, 18.11.2013

Galaxy Macau, Casino, China, Glücksspiel

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Obwohl die Wachstumsraten in den letzten Jahren gesunken sind, sehen Anleger dennoch immer noch riesiges Gewinnpotenzial im chinesischen Glücksspielmekka Macao. Die ehemalige portugiesische Kolonie ist der einzige Ort, an dem Chinesen im eigenen Land legal spielen dürfen. Macao nimmt einen ähnlichen Sonderstatus wie Hongkong ein, denn es gehört zwar zu China, hat aber eine eigene Gesetzgebung.

Der Glücksspielumsatz in Macao liegt inzwischen bei 38 Milliarden US-Dollar und ist damit sechs Mal so groß wie der von Las Vegas. Während die Casinoumsätze im internationalen Vergleich über 40 Jahre unauffällig waren, explodierte der Markt 2002 mit der Aufhebung des staatlichen Glücksspielmonopols. Private Betreiber konnten sich um Lizenzen für den Casinobetrieb bewerben und taten dies auch. So wurde 2004 das Sands Macao Hotel und Casino eröffnet, betrieben von der Las Vegas Sands Corporation. 2006 folgt das Wynn Macau von dem ebenfalls in Las Vegas angesiedelten Konsortium Wynn Resorts Limited. Auch MGM Casinos ist in Macau aktiv.

Im Jahr 2006 waren die Glücksspielumsätze der Casinos von Macao zum ersten Mal größer als die von Las Vegas. Es folgten zweistellige Wachstumsraten, die seit Kurzem allerdings eine leicht negative Tendenz aufweisen. 2011 wuchsen die Umsätze „nur“ um 42 Prozent; 2011 lagen sie noch bei 57 Prozent. Trotz mittlerweile mehr als 28 Millionen Besuchern pro Jahr stürzte die Wachstumsrate 2012 auf 13,5 Prozent ab. Zwei Entwicklungen scheinen hierfür ursächlich gewesen zu sein.

Zum einen scheint sich derzeit die chinesische Konjunktur zu verlangsamen. Den Höchststand erreicht sie mit 14,2 Prozent im Jahr 2007, doch seitdem kühlte sie sich stetig ab. Mit 7,5 Prozent hat sie derzeit das niedrigste Wachstum seit den 1990er Jahren erreicht. Ein Grund dürften die Aktivitäten der chinesischen Regierung sein, die gerade mit Mindestlohn- und Zinserhöhungen versucht, den Binnenkonsum zu steigern.

Zudem greift die chinesische Regierung seit März dieses Jahres gegen Junket-Betreiber durch; Veranstalter, die Glücksspieler vom Festland nach Macao bringen. Es wird vermutet, dass ca. zwei Drittel des Glücksspielumsatzes in Macao durch diese Mittelmänner, die in der Regel auch als Geldverleiher auftreten bzw. den Geldtransfer erleichtern, entsteht.

Chinesische Bürger dürfen maximal 50.000 US-Dollar pro Jahr aus dem Land ausführen. Deswegen verreisen Spieler, die im Ausland um höhere Summen spielen wollen, mit Junkets, die ihnen Zugang zu zusätzlichen Mitteln geben. Gerüchten zufolge ist die chinesische Mafia bei den Junkets involviert und die Regierung scheint durch zunehmend offensichtliche Regelbrüche nun geneigt, verstärkt gegen Korruption vorzugehen. US-Behörden vermuten schon seit Langem, dass diese Art des Geldtransfers auch genutzt wird, um Schwarzgeld zu waschen.

Analysten zufolge sollte die Verlangsamung des Wachstums jedoch nicht allzu lange anhalten. Sie sagen vorher, dass sich die Casinoumsätze bis zum Ende des Jahrzehnts verdoppeln werden. So stammen z. B. ca. 28 Prozent der chinesischen Besucher aus der Nachbarprovinz Guangdong. Und obwohl die Zahl um drei Prozent gesunken ist, stieg die Anzahl der chinesischen Besucher um drei Prozent.

Viele Casinokonsortien aus Las Vegas investieren derzeit sehr aktiv in Macao. Die Galaxy Entertainment Group will bis zu 7,7 Milliarden US-Dollar für die dritte und vierte Phase des Galaxy Macau ausgeben, ihrem Hauptcasinoresort im Bezirk Cotai. MGM China will ebenfalls ein Resort bauen, das 2016 eröffnen soll. Kostenpunkt: 2,6 Milliarden US-Dollar. Und SJM hat auch eine Baugenehmigung erhalten.

Obwohl also für die Casinobetreiber in Macao einige Wolken am Horizont zu verzeichnen sind, ist der Ausblick insgesamt immer noch positiv – und zweistellige Wachstumsraten werden auch weiterhin erwartet. Langfristig könnte allerdings in Macao eine Entwicklung wie in Las Vegas auftreten, wo sich der Markt von High-Stakes-Spielern zu einem breiteren Publikum hin verschoben hat. Was dies im Hinblick auf die Rentabilität der Casinoprojekte bedeutet, bleibt abzuwarten.