, August 14, 2017

Das Innere des neuen Admiral Casinos in Liechtenstein

Im neuen Admiral Casino in Liechtenstein erwarten die Besucher über 100 Spielautomaten. (Bildquelle)

Im Fürstentum Liechtenstein hat nach langem Hin und Her endlich das erste Casino des Landes seine Pforten für die Besucher geöffnet. Am 9. August hat die neue Spielbank in der Gemeinde Ruggell offiziell ihren Betrieb aufgenommen. Mit dem neuen Standort im Geschäftszentrum Kokon endet eine lange Durststrecke für Spieler aus Liechtenstein. Bis noch vor wenigen Jahren zeigte sich die Regierung glücksspielfeindlich. Betreibergesellschaft des neuen Hauses ist die Casino Admiral AG, eine Tochter des österreichischen Softwareriesen Novomatic. Anteilseigner sind außerdem die Schweizer ACE Casino Holding sowie das ebenfalls schweizerische Grand Resort Bad Ragaz. Die Lage am Dreiländereck von Liechtenstein, Österreich und der Schweiz macht das Geschäft besonders attraktiv. Auch süddeutsche Spielbanken müssen sich auf neue Konkurrenz einstellen. Im Wettrennen um das erste Casino im Land hat Novomatic schlussendlich die Nase vorn gehabt, doch die Casinos Austria AG will sich nicht geschlagen geben und plant die Eröffnung einer Spielstätte im „Pirandello“ in Schaanwald.

 

Baubeginn ohne Bewilligung

Mit dem Investment in Ruggell ist Novomatic auch ein Risiko eingegangen. Denn eine offizielle Bewilligung lag noch nicht vor. Um diese erhalten zu können, müssen Bewerber jedoch mindestens einen Mietvertrag vorlegen. Daran haben sich auch die Österreicher gehalten und bereits vor Jahren mit den Vorbereitungen und dem Umbau der Räumlichkeiten begonnen, ohne die Lizenz in Händen zu halten. Erst wenige Tage vor der geplanten Eröffnung gab Verwaltungsratspräsident Stefan Hassler von Admiral bekannt:

„Wir haben heute die Bewilligung vom Amt für Volkswirtschaft erhalten, und damit können wir am Mittwoch das Casino im Kokon eröffnen.“

Die Besucher des neuen Casinos in Ruggell profitieren von freiem Eintritt, während die 45 Mitarbeiter des Hauses für ein rundum sorgloses Spielerlebnis sorgen. Über 100 Spielautomaten, teils mit Jackpots, und fünf Tische erwarten die Gäste, darunter auch beliebte Casinospiele wie Roulette und Blackjack. Die Eröffnung ging ohne großen Medienrummel über die Bühne.

 

Letztes Casino 1846 geschlossen

Glücksspiel im Allgemeinen und Casinos im Besonderen waren in Liechtenstein bis dato quasi inexistent. Über 170 Jahre lang verfolgte die Regierung einen glücksspielfeindlichen Kurs. Noch 1999 lehnte der damalige Regierungschef Mario Frick die Ansiedelung eines Casinos in seinem Land mit der Begründung ab, dass man dein Eindruck eines „Eldorado“ vermeiden wolle. Erst 2010 setzte ein Umdenken ein. Dieses war vor allem wirtschaftlich begründet. Das Parlament beschloss ein neues Glücksspielgesetz und hob das alte Geldspielgesetz auf. Bei einer der höchsten Versorgungsdichten mit Casinos im unmittelbaren Umkreis war das darin enthaltene Spielbankenverbot nicht mehr länger tragfähig. Nachdem eine erste Vergaberunde zum Bau eines Casinos in Liechtenstein gescheitert war und sogar gerichtlich angefochten wurde, reformierte man das Vergabesystem im Land. Vom alten Konzessionssystem, das lediglich eine einzige Lizenz vorsah, entwickelten sich die Behörden zu einem sogenannten Polizeibewilligungssystem. Dieses ermöglicht es grundsätzlich jedem Bewerber, der die Bedingungen dafür erfüllt, eine Lizenz zu erhalten.

 

Ein Standort mit Vor- und Nachteilen

Admiral verspricht sich von der attraktiven Lage auch Besucherzufluss aus dem Ausland. Auf der anderen Seite gilt es, sich gegen die starke Konkurrenz in Österreich und der Schweiz zu behaupten. Insgesamt sechs Casinos liegen im Umkreis und können mit dem Auto innerhalb einer Stunde angefahren werden. Dazu gehören mit dem Grand Resort Bad Ragaz und den Casinos in St. Gallen und Pfäffikon drei Häuser in der Schweiz sowie die deutschen Spielbanken in Konstanz und Lindau. Komplettiert wird das Angebot vom Casino Bregenz in Österreich. Ein Vorteil des neuen Hauses in Ruggell ist jedoch die Steuergesetzgebung in Liechtenstein. Die Steuersätze für Spielbanken betragen je nach Umsatz zwischen 17,5 und 40 %. Zum Vergleich: In Österreich zahlen Betreiber eine Abgabe in Höhe von 30 % und in der Schweiz sogar Anteile zwischen 40 und 80 %, wobei letzterer Wert nur auf dem Papier existiert. Im Durchschnitt unterliegen Schweizer Spielbanken einen Steuersatz von ca. 50 %.