, 27.09.2016

Generation Y - Casino

Junge Deutsche der Generation Y bevorzugen im Casino Spielautomaten statt Roulette (Bildquelle).

In Deutschland hat rund ein Drittel der Bevölkerung schon mindestens einmal in einem Casino um echtes Geld gespielt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des britischen Meinungsforschungsinstituts YouGov. Interessant ist die differenzierte Betrachtung der Antworten der Befragten: In Deutschland bevorzugt die jüngere Bevölkerung unter 29, die sogenannte Generation Y, Spielautomaten und Automatenspiele. Mit steigendem Alter ist jedoch der Casino Klassiker Roulette eindeutig beliebter. Eine Übersicht der Umfrageergebnisse.

Die Generation Y ist das drittstärkste Spielersegment in Deutschland

Das international tätige Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov hat in der Zeit vom 7. bis 9. Juni repräsentative Personen der Bevölkerung in Deutschland aus einer Gruppe von insgesamt 170.000 Personen befragt. Auftraggeber der Studie war der Deutsche Spielbankenverband DSbV. In Deutschland nutzen mit 39 Prozent grundsätzlich mehr Männer als Frauen (28 Prozent) legale und konzessionierte Glücksspielangebote. Prinzipiell ist Roulette das beliebteste Glücksspiel: 63 Prozent der Teilnehmer hatten bereits die “Königsdisziplin” des Glücksspiel ausprobiert. 40 Prozent der Befragten gaben an, an Spielautomaten tätig gewesen zu sein.

Deutsche Casino Spieler sind tendenziell älter

40 Prozent der Umfrageteilnehmer gehörten der Gruppe der über 60-Jährigen an. Mit 32 Prozent ist die Gruppe der 30 bis 39-Jährigen am zweitstärksten vertreten. Auch diese Spieler bevorzugen Roulette beim Casinobesuch.

Generation Y: Generation Spielautomat?

Spieler unter 30 Jahren, die der Generation Y angehören, sind im Casino an dritter Stelle vertreten. Diese jüngeren Spieler zieht es eher zu Automatenspielen: 66 Prozent der jungen Deutschen gaben an, lieber Spielautomaten zu zocken. Roulette ist mit 45 Prozent dennoch auch bei der Generation Y stark vertreten. Otto Wulferding, der Vorstandsvorsitzende Deutscher Spielbankenverband, zieht folgende Schlüsse:

“Die Zahlen zur Demographie der Spieler und deren Präferenzen zeigen, dass das legale Glücksspiel in den Spielbanken auf hohe Akzeptanz auch bei jüngeren Bürgern stößt. Die Resonanz auf Roulette zeigt, dass Spielbanken eine heute stark nachgefragte Form der Spielkultur bieten.”

Kurz charakterisiert: Die Generation Y

Generation Y (Gen Y in der Kurzform) bezeichnet die Bevölkerungsgruppe, die circa zwischen 1980 und 1999 geboren wurde. Im US-Amerikanischen wird diese Generation häufiger als Millenials bezeichnet (etwa: “Jahrtausender”). Wer der Generation Y angehört gilt als gut gebildet, der Prozentsatz an Hochschulabgängern ist hoch. Der Lebensstil ist technologieaffin, was dadurch geprägt ist dass diese Generation als erste in einem größtenteils von Internet und mobiler Kommunikation geprägtem Umfeld aufgewachsen ist. Generation Y steht auch für einen Wertewandel in der Gesellschaft und Berufswelt: Millennials suchen Jobs, die Sinn und Erfüllung bieten. Sie gelten als optimistisch und selbstbewusst, hinterfragen aber auch vieles. Das Y steht dabei für why – warum.

Weitere beliebte Casino Spiele

Roulette wird sowohl von Männern als auch Frauen bevorzugt. Dagegen zockt der männliche Teil der Bevölkerung lieber Spielautomaten (53 Prozent) als der weibliche Teil (43 Prozent). Auch Blackjack und Poker sind bei den männlichen Deutschen beliebter. Betrachtet man die Unterschiede in der geographischen Verteilung, wird deutlich, dass Glücksspiel im Casino in Westdeutschland tendenziell verbreiteter ist. In den alten Bundesländern haben 34 Prozent der Bürger nach eigenen Angaben schon im Casino gespielt. In den neuen Bundesländern sind es hingegen nur 28 Prozent. In Westdeutschland liegt der Anteil der Mehrfachbesucher bei 15 Prozent, in Ostdeutschland nur bei 9 Prozent.

Gibt es eine Glückssträhne im Casino?

Sowohl im Osten als auch im Westen stimmen die Bundesbürger jedoch bei einer Sache überein: mehr als zwei Dritter der Befragten gaben an, nicht an die Existenz einer sogenannten “Glückssträhne” zu glauben. Immerhin 26 Prozent der weiblichen Befragten glaubten an eine Glückssträhne beim Spiel, während es mit 22 Prozent bei den Männern etwas weniger Befragte waren.

Generation Y: Stärker online vertreten?

Was aus der aktuellen YouGov Befragung nicht hervorgeht: welcher Prozentsatz der Deutschen Online Glücksspielangebote wahrnimmt. Man sollte meinen, dass hier die Generation Y als technikaffine Bevölkerungsschicht die Nase vorn hat. Tatsächlich geht aber aus einer anderen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hervor, dass beispielsweise durch alle Altersgruppen drei Viertel der Befragten in Deutschland Smartphones nutzen. Das Institut Research & Markets sieht voraus, dass der Umsatz im globalen mobilen Glücksspielmarkt von bis 2019 um etwa 40 Prozent steigen wird. Für Otto Wulferding ist dies Grund zur Sorge:

“Wenn wir die Ausweitung des nicht-regulierten Glücksspielmarktes betrachten, dürfen wir die rasante Entwicklung der mobilen Smart-Phone-Nutzung nicht aus den Augen verlieren. Ein wesentlicher Treiber des nichtregulierten Glücksspiels dürfte in Zukunft die Nutzung von Smartphones werden.”