, 01.07.2016

Valve

Der Counter-Strike-Hersteller Valve wurde nun verklagt. Ein Spieler wirft dem Publisher vor, dass er durch seine Waffen-Skins einen illegalen Wettmarkt geschaffen habe. (Bildquelle)

eSports sind der neue große Trend. Nicht nur bei den Spielern, Zuschauern und Fans, sondern auch bei den Wettanbietern. Täglich kommen mehr Buchmachern hinzu bei denen auf eSports gewettet werden kann. Doch die Szene ist zu Beginn noch sehr anfällig für Manipulationen und Wettskandale. Nun klagt ein Spieler gegen den Spieler-Hersteller Valve. Der Spieler behauptet, dass ein freier Handel mit Waffenskins bei dem Spiel Counter-Strike einen illegalen Wettmarkt in den USA erschaffen habe.

Der Begriff eSports steht für „Elektronischen Sport“. Gespielt werden Echtzeit-Strategiespiele, Ego-Shooter und Sportsimulationen wie Counter-Strike: Global Offensive, League of Legends, Hearthstone, DOTA 2, Starcraft 2 oder FIFA 16. Die Teams treten als Individual- oder Mannschaftssportler an. Schon über Mio. Spieler auf der ganzen Welt spielen eSports. Auch gibt es schon die ersten Ligen, wie die Electronic Sports League (ESL). Mit über 1,9 Mio. aktiven Spielern und über 500.000 Teams ist die ESL die größte Liga ihrer Art. Inzwischen gibt es auch immer mehr Spieler, die als eSports-Profis ihren Lebensunterhalt verdienen.

Buchmacher entdecken eSports-Wetten für sich

Das Publikum für eSports-Live-Übertragungen wird immer größer. Immer mehr Matches werden im Netz und inzwischen auch im TV übertragen. Und auch die Buchmacher wittern ein großes Geschäft. Experten und Studien sagen voraus, dass bis zum Jahr 2017 alle großen Buchmacher im Vereinigten Königreich eSports-Wetten anbieten werden. Der Markt für eSports-Wetten soll bis zum Jahr 2020 auf 23 Milliarden Dollar wachsen.

Doch bisher sind eSports-Matches noch sehr anfällig für Spiel- und Wettmanipulationen. Dies liegt daran, dass es bei den Turnieren bisher sogar für die besten Profis nur kleine Preisgelder zu gewinnen gibt. Im Mai dieses Jahres wurde der koreanische StarCraft-Profis Lee “Life” Seung Hyun, der schon einen Weltmeister und einen Vize-Weltmeister-Titel gewinnen konnte, wegen der Manipulation von zwei Spielen zu einer lebenslangen Sperre verurteilt. Schon 2010 waren in Südkorea zahlreiche StarCraft-Profis verhaftet worden. Die verhafteten Profis waren danach zudem vom KeSPA, dem Verband des südkoreanischen eSports, auf Lebenszeit gesperrt worden.

Counter-Strike-Erweiterung mit Weapon Skins verändert alles

Eines der beliebtesten Spiele ist das Game „Counter-Strike: Global Offensive“ (CS:GO). Hier agieren die Spieler als Terroristen und Widerstandskämpfer. Einzeln oder in Teams treten sie gegeneinander an. „Global Offensive“ ist die vierte Weiterentwicklung des Shooter-Klassikers “Counter-Strtike”. Im Jahr 2013 brachte der Hersteller Valve eine Erweiterung auf den Markt, die für viel Aufsehen sorgte. Mit dem Update wurden sogenannte Weapon Skins eingeführt. Mit den Skins konnte das Aussehen von Waffen im Spiel verändert werden. Die Skins können im Hauptspiel gekauft werden und haben einen bestimmten Geld Gegenwert. Schon bald begannen die Spieler die Skins untereinander zu tauschen. Andere verkauften ihre Skins zu teuren Preisen.

Nach dem Update wurde Counter-Strike immer beliebter. Die Zahl der Spieler stieg in den folgenden zwei Jahren um 1.500 Prozent an. Ein Hauptgrund für die rasant wachsende Beliebtheit war der Wettmarkt, der durch das Update entstanden war. Die Spieler kaufen die Skins. Dann schließen sie über die Tauschbörse Wetten auf die Counter-Strike-Partien ab. Der Markt blüht so stark, dass man gekaufte Trophäen ohne Probleme wieder in Bargeld einlösen kann. Auf diese Art und Weise werden die eSports-Wetten mit echtem Geld abgeschlossen.

Entwicklker Valve kassiert an jeder CS:GO-Wette

Mit Wetten auf den Ausgang von Turnierpartien werden schon seit geraumer Zeit Milliarden Dollar umgesetzt. Alleine im Jahr 2015 sollen drei Mio. Spieler Wetten auf CS:GO-Spiele abgegeben haben. Damit sollen 2,3 Milliarden US-Dollar bewegt worden sein. Der Hersteller von Counter-Strike, das Unternehmen Valve bekommt von jeder Transaktion 15 Prozent. Nun hat der CS:GO-Spieler Michael John McLeod aus Connecticut Klage gegen Hersteller Valve eingereicht. Er behauptet, der Konzern betreibe mit Counter-Strike einen illegalen Online-Glücksspielmarkt. In der Klage heißt es:

“Valve war und ist an der Schaffung, Erhaltung und dem Betrieb eines Marktes berteiligt, in dem Spieler und Drittunternehmen Waffenskins wie Casino-Chips handeln können.“

Selbst Minderjährige können auf CS:GO-Turniere wetten

Neben Sportwetten existieren auch Seiten, die Glücksspiele wie Roulette und Slot-Machinen anbieten, die durch “CS:GO”-Waffenskins bespielt werden können. Valve ist in diesem unregulierten Markt eine Art Schnittstelle. Einige der Drittherstellerwebseiten erfordern zudem keine Altersverifikation, wodurch illegale Wetten auch von Minderjährigen durchgeführt werden können.

Jugendliche im Alter von 16 Jahren, die vom Gesetz eigentlich vom legalen Glücksspiel ausgenommen sind, zocken und wetten ungehindert. Die CS:GO-Lounge ist zum größten Treffpunkt der Wettgemeinde geworden und genieße sogar die Unterstützung durch Valve. Aus den jugendlichen Gamern, die sich die Zeit mit ein paar Runden Gelegenheitsballern bei Counter-Strike vertrieben, sind Glücksspieler geworden, die vorrangig nur noch am Wettaspekt des Spiels interessiert sind. McLeod führt in der Klage weiter aus:

„Auf dem E-Sports-Glücksspielmarkt sind CS:GO-Skins wie Casino-Chips, die auch außerhalb des Spiels einen finanziellen Wert haben, da man sie direkt in Bargeld umwechseln kann.“

Individuelle Steam-Accounts wurden mit Drittanbieter-Webseiten verknüpft

Unregulierte Sportwetten sind in den USA illegal. Auch Valve arbeitet gegen Spielmanipulationen und Betrug. Man wolle jederzeit faire Partien garantieren. Aber der Handel mit den Skins sowie die Wetten sind kaum zu kontrollieren oder einzuschränken. Die Regierung kümmert sich bisher nicht um den Markt.

Zwar versucht Valve gegen Manipulation und Betrug im Spiel selbst vorzugehen, um faire Partien zu garantieren. Doch der Handel und das Wettgeschäft mit der quasi Alternativwährung finden ohne Einschränkung statt. Der Gesetzgeber hat den Milliardenmarkt bislang nicht auf dem Schirm. Valve hätte es laut der Klage nicht erlauben dürfen, dass die individuellen Accounts auf dem Portal Steam mit den Seiten von Drittanbietern verknüpft werden. Steam dient normalerweise als Vertriebsplattform für Softwarehersteller. Gamer nutzen Steam als soziales Netzwerk. Über diese Webseiten können die über Valve verkauften Skins einfach eingetauscht und als Wetteinsätze verwendet werden. Eine Stellungnahme zu der Klage gibt es von Seiten von Valve bisher noch nicht.