, February 21, 2017

Ema Zajmovic sitzt am Pokertisch im Casino und triumphiert.

Die Kanadierin Ema Zajmovic hat als erste Frau ein offenes Main Event der World Poker Tour gewonnen. (Bildquelle)

Die Kanadierin Ema Zajmovic konnte sich als erste Frau in der Geschichte der World Poker Tour (WPT) den Titel im offenen Main Event der Turnierserie sichern. Die junge Frau setzte sich letzte Woche erfolgreich gegen 380 Kontrahenten durch und kassierte einen Gewinn in Höhe von rund 260.000 kanadischen Dollar (umgerechnet ca. 190.000 Euro). Das WPT Main Event fand im Playground Poker Club im kanadischen Kahnawake statt. Die weltbekannte Veranstaltungsreihe ging damit bereits in die 15. Saison. Sponsor des Events war partypoker.net.

 

Meilenstein der Pokergeschichte und ein starkes Zeichen für alle Frauen

Zwar konnte die Amerikanerin Van Nguyen bereits 2008 einen Titel bei der WPT holen, jedoch „nur“ beim WPT Celebrity Invitational, das im Gegensatz zum Partypoker.net WPT Playground Main Event ohne offenes Buy-In gespielt wurde. Damit ist Ema Zajmovic die erste Frau in der Geschichte der World Poker Tour, die ein offenes Turnier für sich entscheiden konnte. Neben dem Preisgeld kann sie sich über einen Platz beim einladungsgebundenen WPT Tournament of Champions im April und natürlich den heiß ersehnten WPT-Gürtel freuen. Zu ihrem Sieg und seiner Bedeutung für Frauen in der von Männern dominierten Pokerwelt äußerste sie sich wie folgt:

„Ehrlich gesagt bin ich wirklich glücklich, bewiesen zu haben, dass Frauen es auch schaffen können. Das Lustigste und Schönste an dieser ganzen Erfahrung ist, dass so viele Frauen gekommen sind und mich unterstützt haben. Das war toll. Als ich angefangen habe, Poker zu spielen, gab es einen großen Konkurrenzkampf unter den Frauen. Es war schwer, gut zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Mittlerweile hat sich vieles verändert und es ist schön zu sehen, dass mich sowohl ältere als auch jüngere Frauen unterstützt haben.“

Die Profispielerin lebt in Montreal und spielt für gewöhnlich Live Cash Turniere. Ihr deutscher Rivale Hendrik Latz landete auf dem 20. Platz.

 

Eine Turnierserie von Weltrang und der Ritterschlag für Zajmovic

Die World Poker Tour gehört neben der World Series of Poker und der kürzlich durch die PokerStars Championship ersetzten European Poker Tour zu den prestigeträchtigsten Pokerturnieren der Welt. Seit ihrer Gründung 2002 konnte die WPT dank Live-Übertragungen ihrer Finaltische im Fernsehen ihren Einfluss und Bekanntheitsgrad konsequent steigern. Neben einem Triumph bei einem offenen Event dieser Preisklasse konnte sich Ema Zajmovic außerdem über ein ganz besonderes Kompliment freuen. Mike Sexton, WPT-Kommentator und einst selbst Meister, beschrieb die junge Frau aus Montreal so:

„Sie ist ein Mix aus Phil Ivey und Vanessa Selbst.“

Damit nimmt er Bezug auf ihren aggressiven Spielstil, dem sie ihren Sieg maßgeblich zu verdanken hat. Der Vergleich mit Vanessa Selbst dürfte Ema Zajmovic besonders stolz gemacht haben, denn die US-Amerikanerin ist mit einer Gewinnsumme von rund 12 Millionen US-Dollar die aktuell erfolgreichste Frau im Pokergeschäft.

 

Deutsche Beteiligung an der World Poker Tour

Deutschland liegt mit zehn Gewinnern insgesamt auf Platz vier der nach Nationalitäten geordneten WPT-Rangliste. Auf dem Treppchen stehen die USA, Kanada und das Vereinigte Königreich an dritter Stelle. Zu den bekannten deutschen Namen aus der Vergangenheit zählen Stefan Schillhabel und Dietrich Fast, die beide erst 2016 eine Veranstaltung für sich entscheiden konnten. Julian Thomas triumphierte 2013 in Prag, Dominik Nitsche 2012 in Johannesburg und Sebastian Homann 2010 in Marrakesch. Marvin Rettenmaier aus Leonberg konnte sogar bereits zweimal den Titel in einem Main Event erringen.

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