, August 4, 2015

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Fusion Ladbrokes Coral

In der Online Glücksspiel Branche lässt sich immer noch einiges an Geld verdienen. Egal, ob auf regulierten oder unregulierten Märkten, egal, ob mit Sportwetten, Online-Poker oder mit Casino-Games. Doch ein weiterer Trend scheint sich ebenfalls zu bewahrheiten: Die kleinen oder kleineren Anbieter tun sich immer schwerer.

 

Das Unternehmen bwin.party ging zum Beispiel im März 2011 aus dem Zusammenschluss der österreichischen bwin Interactive Entertainment AG und PartyGaming plc hervor. Nun streiten sich die Konkurrenten 888 Holdings und GVC Holdings um die Übernahme von bwin.party. Während sich zwei noch streiten, konnten sich zwei andere Anbieter auf eine Übernahme einigen. Buchmacher Ladbrokes sicherte sich für einen Share-Exchange Deal von 2,3 Milliarden Pfund den britischen Konkurrenten Coral Group

 

Größter Buchmacher in Großbritannien

Schon Ende Juni wurden Übernahme-Gespräche zwischen den beiden Buchmachern bestätigt. Mit der Übernahme gibt es einen neuen Platzhirsch in Großbritannien. Zum neuen Unternehmen Ladbrokes Coral gehören ab sofort 4.000 Wettbüros. Mehr hat kein Buchmacher im Vereinigten Königreich. Der bisherige Marktführer, William Hill wurde auf den Platz 2 verdrängt. Er hat mit 2.300 Wettshops seinen Spitzenplatz eingebüßt.

 

Natürlich lesen sie dich Zahlen des neuen Wettanbieters imposant. Experten erwarten von Ladbrokes Coral einen Netto-Umsatz von 2,1 Milliarden Pfund. 1,75 Prozent mehr als die Hälfte gehören Ladbrokes. Für die Gala Coral Group und ihren Private-Equity Eigentümern bleiben 48,25 Prozent. Neuer Chef des fusionierten Unternehmens ist der bisherige CEO von Ladbrokes, Jim Mullen.

 

Der CEO von Gala Coral, Carl Leaver, übernimmt die Stelle als Executive Deputy Chairman. Von der Fusion erhofft man sich ein enormes Potential sowie große Kostensynergien. Zudem soll der Zusammenschluss auch den Aktionären viel Mehrwert bieten.

 

Im Jahr 1998 war der Buchmacher Gala Coral schon einmal “Opfer” einer Übernahme. Damals hatten die Private-Equity-Groups Candover, Cinven und Permira den Wettanbieter übernommen. Dann wollte Coral Jahre später selbst Ladbrokes schlucken. Als Preis standern 363 Mio. Pfund im Raum. Doch diese Übernahme wurde blockiert. Die Wettbewerbs-Aufsicht hatte Befürchtungen, dass das fusionierte Unternehmen zu viel Marktmacht haben würde.

 

Die Übernahme kommt für Ladbrokes zur richtigen Zeit, nachdem in den vergangenen Monaten nicht alles so rosig für den Buchmacher lief. Einerseits hatte man in Großbritannien mit der neuen Regulierung zu kämpfen.

 

In Großbritannien müssen die Buchmacher seit geraumer Zeit die neue Point-of-Consumption Tax (POCT) bezahlen, die besagt, dass die Steuern nicht mehr dort erhoben werden, wo der Online Glücksspiel Anbieter seinen Sitz hat, sondern dort, wo sich die befinden, also in Großbritannien. Die Steuer beträgt 15 % des Wett-Einsatzes.

 

Ladbrokes musste im vergangenen Jahr etwas 150 Wettshops zu machen. Auch zog sich der Buchmacher aus zahlreichen europäischen Märkten wie Ungarn, Norwegen, der Schweiz, Russland, Finnland, Portugal und Rumänien zurück. Grund dafür waren neue Glücksspiel-Gesetze in den jeweiligen Ländern.

 

Deutsche Lizenz für Ladbrokes auf Eis

Ladbrokes möchte sich in Zukunft nun ausschließlich auf regulierte Märkte konzentrieren. In Deutschland gehörte Ladbrokes eigentlich zu den Wett-Anbietern, die im September 2014 von hessischen Innenministerium für eine der 20 bundesweiten Sportwetten-Lizenzen vorgeschlagen wurden. Doch bis heute hat Ladbrokes die Lizenz noch nicht bekommen. Wett-Anbieter, die bei der Vergabe leer ausgegangen waren, reichten Klage gegen die quantitative Begrenzung der Konzessionen ein und bekamen in den ersten Instanzen Recht.

 

Die Begrenzung auf 20 Lizenzen sei willkürlich und nicht mit europäischem Recht vereinbar. Durch die Klagen mehrerer Wett-Anbieter ist die Lizenz-Vergabe sowie die Regulierung in Deutschland erst einmal auf Eis gelegt. Im August 2012 hatte Ladbrokes auch eine Lizenz für das Bundesland Schleswig-Holstein erhalten. Mit dieser Lizenz darf man noch bis 2018 Online Glücksspiele im nördlichsten Bundesland anbieten.

 

Übernahmen und Übernahme-Versuche sind und bleiben in der Online Glücksspiel Branche auf jeden Fall an der Tagesordnung. Eine große Übernahme war beispielsweise im Februar 2015 gescheitert. Der britische Buchmacher William Hill hatte eine Summe von 744 Mio. Pfund für den Konkurrenten 888 geboten.

 

Die Übernahme scheiterte aber am zu niedrigen Preis. Wie es besser geht, sah man beispielsweise im Juni 2014: Hier hatte die Amaya Gaming Group die Rational Group, die Muttergesellschaft der Online Pokerseiten PokerStars und Full Tilt Poker, für $4.9 Milliarden übernommen und wurde dadurch zum weltweit größten Online Gaming Anbieter.

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