, 08.05.2017

Das Bild zeigt den Kokon Corporate Campus.

Der Kokon Corporate Campus in Ruggell könnte schon bald eines der ersten Casinos des Landes beherbergen. (Bildquelle)

Das Rennen um das erste landbasierte Casino in Liechtenstein ist noch nicht entschieden. Sowohl die ADMIRAL Casinos & Entertainment AG als auch die Casinos Austria AG haben ein Konzessionsgesuch eingereicht und warten aktuell noch auf das Ergebnis der Prüfung. Es gibt bereits konkrete Standortvorstellungen und auch die Baumaßnahmen sind bereits angelaufen. Bei einer Bewilligung durch das Amt für Volkswirtschaft könnte der Zwergenstaat im Herzen Europas noch dieses Jahr die Eröffnung von gleich zwei Casinos feiern. Das Fürstentum verfügt aktuell über gar keine Spielbank. Aus diesem Grund weichen Spieler aus Liechtenstein auf Casinos in Deutschland, Österreich oder der Schweiz aus. Allein drei deutsche Spielbanken sind mit unter einer Stunde Fahrtzeit bequem zu erreichen.

 

Admiral mit konkreten Plänen und unterschriebenem Mietvertrag

Die Admiral Casinos AG, eine Tochter der österreichischen Novomatic-Gruppe, gab bekannt, eine Spielbank in der Gemeinde Ruggell eröffnen zu wollen. Zu diesem Zweck habe man auch bereits einen Mietvertrag unterzeichnet. Zukünftiger Standort des Casinos soll demnach der Kokon Corporate Campus sein. Dabei handelt es sich um ein modernes Geschäftszentrum mit Event-und Kongresshallen, erstklassiger Infrastruktur und attraktiven Angeboten für Investoren. Auch die Position der Gemeinde Ruggell im Dreiländereck Liechtenstein-Österreich-Schweiz dürfte einem Casinobetrieb zuträglich sein und für zusätzliche Besucher aus dem Ausland sorgen. Eine Zusage der Behörden würde für gut 50 neue Arbeitsplätze in Liechtenstein sorgen. Geplant sind fünf Live Tische, Roulette und rund 100 Spielautomaten für die neue Spielstätte.

 

Casinos Austria beginnt mit Baumaßnahmen

Die Casinos Austria AG steht Admiral in nichts nach und hat bereits Baumaßnahmen in die Wege geleitet. Nachdem das Unternehmen ebenfalls ein Konzessionsgesuch bei der Landesverwaltung eingereicht hat, sollen die Umbauarbeiten am Standort Schaanwald in der Gemeinde Mauren so bald wie möglich beginnen. Die Räumlichkeiten im Geschäftskomplex Pirandello sollen zu diesem Zweck für einen Casinobetrieb ausgebaut werden. Eine Bewilligung des Amtes für Bau- und Infrastruktur liegt bereits vor. Die Eröffnung möchte man noch dieses Jahr ansetzen heißt es seitens Konzernsprecher Martin Himmelbauer. Dennoch:

„Der genaue Eröffnungszeitpunkt hängt einerseits von der Bewilligungserteilung sowie vom Baufortschritt ab.“

Dritter Bewerber wohl eher abgeschlagen

Der dritte im Bunde, Unternehmer Wolfgang Egger aus Vaduz, hat seine Casinopläne wohl vorerst auf Eis gelegt. Bisher hatte er immer wieder die Absicht geäußert, ebenfalls eine Spielbank in seinem Heimatland eröffnen zu wollen. Von einem konkreten Konzessionsgesuch ist jedoch nichts bekannt. Zwar hat Egger bereits mit dem Umbau einer Immobilie begonnen, genaue Pläne zur Nutzung des Gebäudes gibt es allerdings noch nicht. Ursprünglich hatte der Geschäftsmann ein Casino mitsamt Hotelanlange geplant, das in 115 Zimmern Gäste beherbergen sollte. Das Spielangebot sollte neben mehreren Tischen auch rund 150 Spielautomaten beinhalten.

 

Amt für Volkswirtschaft ist zentrale Vergabestelle

Das Amt für Volkswirtschaft ist als Teil der Landesverwaltung zuständig für alle Belange im Zusammenhang mit Geldspiel. Um die Bewilligung zum Betrieb einer Spielbank zu erhalten, müssen Bewerber die Vorschriften der Artikel 9 bis 12 des Geldspielgesetzes erfüllen. Dazu gehören beispielsweise der Nachweis eines Sozial- und Sicherheitskonzepts zum Spielerschutz und geeigneter Räumlichkeiten zur Durchführung des Vorhabens. Ein Antrag wird demnach nicht ohne vorherige Vereinbarungen zu einer potenziellen Immobilie bewilligt. Außerdem sind Eigenmittel in Höhe von 5 Millionen Franken an Grundkapitel einzubringen. Artikel 9a Absatz 3 legt für ausländische Firmen, so wie im Fall der beiden aktuellen Bewerber, zudem fest:

„Die ausländische Gesellschaft hat in ihrem Sitzstaat über eine vergleichbare Spielbankenbewilligung oder Konzession zu verfügen […].“

Diese Voraussetzung dürften die beiden erfahrenen Betreiber ohne weiteres erfüllen und auch die übrigen Bedingungen stellen keine unmöglichen Hürden dar. Die Entscheidung des Amtes für Volkswirtschaft steht zwar noch aus, doch die Chancen stehen gut, dass Deutschlands Nachbarland schon bald zwei neue Casinos sein Eigen nennen kann.