliardär Safa Abdulla Al Geabury war bis 2014 Stammgast im noblen Ritz Casino, London. Zudem war er Mitglied im exklusiven High Roller Club des Casinos, dem Ritz Club. Im Februar des vergangenen Jahres verlor er dann im Ritz an einem Abend beim Roulette 2,2 Mio. Pfund. Die Schulden aus dieser Gaming-Session zahlte er mit einem ungedeckten Scheck und weigerte sich danach, seine Schulden beim Casino zu begleichen. Somit verklagte das Ritz den Milliardär auf Rückzahlung seiner Spiel-Schulden.

Der 52-jährige Al Geabury ging als Antwort auf die Klage selbst gegen das Casino vor Gericht. Er argumentierte, dass das Casino von seinem Spielproblem gewusst habe und ihn hätte gar nicht spielen lassen dürfen. Er verlangte 5,2 Mio. Pfund von dem Casino, als Schadensersatz für Verluste von Spiel-Sessions aus den Jahren 2010 bis 2014. Laut eigenen Angaben habe er sich schon 2009 selbst aus dem Ritz Club ausgeschlossen.

Ein Gericht in London lehnte nun die Klage von Al Geabury ab. Als Begründung wurde aufgeführt, dass Al Geabury selbst für sein eigenes Fehlverhalten schuldig sei. Der Angeklagte musste zugestehen, dass er niemand im Casino von seinem Spielproblem erzählt habe. Zudem konnte er ein Glücksspiel-Problem zu der besagten Zeit nicht glaubwürdig nachweisen. In der Verhandlung kam auch zum Vorschein, dass Al Geabury an dem Abend seiner großen Pechsträhne weitere 5 Mio. Pfund von dem Casino zum Zocken wollte, diese aber nicht bekam. Das Ritz argumentierte, dass Al Geabury auch nach seinem Rückzug aus dem Ritz Club immer wieder reiche Kunden zum Spielen in das Casino gebracht habe. Der Anwalt des Ritz machte des Weiteren glaubhaft, dass die Verluste des Milliardärs bei dessen Vermögen keine große Bedeutung hätten.

Frau des omanischen Außenministers verliert Klage gegen Ritz

Auf Grund fehlender Schulden-Zahlungen von zahlreichen High Rollern rutschte das Ritz in den letzten Monaten immer mehr in die roten Zahlen. Deswegen verfolgt das Casino seit geraumer Zeit eine aggressive Strategie, um die Gelder wieder zurückzubekommen. Allein in den vergangenen 12 Monaten ging das Ritz gegen 10 Kunden vor Gericht. Im vergangenen Jahr gewann das Ritz Casino einen ähnlichen Fall gegen Noora Al-Daher, die steinreiche Frau des Außenministers von Oman. Auch sie wollte ihre Schulden beim Casino in Höhe von 2 Mio. Pfund nicht bezahlen. Vor Gericht argumentierte sie mit einer angeblichen Spielsucht. Sie hätte gar keinen Kredit zum Spielen bekommen dürfen. Auch in diesem Fall argumentierten die Richter, dass Noora Al-Daher so reich sei, dass es für sie kein Problem darstelle die Schulden zu bezahlen. Und damit habe auch die Spielbank nicht gegen geltendes Recht verstoßen.

Österreichische Spieler klagen gegen Casinos

Im deutschsprachigen Raum sind vor allem aus Österreich Fälle bekannt, wo Spieler nach einem großen Verlust ihr Geld mit Hilfe einer angeblichen Spielsucht zurückbekommen wollten. So hatte 2013 ein 38-jähriger Vorarlberger vom Casino St. Gallen 1,6 Millionen Euro gefordert. Auch seine Begründung lautete, dass er als Spielsüchtiger hätte gesperrt werden müssen. Er habe zwar zuerst den Jackpot in Höhe von 3,5 Mio. Franken geknackt, aber danach angeblich insgesamt vier Mio. Euro wieder verspielt. Der Vorarlberger, der in den Casinos in Österreich und Deutschland schon Hausverbot hatte, besuchte wohl rund 250 Mal pro Jahr das Casino in St. Gallen. Zum Zeitpunkt der Verhandlung hatte er noch rund eine Mio. Euro Schulden. Gut ein Jahr dauerte der Prozess zwischen dem Spieler und der Spielbank. Dann einigten sich die beiden Parteien außergerichtlich. Wie der Deal aussah, ist nicht bekannt.

Ein anderer Fall begann Ende 2014 ebenfalls in Österreich. Ein Spielsüchtiger aus Wien verklagte die Novomatic-Tochter „Austrian Gaming Industries“, da er in diversen Casinos des Konzerns nicht vom Spielen abgehalten wurde. Er habe nach eigenen Angaben über mehrere Jahre hinweg an Novomatic-Automaten mehr als eine Million Euro verloren. Das Wiener Neustädter Zivilgericht sprach dem Mann in erster Instanz einen Schadensersatz von 437.950 Euro zu. Ein Guthaben bestätigte seine Spielsucht. Der Spieler sei somit geschäftsunfähig gewesen. Novomatic wollte gegen das Urteil in Berufung gehen. Bis heute wurde kein weiteres Urteil zu dem Fall gesprochen.