Jüngste Lottomillionärin Großbritanniens erwägt Klage gegen Lotteriegesellschaft

, Februar 15, 2017

Jane Park lächelt vor einer Mauer in die Kamera.

Jane Park gewann mit 17 Jahren etwa 1,2 Millionen Euro in der britischen Lotterie. Jetzt will sie den Betreiber verklagen. (Quelle: BBC)

Jane Park, die jüngste Millionengewinnerin der britischen „EuroMillions“-Lotterie, beabsichtigt, die Betreibergesellschaft Camelot zu verklagen. Die damals 17-Jährige aus dem schottischen Edinburgh hatte 2013 mit ihrem ersten Los umgerechnet etwa 1,2 Millionen Euro gewonnen. Jetzt ließ sie verlauten, Klage gegen den Lottobetreiber wegen Fahrlässigkeit erheben zu wollen. Der Gewinn vor vier Jahren habe ihr Leben ruiniert. Laut Park seien Minderjährige mit einem derartigen Geldregen überfordert und sollten deshalb ihrer Meinung nach keine Lotterielose erwerben dürfen.

 

Langeweile, Sinnentleertheit und Isolation

Jane Park fordert eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestalters von 16 auf mindestens 18 Jahre. Wenn es nach ihr ginge, sollten Minderjährige derart hohe Summen wie sie gar nicht erst gewinnen dürfen. Gegenüber dem britischen Mirror erklärte die mittlerweile 21-Jährige, sie sei sich sicher, dass der Millionengewinn ihr Leben nicht zum Besseren, sondern zum Schlechteren verändert habe. Vor allem der damit verbundene Stress mache ihr zu schaffen:

“Die Leute sehen mich und beneiden mich um meinen Lebensstil und um mein Geld. Aber sie verstehen nicht, welchem Stress ich ausgesetzt bin. Ich habe zwar Besitztümer, aber davon abgesehen ist mein Leben leer. Was ist mein Sinn auf dieser Welt?“

Außerdem sehne sie sich nach ihrem alten Leben, in dem sie sich noch über die kleinen Dinge freuen konnte. Auch mit den Regeln der High Society in den exklusiven Urlaubsorten auf der ganzen Welt kann sie nichts anfangen. Lieber verreise sie mit ihren Freunden innerhalb Europas. Das Geld lege ihr auch im Zwischenmenschlichen Steine in den Weg, sagt Park. So habe sie Probleme, einen Partner zu finden, der es nicht auf ihr Vermögen abgesehen hat.

 

Camelot sieht sich nicht in der Verantwortung

Der britische Lotteriebetreiber Camelot UK Lotteries Limited, der die EuroMillions-Lose verkauft, weist alle Schuld von sich. Das Unternehmen stellt seinen Kunden für die Zeit nach dem Geldsegen einen Berater zur Seite, der sie auf das Leben als Millionär und damit verbundene Anlagemöglichkeiten der Gewinnsumme aufklären soll. Die Jugendliche war damals mit der Situation und den Ratschlägen seitens Camelot überfordert. Ihre einzige Stütze zu dieser Zeit sei die Familie gewesen. Beim Lotteriebetreiber heißt es dazu:

„Wir nehmen unsere Fürsorgepflicht gegenüber den Gewinnern sehr ernst. Allen Gewinnern größerer Beträge bieten wir so lange Unterstützung und Rat an, wie sie es wünschen. Unsere Hilfe richtet sich nach der individuellen Lebenssituation des Gewinners. Bei Jugendlichen spielt das Alter selbstverständlich eine wichtige Rolle und bestimmt Art und Weise der Beratung.“

Camelot verweist auf die Verantwortung des Parlaments, wenn es darum geht, das Mindestalter für die Lotterieteilnahme anzuheben. In London sei man zuständig für eine Novellierung des Gesetzes, nicht bei Camelot. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte:

„Jeder, der mindestens 16 Jahre alt ist, kann Lotto spielen und dementsprechend gewinnen. Camelot entscheidet nicht über die Altersbeschränkung für derartiges Spiel, das wurde bereits 1994 mit Start der National Lottery festgelegt. Daher müssen sich sämtliche Fragen bezüglich des Mindestalters an das Parlament richten.“

Von der Aushilfe zur Millionärin

Zum Zeitpunkt ihres Gewinnes 2013 arbeitete die junge Frau noch für einen Stundenlohn von 8 Pfund als Aushilfe und lebte mit ihrer Mutter in einer bescheidenen Sozialwohnung in ihrer Heimatstadt Edinburgh. Der Gewinn war damals eine unglaubliche Freude für sie. Investiert hat sie die Million in Immobilien, Schönheits-OPs, Handtaschen, Autos, Reisen und andere Luxusgüter. Trotz der materiellen Unabhängigkeit ist Jane Park unglücklich:

„Ich dachte, der Gewinn würde mein Leben zehnmal besser machen, aber er hat es zehnmal schlechter gemacht. An den meisten Tagen wünsche ich mir, einfach kein Geld zu haben. Mein Leben wäre so viel einfacher, wenn ich nicht gewonnen hätte.“

Ob sie je darüber nachgedacht habe, ihr Geld einfach loszuwerden? Darauf lacht Jane Park und verneint.