, November 17, 2016

Face Check Spielautomaten

Spielautomaten in Spielhalle (Symbolbild – Bildquelle).

Mit dem Face Check System der Gauselmann Gruppe führen Spielhallen in Deutschland zunehmend verschärfte Eintrittskontrollen ein. Per Kamera scannt das System die Gesichter von Besuchern und wertet die biometrischen Daten aus. Zum einen ist ein Abgleich mit einer Sperrliste von Spielsüchtigen möglich, zum anderen sollen junge Spieler erkannt werden. Der elektronische Gesichtsabgleich soll damit dem Jugend- und Spielerschutz dienen. In Baden-Württemberg wurde Face Check in der Landeshauptstadt Stuttgart zuerst vorgestellt.

Face Check Pilotprojekt in Stuttgart gestartet

Anfang November 2016 ist Face Check als Pilotprojekt gestartet. In Stuttgart setzt zunächst eine Spielhalle das neue System für mehr Jugend- und Spielerschutz ein. Die elektronische Gesichtskontrolle soll zu junge Besucher erkennen und dem Personal melden. In Deutschland gilt ein Mindestalter von 18 Jahren für Glücksspiel. Mit einer Ampel signalisiert Face Check den Spielhallen Mitarbeitern, wer zutrittsberechtigt ist. Grünes Licht bedeutet den erlaubten Zutritt zur Spielothek. In Baden-Württemberg sind bereits 18 Glücksspielstätten mit dem Face Check System ausgestattet. Nach Angaben des betreibenden Unternehmens soll eine Ausweitung nach Nordrhein-Westfalen stattfinden.

Wie funktioniert Face Check?

Face Check Gesichtskontrolle

Per Ampel zeigt das System an, ob einem Spieler Zugang zur Spielhalle gewährt wird (Bildquelle).

Bei der elektronischen Gesichtskontrolle wird grundsätzlich jeder Spielhallen Besucher fotografiert. Wer eintreten möchte, wird von einer Kamera aufgenommen. Das Bild wird in biometrische Daten umgewandelt, die Face Check direkt zur Überprüfung sendet. Bei einer Gruppe von Besuchern kann das System mehrere Gesichter gleichzeitig kontrollieren. Die Entwickler von Face Check geben an, dass eine direkte Überprüfung der Daten stattfinde. Dabei wird mit einer Sperrliste abgeglichen. Hat sich ein Spielsüchtiger selbst sperren lassen, signalisiert die Ampel des Systems mit einem roten Licht, dass der Zugang verweigert werden sollte. Ein gelbes Licht leuchtet auf, wenn ein Spielhallen Besucher jünger als 25 Jahre sein könnte.

Face Check ersetzt nicht die Kontrolle durch Spielhallen Mitarbeiter

Letztlich ist aber immer eine menschliche Entscheidung ausschlaggebend, wem der Zutritt zur Spielhalle erlaubt ist und wem nicht. Face Check hilft dem Personal, einen Abgleich mit Sperrlisten vorzunehmen und Entscheidungen zu treffen. Beim Verdacht auf Minderjährigkeit werden die Mitarbeiter ebenfalls informiert und können den Eintritt verweigern. Leuchtet die Face Check Ampel gelb, müssen sich junge Spieler wie üblich ausweisen.

Hintergrund: Gesetzliche Kontrollvorschriften und Sperrlisten

In Deutschland gilt bundesweit ein gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren für die Teilnahme am Glücksspiel. In Baden-Württemberg existieren rund 2.200 Spielhallen mit einer geschätzten Zahl von 16.850 Geldspielgeräten. Das Gesetz schreibt Eintrittskontrollen vor. Ebenso werden in den Casinos des Landes Ausweise kontrolliert. Das Gesetzt schreibt einen Spielerschutz für Süchtige vor. Spielsüchtigen muss die Möglichkeit zur Selbstsperre gegeben sein durch Selbstanzeige. Da die Registrierung aber erst seit wenigen Monaten läuft, kann das Bundesland Baden-Württemberg aber nur 159 gesperrte Spieler verzeichnen. Michael Mühleck, Vorsitzender des Automatenverbandes Baden-Württemberg, geht davon aus, dass die Zahl auf 5.000 bis 8.000 anwachsen könnte. Schätzungen gehen von 215.000 spielsuchterkrankten Menschen in Deutschland aus.

Datenschutz beim Face Check System

David Schnabel ist der Präventionsbeauftragte der Gauselmann Gruppe und versichert, dass Face Check in der Anwendung keine Fotos speichert, sondern nur verschlüsselte Daten. Es findet lediglich ein Abgleich mit den hinterlegten Bildern von Spielern der Sperrlisten statt. Nach 30 Sekunden werden die Aufnahmen der Kamera in der Spielhalle gelöscht. Schnabel beteuert:

“Keiner muss Sorgen haben, dass seine Daten gespeichert werden.”

Ausweitung des Systems soll Kontrollen vereinfachen

Face Check Ampel

Bald grünes Licht für bundesweiten Start des Systems? (Bildquelle)

In Deutschland steigen die Kontrollanforderungen im Namen des Spielerschutzes. Die Gauselmann AG gibt an, dass es in Hessen derzeit die aufwendigsten Checks gibt. Dort kontrollieren Spielhallen Mitarbeiter die Ausweise aller Besucher einzeln und vergleichen die Daten mit einem zentralen System gesperrter Spieler. Face Check soll hier helfen, den Vorgang zu vereinfachen und zu beschleunigen. Für Spielgeräte und Automaten in Gaststätten und Cafés befindet sich ein eigenes, ähnliches System in der Entwicklung. Damit soll Face Check direkt am Automaten möglich sein. Wird ein Spieler als zu jung ausgemustert, muss sich derjenige oder diejenige per Ausweis oder Kreditkarte legitimieren.