, May 24, 2016

Phil Mickelson

2012 verdiente Golfprofi Phil Mickelson durch Insiderinformationen über 900.000 Dollar. Die Nun zahlte er das Geld mit Zinsen an die SEC zurück. (Bildquelle: By minds-eye – Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2154021)

Der US-Amerikaner Phil Mickelson gehört zu den aktuell weltbesten Golfern. Er hat schon fünf Major-Siege auf seinem Konto und wurde 2012 in die World Golf Hall of Fame aufgenommen. Nun ist Mickelson in einen illegalen Insiderhandel verwickelt.

Am Ende der vergangenen Woche stellte die Securities and Exchange Commission (SEC), die in den USA das Insiderhandelsverbot überwacht, Strafanzeige gegen den professionellen Glücksspieler William Walters und den ehemaligen Direktor von Dean Foods, Thomas Davis. Den beiden wird vorgeworfen, dass sie zwischen 2008 und 2012 mit Insider-Informationen illegalen Aktienhandel betrieben und so Millionen von Dollar verdient hätten.

Mickelson hatte Sportwetten-Schulden bei Walters

Der 69-jährige Walters gilt als einer der erfolgreichsten Sportwetter in den USA. Er wuchs in Kentucky auf und zog 1980 nach Las Vegas. Mit erfolgreichen Sportwetten wurde er Eigentümer der Unternehmen The Walters Group und Nature Development. Im Jahr 2012 meldete sich Walters beim Golfprofi, da Mickelson ihm noch von diversen Sportwetten Geld schuldete. Walters schlug dem Golfer vor, er solle doch, um die Schulden zurückzuzahlen, mit Dean Foods Aktien handeln. Mickelson folgte dem Ratschlag und kaufte Aktien im Wert von 2,4 Mio. Dollar. Schon einen Tag später hatte er damit einen Gewinn von 931.000 Dollar erzielt. Somit machte der Golfprofi einen illegalen Aktiengewinn dank verbotener Insiderinformationen.

Gegen Mickelson wurde wegen Verstoßes gegen das Wertpapiergesetz aber bisher keine Strafanzeige gestellt. Er gilt nur als Ausfallsbeklagter („Relief Defendant“), der ohne eigenes Wissen aus einem illegalen Vorgehen Profit gezogen hat. Kurz nach dem Bekanntwerden des Falls wurde schon bekannt, dass sich der Golfer mit dem SEC über eine Rückzahlung der illegalen Gelder geeinigt hatte. Er zahlt eine Summe von etwa 1 Mio. Dollar zurück an das SEC. Diese Summe setzt sich aus den Gewinnen zuzüglich der Zinsen zusammen.

Davis hat sich schuldig bekannt und kooperiert

Thomas Davis hat sich in dem Fall schon schuldig bekannt. Er kooperiert mit der US-Staatsanwaltschaft. Davis hatte sich im letzten Jahr aus dem Unternehmen Dean Foods zurückgezogen. Davis hat gestanden, dass er Walters von 2008 bis 2012 streng vertrauliche Informationen über Dean Foods weitergegeben habe. Darunter befanden sich Informationen über mindestens sechs der letzten Quartalsergebnisse sowie über die Ausgliederung der profitablen Tochtergesellschaft, WhiteWave Foods. William Walters war einen Tag zuvor in Las Vegas verhaftet worden.

2013 bekam Walters weitere Insiderinformationen, die Davis von einer Gruppe von Investoren bekommen hatte. Diese wollten Anteile vom Unternehmen Darden Restaurants übernehmen. Dank der Informationen erzielte Walters große Gewinne und vermied Verluste in Höhe von mindestens 40 Mio. Dollar.

Verwicklung hat keine Auswirkung auf Mickelsons Sponsorenverträge

Wegen der Strafanzeige und der Verwicklung von Phil Mickelson in den Fall, nahm der Golfer nicht wie geplant am Byron Nelson Classic Turnier in Irving, Texas teil. Das Management von Mickelson veröffentlichte ein Statement zu dem Fall und zu der Frage, ob sich die Verwicklung auf seine Sponsorenverträge auswirken könnte:

“Phil kennt und respektiert die hohen professionellen und ethischen Standards, welche die Unternehmen, die er repräsentiert, von ihren Mitarbeitern, ihren Partnern und von Phil selbst erwarten. Er bekennt sich zu den gleichen Werten und bedauert jeden Anschein, als hätte er bei dieser Gelegenheit versagt. Er übernimmt die volle Verantwortung für die Entscheidungen und Verbindungen, die dazu geführt haben, dass er Teil dieser Untersuchung wurde.”

Mickelson bekräftigt, dass er nichts Unrechtes getan habe

Schon im May 2014 hatten FBI-Agenten Mickelson während dem Memorial Turnier in Dublin, Ohio, wegen vermeintlicher Insiderinformationen befragt. Damals wollte Mickelson keine Angaben zu seinem Verhältnis zu Walters, der mehrere Golfplätze und Autohäuser besitzt, machen. Er beteuerte aber, dass er nichts Unrechtes getan habe.

In der Branche galt Mickelson jahrelang als großer Glücksspiel-Fan. 2001 hatte er beispielsweise zusammen mit Freuden auf den Super Bowl-Sieg der Baltimore Ravens gesetzt. Bei einer Quote von 28 zu 1 hatten sie zusammen 560.000 Dollar gewonnen. Er persönlich behauptet aber, dass er sich vom Glücksspiel nach der Geburt seines Sohnes im Jahr 2003, deutlich zurückgezogen habe. Auch gilt Mickelson als Fan von Echtgeld Spielen wie Poker oder Black Jack.

War Mickelson in Sportwetten-Geldwäsche Fall verwickelt?

Seit vergangenem Jahr steht Mickelson auch im Verdacht, etwas mit einem Geldwäsche-Fall am Hut zu haben. Im Raum steht die Summe von 3 Mio. Dollar, die für illegale Sportwetten benutzt wurde. Das Geld soll dem Golfprofi gehören und von ihm an einen Vermittler überwiesen worden sein. In dem Fall bekannte sich der Vermittler Gregory Silveira im Juni 2015 schuldig. Hier wurde das endgültige Urteil noch nicht gefällt. Wer der anonyme Vermittler war, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Auch in diesem Fall gab es keine Strafanzeige oder Ermittlungen gegen den Golfer.

Laut Forbes hat Mickelson in den vergangenen drei Jahrzehnten als Profi auf der PGA-Tour über 77 Mio. Dollar verdient. Hinzu kommen Sponsorendeals mit Unternehmen, wie Callaway, Barclays, KPMG, Exxon Mobil, Rolex und Amgen, die ihm zusammen pro Jahr noch mehr als 40 Mio. Dollar einbringen.

Der Fall wird nun die Gerichte beschäftigen. Walters wurde inzwischen aus der Haft in dem US-Bezirksgericht in Las Vegas gegen die Zahlung von 1 Mio. Dollar Kaution und 100.000 Dollar Bargeld-Sicherheit freigelassen. Vor Gericht wird Walters nicht vor dem 1. Juni aussagen.