, December 31, 2017

Frau hält Smartphone im Fußballstadion hoch

2017 hat sich in der Sportwelt einiges getan. (Bild: pixabay.com)

Pünktlich zum Jahreswechsel wollen wir einen Blick auf die Highlights des alten Jahres werfen und rekapitulieren, was sich im Bereich Sport, Sportwetten und eSports alles getan hat. Die eSports-Szene befindet sich nach wie vor auf extremem Erfolgskurs und kann kontinuierlich steigende Zuschauer-, Preisgeld- und Spielerzahlen verzeichnen. Nicht nur, dass deutsche Fußballvereine in die Branche investieren, die Disziplin steht sogar als Medaillenkandidat für Olympia 2024 auf der Liste.

 

Wetttechnisch hat 2017 der Kampf zwischen Floyd Mayweather und Conor McGregor für klingelnde Kassen bei Buchmachern auf der ganzen Welt gesorgt, während Boxer Wladimir Klitschko seine Karriere an den Nagel gehangen und Christiano Ronaldo zum fünften Mal den Titel als Fußballer des Jahres verliehen bekommen hat. Die Rekordablöse von Stürmer Neymar in Höhe von 222 Millionen sorgte ebenfalls für Aufsehen. Deutschland hat sich zwar privaten Sportwettenanbieters gegenüber geöffnet, der neue Glücksspieländerungsstaatsvertrag mit geplanten 20 Lizenzen ist jedoch trotzdem gescheitert.

 

Mayweather vs. McGregor sorgt für Rekordumsatz bei Buchmachern

Floyd Mayweather und Conor McGregor im Ring

Mayweather und McGregor im Ring (Bild: mmafighting.com)

Am 26. August fand in Las Vegas mit dem Showdown zwischen Boxer Floyd Mayweather und MMA-Champion Conor McGregor der „Kampf des Jahrhunderts“ statt. Nach einer mehrwöchigen medialen Schlammschlacht zwischen den beiden Kontrahenten gewann nach zehn Runden am Ende Floyd „The Money“ Mayweather durch technisches K.O.

 

Trotz sich überschlagender Prognosen verpasste das Spektakel mit 4,3 Millionen Klicks knapp den Pay-per-Vier Rekord in den USA, der bei 4,5 Millionen Zuschauerkäufen liegt. Weltweit soll der Kampf nach Angaben der Veranstalter sogar 6,7 Millionen Mal zahlungspflichtig übertragen worden sein. Bei geschätzten Gesamteinnahmen von 600 Millionen US-Dollar sollen Mayweather und Mc Gregor jeweils 100 Millionen für ihren Einsatz erhalten haben.

 

Fußball-Skandale, Abschiede und Gefängnisaufenthalte

Fußballer Neymar auf dem Platz

Neymar im PSG-Trikot (Bild: thesun.co.uk)

Christiano Ronaldo, der dieses Jahr unter anderem auch mit seinem Prozess wegen Steuerhinterziehung Schlagzeilen machte, wurde im Oktober zum fünften Mal von der Fifa zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Damit zieht er gleichauf mit seinem größten Konkurrenten Lionel Messi. Fast noch aufsehenerregender war der Transfer von Neymar von Barcelona nach Paris Saint-Germain. Für eine Rekordsumme von 222 Millionen Euro wechselte der Brasilianer nach langem Theater und Vorwürfen mangelnder Integrität im Fußball schließlich den Club.

 

Thema sowohl in Deutschland als auch international war zudem das Karriereende von Box-Legende Wladimir Klitschko. Nach seiner Niederlage gegen Anthony Joshua Ende April erklärte der 41-Jährige seinen Rücktritt aus dem aktiven Sport kündigte ein neues Kapitel seiner Karriere an. In den USA hat indes die frühzeitige Entlassung von Ex-NFL Star O.J. Simpson für Aufsehen gesorgt. Der mittlerweile 70-Jährige wurde nach neun Jahren vorzeitig auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er wegen eines bewaffneten Raubüberfalls 33 Jahre bekommen hatte.

 

Sportwetten-Regulierung in Deutschland scheitert

Mit dem 2. Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der vergangenen März von den Ministerpräsidenten der Länder unterzeichnet wurde, sollten der Markt und das Lizenzvergabesystem für Sportwetten in Deutschland weiter geöffnet werden. Mit dem späteren Nein aus Schleswig-Holstein nach den Landtagswahlen, muss dieser jedoch als gescheitert angesehen werden, da er nur durch eine Ratifizierung in allen 16 Bundesländern gilt. In der Folge greift weiterhin das ursprüngliche Vergabesystem, das lediglich 20 Konzessionen für private Anbieter vorsieht.

 

Die minimalinvasive Lösung von März ist seit ihrem Beschluss immer wieder auf Kritik gestoßen, unter anderem aus dem Grund, dass sie Online Casinos und Online Poker komplett außen vor lässt. Nachdem mittlerweile auch andere Bundesländer den Vertrag nicht ratifiziert haben, sind Neuverhandlungen unausweichlich. Sinnvoll und umfassend wäre eine Regelung nach schleswig-holsteinischem Beispiel von 2012, das eine qualitätsbasierte Vergabe von Lizenzen für Online Glücksspiel vorsieht.

 

Bundesliga-Clubs steigen in eSports Markt ein

Mit dem steigenden Interesse an wettbewerbsorientiertem Computerspiel, das mittlerweile tausende von Zuschauen in riesige Veranstaltungshallen lockt und Millionen von Klicks im Internet generiert, haben auch deutsche Fußballvereine das Potenzial der Branche erkannt und in eine eigene eSports-Abteilung investiert. Zu den deutschen Clubs, die bereits eAthleten, darunter hauptsächlich FIFA-Spieler, unter Vertrag genommen haben, gehören:

1. Bundesliga

Bayer 04 Leverkusen

VfL Wolfsburg

FC Schalke 04

VfB Stuttgart

RB Leipzig

 

2. Bundesliga

VfL Bochum

FC Nürnberg

Mit der Gründung des eSport-Bunds Deutschland (ESBD) diesen November hat die Szene zudem endlich einen organisatorischen Überbau bekommen, der sowohl als Plattform für Spieler als auch als Interessenvertretung und Repräsentant nach außen dient. Ziel des ESBD ist unter anderem die offizielle Anerkennung von professionellem Videospielen als Sport. Als Fachsportverband vereint er diverse Teams, Vereine und Veranstalter unter seinem Dach.

 

eSports auf der Liste für Olympia 2024

eSports Fans in einer Halle

eSports hat Millionen Fans auf der ganzen Welt (Bild: redbull.com)

Wenn im Sommer 2024 die Olympischen Sommerspiele in Paris stattfinden, dann könnte auch eSports auf dem Programm stehen. Der Olympische Gipfel hat unter bestimmten Bedingungen zugesagt, die Disziplin als offizielle Sportart anzuerkennen. Dazu gehört zum Beispiel die Gründung eines übergreifenden Kontrollverbandes. Dies gilt jedoch nur für Spiele wie FIFA und andere Sportsimulationen und nicht für Shooter wie Dota 2, Overwatch oder CS: GO, deren oft als gewaltverherrlichend kritisierte Inhalte nicht mit den olympischen Werten vereinbar sind.