, July 7, 2016

Live Poker Concord Card Casinos Schließung

Mit der Schließung der Concord Card Casinos steht Live Poker in Österreich vor dem Aus (Symbolbild – Bildquelle).

In Österreich steht ein Poker Imperium vor dem Aus. Live Poker Spielstätten wie die 12 Concord Card Casinos und das Montesino des Wiener Card Casino Königs Peter Zanoni müssen in Kürze schließen. Auch private Poker Klubs sind durch hohe, kaum bezahlbare Steuernachforderungen von Schließungen bedroht. Faktisch bedeutet dies das Ende für Live Poker in Österreich.

Live Poker Spielorte werden noch diese Woche geschlossen

Bereits 23 Jahre dauert ein Rechtsstreit zwischen Poker König Peter Zanoni und dem österreichischen Staat an. Bereits Anfang des Jahres hat der Betreiber der 12 Concord Card Casinos in Österreich vor Gericht eine Klage gegen Steuerforderungen in Millionenhöhe des Bundeslandes Voralberg verloren. In der Folge wurde ein Konkursverfahren eröffnet, weil die Firmengruppe hinter den Casinos rekordverdächtige negative Eigenkapitalquoten aufwies (wir berichteten). Die Insolvenzanmeldung erfolgte gegen den Willen Peter Zanonis. Der mit Abstand größte Live Poker Betreiber wehrte sich gegen den Konkursantrag und betrieb seine Casinos unter einer anderen Firma weiter.

Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet: der Insolvenzverwalter Günther Hödl teilte mit, alle Live Poker Spielstätten bereits in den nächsten Tagen schließen zu wollen. Er äußerte sich wie folgt:

“Ich werde nun den gesamten Betrieb schließen. Den Beschluss dazu wird es noch diese Woche geben.”

Dazu zählen die 12 Concord Card Casinos und das Montesino Casino. 650 Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen und könnten schon in kürzester Zeit arbeitslos auf der Straße stehen.

Steuerforderungen gegen den Live Poker König

Live Poker König Peter Zanoni

Live Poker König Peter Zanoni (Bildquelle).

Das österreichische Finanzamt fordert 310 Millionen Euro an Steuernachzahlungen von der CBA Spielapparate- und Restaurantbetriebs GmbH, dem Mutterunternehmen der Concord Card Casinos. Der Oberste Gerichtshof in Österreich hat erst kürzlich die Beschwerde Peter Zanonis gegen die massiven Forderungen abgewiesen. Durch fehlendes Eigenkapital sind die Casinos zahlungsunfähig. Hintergrund ist, dass beim Live Poker nur 3,5 Prozent pro Einsatz als Abgabe eingenommen wurden. Die Steuerforderungen belaufen sich aber auf 16 Prozent pro Einsatz. “Keine Auskunft”, kommentierte Poker König Zanoni alle Nachfragen. Für den Fiskus ist die Bemessungsgrundlage die Höhe der gesamten Spieleinsätze, nicht der sogenannte Rake, die Abgabe an das Live Poker Casino. Die CBA argumentierte in der Vergangenheit vor Gericht, dass sie nur Veranstalter und Organisator erlaubter Kartenspiele ohne Bankhalter sei. Es handle sich nur um eine gewerbliche Dienstleistung. Diese Position fand allerdings von den Richtern keinen Zuspruch und es blieb bei der festgesetzten Höhe der Steuerabgaben.

Auch der weitere Betrieb der Live Poker Spielstätten durch die Montesino Gruppe hat nun ein Ende. Der Insolvenzverwalter Günther Hödl hat die Aufkündigung der Miet- und Pachtverträge bekanntgegeben, sodass Zanoni seine Spielstätten nicht mehr an sich selbst weitervermieten kann. Einzig ein Betriebsmodell bleibt: der Abschluss neuer Pachtverträge mit den Grundstückseigentümern. Allerdings ist fraglich, ob diese an einen Steuerschuldner in Millionenhöhe vermieten wollen, der keine Aussicht auf gewinnbringende Casino Führung hat.

Doch damit nicht genug. Das Insolvenzverfahren der CBA Spielapparate- und Restaurantbetriebs GmbH ist aussichtslos, da das Kapital fehlt. Wie Insolvenzverwalter Hödl erklärt, könnte der Fiskus Peter Zanoni persönlich in Haftung nehmen. Nachdem dieser in 23 Jahren des verbitterten Rechtsstreits alle Instanzen durchlaufen hat, wird er kaum Milde des Staates erwarten können. Es scheint, als hätte Österreichs Poker König endgültig ausgepokert.

Das Ende des Live Poker in Österreich

Die Niederlage Peter Zanonis, das Insolvenzverfahren und die Schließung der Concord Card Casinos bedeuten faktisch das Aus für eine Ära des österreichischen Live Poker. In den letzten Jahren haben dutzende Poker Klubs im Land eröffnet, die alle dem Modell der Concord Card Casinos folgten. Diese Mini Casinos bieten an zwei bis vier Tischen Poker Spiele auch mit niedrigen Einsätzen an. Das österreichische Finanzamt plant, auch in diesen Live Poker Klubs vorstellig zu werden und hat bereits entsprechende Ankündigungen verlauten lassen.

Live Poker wird in Österreich von rund einer halben Millionen Spieler gezockt. Nach der Schließung der alternativen Spielstätten bleibt ihnen in Zukunft nur noch das offizielle Angebot der Casinos Austria. Allerdings hat Poker dort keinen hohen Stellenwert und wird nur mit hohen Einsätzen angeboten. Das ist 90 Prozent der Live Poker Spieler im Vergleich zu Klubs und Card Casinos aber zu hoch und sie können oder wollen sich diese Einsätze nicht leisten. Es bleibt abzuwarten, ob Poker Fans auf Online Angebote ausweichen werden.

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