, December 9, 2013

FOBTs, Spielautomaten, Buchmacher, UK

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Die Labour Partei in Großbritannien hat letzte Woche im Parlament vergeblich versucht, eine neue Verordnung für Glücksspiele durchzusetzen, um die hohen Einsätze bei Automatenspielen in Wettbüros zu beschränken.

Was hat es hiermit auf sich?

Seit 1999 gibt es in Wettbüros des Vereinigten Königreiches sogenannte fixed-odds betting terminals oder FOBTs. Dies sind Glücksspielautomaten mit festen Wettquoten, die sehr populär sind und heutzutage ca. 50 % der Einnahmen eines Wettbüros ausmachen. Bei diesen Maschinen können Spieler alle 20 Sekunden Wetteinsätze bis zu £ 100 platzieren.

Das beliebteste Spiel bei diesen Automaten ist Roulette, aber man kann auch Bingo oder Slot Machines spielen oder in simulierten Rennen auf Pferde oder Greyhounds setzen.

Die Labour Partei und andere Organisationen versuchen schon seit geraumer Zeit eine neue Regulierung durchzusetzen, die Einsätze bei diesen Maschinen auf £ 2 pro „Spin“ beschränken soll. Gegenwärtig ist der niedrigste Einsatz £ 1, aber Spieler können bis zu £ 100 pro „Spin“ einsetzen. Dies führt nach Ansicht vieler zur Spielsucht, zu Kriminalität und zu Schulden. Des Öfteren werden diese Automaten sogar als das “Crack-Kokain der Glücksspiele” bezeichnet, da große Summen von Geld in kürzester Zeit in diesen Maschinen verschwinden können.

Seit es FOBTs in Wettbüros gibt, ist die Zahl der Buchmacher in Großbritannien enorm angestiegen, und es sind noch viele weitere Wettbüros geplant. Viele dieser Läden befinden sich in unterprivilegiert Ortsteilen, in denen es viele Arbeitslose gibt.

Statistiken zeigen, dass es in Großbritannien 33,284 FOBTs gibt und dass Spieler zwischen April 2012 und März 2013 £ 46 Milliarden auf diesen Maschinen verspielt haben, was den Buchmachern £ 1,55 Milliarden eingebracht hat.

Die Regierung hat eingestanden, dass FOBTs Spielsucht und Gewalt fördern können. Es hat auch schon des Öfteren Vorfälle in Wettbüros gegeben, in denen Maschinen von Verlierern beschädigt wurden und Angestellte bedroht wurden.

Das Ministerium für Kultur, Medien und Sport möchte den Interessen der Glücksspielindustrie jedoch nicht im Wege stehen und hat die Glücksspielindustrie lediglich zur Kooperation mit der Forschung aufgefordert, die die potentiellen Risiken der FOBTs untersuchen soll.

Es wird jetzt darauf gehofft, dass es bei einer erneuten parlamentarischen Diskussion im Herbst 2014 zu einer neuen Verordnung bezüglich der FOBTs kommen wird.