, January 12, 2016

PokerStars

Die PokerStars High Stakes Spieler kämpfen weiterhin gegen die Änderungen am VIP Club Programm. (Bildquelle: http://www.pokerstarsblog.com)

Im vergangenen Jahr gab der marktführende Online Pokerraum PokerStars zahlreiche Änderungen und Neuerungen an seinem VIP Programm bekannt. Von den Änderungen, die zum 1. Januar 2016 in Kraft treten sollten, fühlten sich vor allem High Stakes, Supernova und Supernova Elite Spieler stark benachteiligt. In Poker-Foren wurde so im November 2015 zum ersten Streik aufgerufen. Die Teilnehmer sollten für 72 Stunden ab dem 1. Dezember um 12 Uhr keine Hand mehr auf PokerStars spielen. Zum Jahreswechsel folgte nun der zweite Boykott.

PokerStars hatte in seinen VIP Änderungen angekündigt, dass beispielsweise der Supernova Elite Status komplett gestrichen werden soll, es kein Rakeback mehr für High Stakes Cash Games geben soll und auch Platinum Star sowie Supernova Spieler kaum noch VIP Belohnungen erhalten werden. Gut 2.500 Spieler hatten sich an dem ersten Streik beteiligt, darunter auch namhafte Poker-Profis wie Ben Tollerene, Dan Smith, JC Alvarado, Peter Jetten, Phil Galfond, Ola Amundsgaard, Justin Bonomo, Doug Polk, Sebastian Ruthenberg, Mike McDonald, Sam Greenwood und Steve O’Dwyer. Doch der erste Streik ging fast unbemerkt über die Bühne. Nur auf den High Stakes Spielen ging die Anzahl der Kunden etwas zurück. Vom PokerStars Mutterkonzern, Amaya Gaming, hatte anschließend aber niemand ein Gespräch mit den Spielern oder dem „Streikführer“, Poker Profi Dani Stern, gesucht. PokerStars versuchte nur die Streikenden mit vier Freerolls, bei denen es jeweils einen Preispool von 1 Mio. Dollar gab, zu besänftigen.

Erster Streik bestätigt Änderungen von PokerStars

Nach dem Streik veröffentlichte der Corporate Communications Vizepräsident von Amaya, Eric Hollreiser, sogar einen Blog, in dem er bestätigte, dass PokerStars vom dem Boykott nicht negativ betroffen gewesen sei. Kurioserweise habe der Streik PokerStars sogar bekräftigt, dass die Entscheidungen richtig gewesen seien, die High Stakes zu beschneiden. Ohne so viele High Stakes Spieler an den Tischen hätte der Pokerraum in diesen drei Tagen nach eigenen Angaben ein äußert gesundes Ergebnis erzielt. Zudem bestätigte Hollreiser, dass kein Streik an den bevorstehenden Änderungen etwas ändern könne. Auch Poker Superstar Daniel Negreanu zeigte sich in einem Interview nach dem ersten Streik sicher, dass die Änderungen bestehen bleiben würden und auch unausweichlich wären. Er war nur sehr über die mangelhafte Kommunikation von Amaya verärgert. Man hätte den Kunden die Notwendigkeit der Neuerungen sowie die damit verbundenen Vorteile näherbringen müssen.

Ende des alten Jahres rief die Poker Community auf Plattformen wie TwoPlusTwo, WeArePokerPlayers, Tiltbook oder GypsyTeam dann unter dem Slogan „We are All-In“ zum nächsten Streik auf. Dieses Mal sollte der Boykott acht Tage, vom 1. bis zum 7. Januar, gehen. Wieder beteiligten sich mehr als 2.000 Spieler an dem Streik. Dieses Mal sollten alle Teilnehmer nicht nur die Seite boykottieren, sondern auch 10 Prozent ihrer Bankroll auscashen.

Dani Stern: „Die Änderungen sind eine unfaire Attacke“

Einer der Organisatoren des Streikes war wieder Poker Profi Dani Stern. Er postete vor dem Boykott in einem Forum:

„Das Streichen von High Stakes Cash Belohnungen ist eine unfaire Attacke auf eine bestimmte Gruppe der Poker Community. Dieses Vorgehen ist sehr unausgewogen und alles andere als eine gerechte Verteilung von Belohnungen.“

Doch zumindest in den Spielerzahlen, die von der Seite PokerScout.com gemessen werden, konnte wieder kein bemerkenswerter Traffic Rückgang für PokerStars verzeichnet werden. Welche Rake Einbußen PokerStars durch die beiden Streiks hinnehmen musste, darüber gibt es keine offiziellen Angaben. Es kann hier nur spekuliert werden.

Die Streikenden wollen sich aber nicht ermutigen lassen. Sie haben dem Marktführer den Kampf angesagt und wollen nicht ruhen, bis sie endlich angehört werden. Der dritte Streik ist schon für Anfang Februar geplant. Dieses Mal sollen die Spieler vom 2. bis zum 11. Februar die PokerStars Tische meiden. Man will weiterhin versuchen, dem Marktführer das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die Spieler wollen Teil der Kommunikation sein und nicht nur Kühe, die bis auf den letzten Tropfen gemolken werden.

Auf WeArePokerPlayers werden aktuell schon 5.000 Unterschriften für einen Streik gesammelt, der einen ganzen Monat lang anhalten soll. Im Zuge der Kritik an PokerStars zogen sich über die Feiertage die Team Pro Mitglieder Alex Millar und Ike Haxton freiwillig aus ihrem Sponsoring Vertrag mit dem Pokerraum zurück.