, 19.12.2013

Die Pläne für ein EuroVegas in Spanien gehen in Rauch auf

Foto: www.bbc.co.uk

Wir haben hier vor kurzem von den Problemen in Zusammenhang mit dem geplanten EuroVegas in der Nähe von Madrid berichtet, und Ende letzter Woche haben sich die Befürchtungen vieler Menschen leider verwirklicht:

 

Es wird kein EuroVegas in Spanien geben. Sheldon Adelson, CEO von Las Vegas Sands Corp., hat den Geldgebern des geplanten EuroVegas Projektes mitgeteilt, dass dieses 30 Milliarden US$-Projekt nicht mehr den Interessen der Aktionäre entspräche.

 

Adelson will sich stattdessen jetzt auf den Markt in Asien konzentrieren, denn die Casinos in Macau und Singapur machen heutzutage ca. 80 % des Umsatzes von Las Vegas Sands aus.

 

Das EuroVegas Projekt, das für die Umgebung von Madrid geplant war, sollte 36.000 Hotelzimmer umfassen, 6 Casinos, Shopping Malls, Restaurants, Golfplätze, Theater und ein Kongresszentrum. Viele hatten sich erhofft, dass dieses Riesenprojekt der großen Arbeitslosigkeit in Spanien entgegenwirken würde, denn es wurde geschätzt, dass ca. 260.000 neue Arbeitsplätze über einen Zeitraum von 10 – 12 Jahren geschaffen würden. Aber leider haben sich all diesen Hoffnungen jetzt zerschlagen. Die spanischen Gesetze und nicht zuletzt das strikte Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen scheinen zum Scheitern von EuroVegas geführt zu haben.

 

Adelson hatte darauf bestanden, dass das Rauchen in allen Casinos erlaubt sein müsse. Nach Aussagen der spanischen Regierung hätten darüber hinaus einige der Forderungen von Las Vegas Sands in Bezug auf Garantien, Steuervergünstigungen und Ausgleichszahlungen gegen Spanisches und EU-Recht verstoßen. Trotz der endlosen Verhandlungen kam es zu keiner Lösung mit der spanischen Regierung, und letztendlich beschlossen Adelson und Las Vegas Sands sich von diesem Projekt zurückzuziehen und sich stattdessen auf Asien zu konzentrieren.

Adelson sagte: „Wir konzentrieren uns im Moment darauf, Länder wie Japan und Korea in ihrem Vorhaben zu unterstützen, ihren Touristen durch neue Attraktionen wie integrierte Resorts einfach mehr zu bieten.“

 

Der Gaming-Analyst Steven Wiecyznski von Stifel Nicolaus Capital Markets ist der Ansicht, dass Adelson die richtige Entscheidung getroffen hat. Die Olympischen Sommerspiele des Jahres 2020 werden in Tokio stattfinden, und Japan bemüht sich derzeitig, seine Glücksspielgesetze zu verändern und neue Casinos bis zu diesem Zeitpunkt zu bauen.

 

Es sieht also nicht so aus, als ob Europa sich in voraussehbarer Zeit zu einer Glücksspielmetropole entwickeln wird.