, 21.10.2016

DOCV Vorstand

Das Präsidium des DOCV (v.l.n.r.) Thomas Kalman, Andreas Pfeiffer, Claus Retschitzegger, Präsident Dirk Quermann (Bildquelle)

Schon seit Jahren ist Deutschland, was das Internet Glücksspiel angeht, eine Grauzone. Offiziell ist der Markt nicht reguliert und kein Anbieter darf seine Echtgeld-Spiele offerieren. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. In Wahrheit haben Fans eine große Auswahl an Online Casinos und Pokerräumen. Die Anbieter berufen sich alle auf ihre EU-Lizenz und die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der Europäischen Union. Dabei ist das Risiko für die Spieler und die Anbieter bisher äußerst gering. Strafrechtlich werden sie bislang nicht verfolgt. Doch mit dem Zustand sind auch die privaten Anbieter unzufrieden. Um die Interessen der Anbieter zu vertreten, wurde nun auf der jährlichen Fachmesse Excellence in Gaming (EiG) in Berlin der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) ins Leben gerufen.

 

Die Gründungsmitglieder des DOCV sind die Glücksspiel-Unternehmen bet-at-home.com, edict egaming, Mr. Green, OnlineCasino Deutschland, Prima Networks, Red Rhino, Tipico und William Hill. Alle Verbandsmitglieder verfügen über Lizenzen in Deutschland oder Europa und entrichten die damit einhergehenden Steuern. Für die Erlangung dieser Konzessionen haben sich die Mitglieder strengen behördlichen Zulässigkeitsprüfungen in den jeweiligen Ländern unterzogen und erfüllen alle Auflagen und Spielerschutzvorschriften.

 

„Nicht die Frage, ob reguliert werden soll, sondern wie!“

 

Der DOCV möchte politischer Ansprechpartner in der Öffentlichkeit sein. Zudem vertritt der Verband Anbieter und Entwickler, die über Lizenzen und Erlaubnisse verfügen und einen Rahmen für seriöse Angebote anstreben. Nur in einem regulierten Markt könnten alle Kräfte kontrolliert zusammen wirken. Wichtig sei, dass die Regeln mit der Entwicklung des Internets Schritt halten. Es gehe nicht um die Frage, ob reguliert werden solle, sondern wie.

 

Der Verband möchte mit Politik, Gesellschaft und Medien an einer neuen Glücksspielregulierung arbeiten. Den Spieler- und Jugendschutz sieht auch der DOCV als einen der zentralen Punkte an. Hinzu müssen aber auch faire Wettbewerbsbedingungen und die Einhaltung europäischen Rechts kommen. Aufgrund der digitalen Veränderungen die letzten Jahre fordert der DOCV auch bei der Glücksspielpolitik einen Paradigmenwechsel. Die Big Players im Online Casino Markt müssten in den Prozess mit eingebunden werden. Nur so könne der Markt in geordnete Bahnen gelenkt werden.

 

„Klar definierte Regeln für einen fairen Wettbewerb und effektiven Verbraucherschutz“

 

Dr. Dirk Quermann, Präsident des DOCV:

„Die derzeitige Rechtsunsicherheit im Markt ist für Politik, Verbraucher und Anbieter gleichermaßen unbefriedigend. Die bestehende Regelung im Glücksspielstaatsvertrag begünstigt alleine den Schwarzmarkt und benachteiligt die seriösen Anbieter. Leittragende sind dabei vor allem auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. Daher lautet unser Ziel, gemeinsam mit der Politik, klar definierte Regeln für einen fairen Wettbewerb und effektiven Verbraucherschutz im digitalen Zeitalter festzulegen.“

 

Die Forderungen des Deutschen Online Casinoverbandes könnten aber nur mit einer grundlegenden Novellierung des Glücksspielstaatvertrages (GlüStV) erreicht werden. Der derzeitige GlüStV hat seine rechtliche Gültigkeit mehr als nur einmal abgesprochen bekommen. Da er nicht durchgesetzt werden kann, ist ein rechtliches Vakuum entstanden, von dem nur ein zunehmender Schwarzmarkt profitiert.

 

„Nur Kanalisierung hin zu den seriösen Angeboten schafft Verbraucherschutz“

 

Der neu gegründete Verband fordert eine geordnete Marktöffnung. Casinoanbieter sollen nach qualitativen Kriterien bewertet werden. Besonders betont wird eine strikte Trennung zwischen seriösen Anbietern mit verlässlichen Schutzstandards und einem unkontrollierten Schwarzmarkt. Verbraucherschutz könne nur gelingen, wenn eine Kanalisierung hin zu den seriösen Angeboten und Anbietern staatfindet. Spieler müssen so aus dem Schwarzmarkt geholt werden. Alle Mitglieder des DOCV sind bereit, sich an der Gestaltung einer tragfähigen Regelung in Deutschland zu beteiligen und sich den Lizenzbedingungen in Deutschland zu unterwerfen.

 

Präsident Dr. Dirk Quermann fordert:

„Der Markt für Casinospiele im Internet existiert. Diese Entwicklung der Digitalisierung lässt sich weder negieren noch umkehren. Will der Gesetzgeber die Verbraucherinnen und Verbraucher im Netz schützen, muss er auch die Realitäten der digitalen und vernetzten Welt anerkennen und den Markt in geordnete Bahnen lenken. Denn ausschließlich seriöse Anbieter garantieren die entsprechenden Schutz- und Präventionsmaßnahmen und können die Gewähr für einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Angeboten bieten.“

 

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