, 05.01.2016

Croupier betrügt Casino

Dank eines eingenähten Kanals in seiner Hose konnte ein rumänischer Croupier über Monate das Londoner Genting Casino um Tausende Pfund betrügen. (Bildquelle: DailyMail.co.uk)

Die Gäste im Londoner Genting Casino Cromwell Mint bekamen an den Glücksspieltischen, ohne etwas zu bemerken, monatelang von einem rumänischen Croupier einen verblüffenden Zaubertrick vorgeführt. In zahlreichen Glücksspiel-Sessions lies der Croupier unbemerkt Chips in seiner Hosentasche verschwinden. Doch die Chips blieben nicht in der Hosentasche, sondern verschwanden umgehend in den Socken des Croupiers. So ergaunerte er sich Tausende von Pfund. Nun flog der Betrug auf und der Casinoangestellte wurde verhaftet.

Normalerweise sind Chipdiebstähle durch Croupiers in Casinos recht selten, da die Mitarbeiter während ihrer Arbeit von unzähligen Sicherheitskameras überwacht werden und kaum Chancen haben, Chips zu stehlen. Doch in London konnte ein Mitarbeiter mehrere Monate unbemerkt Chips in wahrsten Sinne des Wortes in seine eigene Tasche verschwinden lassen. Eine gewisse Kreativität muss man dabei dem rumänischen Croupier im Londoner Genting Casino ja durchaus zugestehen.

Er betrog seinen Arbeitgeber, indem er die Spielchips in einer falschen Hosentasche verschwinden ließ, von wo aus diese direkt durch einen eingenähten Kanal in seine Socken rutschen konnten. In seinen Zigarettenpausen auf der Feuertreppe übergab er die geklauten Chips dann an seine Komplizin.

Seine Helferin wurde als „wunderschön aussehende Osteuropäerin“ bezeichnet. Zudem wird vermutet, dass ein Freund des Croupiers dann einige Tage später die Chips an der Kasse des Casinos wieder in Bargeld umtauschte.

Polizei findet 12.000 Pfund bei dem Croupier

Wie viel Geld der Rumäne so ergaunern konnte, ist noch unklar. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei 12.000 Pfund in Bar. Das Genting Casino gehört der Genting Group, einer Glücksspiel-Gruppe aus Malaysia, welche auch den ältesten privaten Glücksspiel-Klub in London, das Crockfords, betreibt. Das Crockfords bietet im Stadtteil Mayfair schon seit 1828 Glücksspiele an. In die Schlagzeilen kam das Crockfords vor allem, als es von Pokersuperstar Phil Ivey im Mai 2013 verklagt worden war. Ivey hatte im August 2012 beim Punto Banco 7,8 Mio. Pfund im Crockfords gewonnen. Das Casino verweigerte die Auszahlung, da der Pokerprofi einen Fehler im Kartendeck ausgenutzt und so auf nicht reguläre Weise gewonnen habe. In erster Instanz scheiterte Ivey vor Gericht. Im November 2015 wurde dann aber Iveys Antrag auf Berufung gewährt und so muss der Fall 2016 erneut verhandelt werden.

Der Croupier im Genting Casino war erwischt worden, da er mit der Zeit doch etwas unvorsichtig geworden war und während der Arbeit den Verdacht seiner Vorgesetzten erregt hatte. So wurde er im Dienst genauestens überwacht. Eines Abends wurde er dann von der Security durchsucht, bevor er die Chips an seine Komplizin hatte weitergeben können. Ein Sprecher des Casinos berichtete, dass bei der Durchsuchung die Chips nur so aus ihm herausgefallen seien. Die Polizei wurde daraufhin herbeigerufen. Der Mann wurde zur weiteren Befragung aufs Polizeirevier mitgenommen. Danach wurde auch seine Wohnung durchsucht. Das Casino will seinen Angestellten, der ohne Trinkgelder 30.000 Pfund pro Jahr verdient haben soll, aber nicht verklagen. Er wurde nur auf der Stelle fristlos entlassen.

Auch Wayne Wagner versteckte Chips in Socken

Vor sechs Jahren hatte es den letzten bekannten Betrugsversuch eines Croupiers in Großbritannien gegeben. Der Mitarbeiter des Grosvenor Victoria Casino in Central London, Wayne Wagner, versteckte ebenfalls während der Arbeit Spielchips in seinen Socken. Über sechs Jahre konnte Wagner so fast 70.000 Pfund stehlen. Nach einem Geständnis musste der Croupier für 15 Monate ins Gefängnis. Im Jahr 2006 war der Casino Manager Paul Kennedy zu 20 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte vier Jahre lange jeden Tag 1.000 Pfund in Spielchips aus dem Stanley Casino in Guildhall Walk, Portsmouth, entwendet. Der damals 41-jährige Kennedy war erwischt worden, als ein Kollege beobachtet hatte, wie der Casino Manager sich einen 25 Pfund Chip in seine Hosentasche steckte. Die gesammelten Chips hatte er dann für seinen Komplizen David Ho in einer Toiletten-Kabine versteckt.