, May 7, 2017

Das Bild zeigt MP Carolyn Harris.

Carolyn Harris von der Labour Party will gegen FOBTs vorgehen. (Bildquelle)

Die jüngst eingebrachte Gesetzesvorlage zur Herabsetzung des Maximaleinsatzes bei sogenannten „fixed-odds betting terminals“ im Vereinigten Königreich stößt auf Widerstand. So soll das Dokument gegen Transparenzgrundsätze verstoßen. In dem Entwurf fordert eine Gruppe Abgeordneter die Reduzierung des Maximaleinsatzes auf 2 Pfund. Aktuell können Spieler noch alle 20 Sekunden ganze 100 Pfund setzen. Der Vorstoß kommt pünktlich zu den ohnehin angesetzten Beratungen im Parlament zu den kontroversen Wettterminals.

 

Buchmacher gegen Casinobetreiber

Urheber der Vorlage ist die sogenannte „all-party parliamentary group on FOBTs“ (APPG), deren Ziel es ist, FOBTs von Großbritanniens Straßen zu verbannen. Stimmführerin ist die zur Labour Party gehörende Carolyn Harris. Unterstützt wird die APPG außerdem von Wettbewerbern, die keine FOBTs anbieten, wie etwa Casinos, Spielhallen, Pubs und der Unterhaltungsspiele-Organisation Bacta. Spielbanken und Spielhallen sehen FOBTs verantwortlich für die Entwicklung von Spielsucht und problematischem Spielverhalten, das auch ihre eigenen Angebote in einem schlechten Licht erscheinen lässt. Die Associaton of British Bookmakers auf der anderen Seite befürchtet hingegen den Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen, sollte der Maximaleinsatz nach unten korrigiert werden.

 

Protokollverstöße und versteckte Sponsoren

Kathryn Hudson, die Beauftragte des Parlaments für die Einhaltung von Normen, beanstandete bei der Durchsicht der Vorlage vor allem die fehlende Transparenz. Explizit ging es dabei um die Nicht-Erfassung von Veranstaltungsteilnehmern und fehlerhafte Protokolle. Auch der Verzicht auf einen Disclaimer, der den Entwurf als nicht offiziell zum House of Commons zugehörig ausweist, ist einer der Gründe für die Kritik. Die Inanspruchnahme von kostenlosen Beratungsleistungen durch die den Wettterminals eher entgegengesetzte Gesellschaft Interel und deren Rolle als Sponsor des Dokuments wurden ebenfalls nicht transparent dargelegt. Gleiches gilt für die Lobbyarbeit von Casinos und anderen Angeboten ohne FOBTs. Dennoch seien die Verstöße Hudson zufolge weniger schwerwiegend und nicht beabsichtigt gewesen, woraufhin Carolyn Harris eine Berichtigung der angekreideten Stellen versprach.

 

Häme bei der Association of British Bookmakers

Buchmacher, die FOBTs in ihren Wettbüros anbieten, reagierten wie zu erwarten sehr erfreut auf das Urteil der Prüfstelle. Malcolm George, CEO der Association of British Bookmakers (ABB), ging sogar noch weiter und konnte sich trotz der verspäteten Zusage durch die Normenkommission einen Seitenhieb nicht verkneifen:

“Diese Gruppe von Parlamentariern ist jetzt durch ihren irreführenden Bericht über Wettterminals in Wettbüros als Serientäter entlarvt worden. Die Vorlage der Abgeordneten ist als schlampig, falsch und parteiisch erkannt worden, die zudem gegen eine lange Liste parlamentarischer Regeln verstößt.“

Problemkind Nordirland und Aufwärtstrend bei Online Angeboten

Die anstehenden Beratungen in Parlament zur Problematik der FOBTs werden sich aufgrund der von Premierministerin Theresa May überraschend angesetzten Neuwahlen am 8. Juni aller Voraussicht nach nach hinten verschieben. Dennoch wird mit einer Reduzierung des Maximaleinsatzes gerechnet, die den Betrag zwischen 10 und 20 Pfund festlegen dürfte. Wie von den Befürwortern ins Feld geführt, könnte eine stärkere Regulierung der Einsätze für einen Rückgang der Spielsucht in Großbritannien sorgen. Eine Studie zeigte jetzt, dass Nordirland am stärksten von problematischem Spielverhalten im Königreich betroffen ist. Obwohl die Zahl der Gesamtspieler rückläufig ist, konnte dennoch ein starker Zuwachs im Bereich der Wahrnehmung von Online Angeboten festgestellt werden. Außerdem seien Männer stärker gefährdet, Abhängigkeiten zu entwickeln als Frauen.