, January 30, 2017

Marcel Luske

Der Niederländer Marcel Luske gehört zu den erfolgreichsten Pokerspielern der Welt. Gegen PokerStars hat er trotzdem das Nachsehen. (Quelle: Marcel Luske)

Der Niederländer Marcel Luske (gebürtig Lüske) musste einen Rückschlag in seinem Rechtsstreit mit PokerStars einstecken. Der weltbekannte Pokerspieler hatte das Unternehmen 2016 wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Es geht um die Nutzung seiner International Poker Rules bei PokerStars Live Events. Dafür stehe ihm eine jährliche Lizenzgebühr in Höhe von 25.000 US-Dollar zu. PokerStars beruft sich darauf, die Regeln für seine Live Events seien keine Kopie der Sammlung Luskes, sondern stammten aus eigener Feder.

Richterin Nancy Allf hat jetzt in Nevada dem Klageabweisungsantrag von PokerStars stattgegeben. Luske und seiner Anwältin Kerry J. Doyle von Thunder Law bleibt jetzt bis Anfang März Zeit, eine sogenannte Berichtigungsklage einzureichen. Darin muss der 63-Jährige seinen ursprünglichen Antrag weiter ausführen und Unklarheiten beseitigen. Zu den offenen Fragen gehört, ob die Kooperation mit PokerStars exklusiv gewesen ist und welcher Art die getroffenen Branding-Vereinbarungen waren. Außerdem muss der Pokerprofi Angaben dazu machen, ob und für wie lange er seine Regeln urheberrechtlich geschützt hat.

 

Deal per Handschlag

 

2012 hatten PokerStars und Luske, der zu dieser Zeit noch als Mitglied des Team PokerStars Pro von PokerStars gesponsert wurde, eine Zusammenarbeit bezüglich Luskes International Poker Rules beschlossen. Allerdings nur per Handschlag, denn der Niederländer verzichtete aufgrund der langjährigen guten Erfahrung mit seinem Partner auf einen schriftlichen Vertrag. Angeblich existieren jedoch E-Mails. 25.000 US-Dollar sollte Luske jährlich für die Verwendung seiner Regeln bei PokerStars Events erhalten. Außerdem sollten Logo und Branding seiner Federation International de Poker Association (FIDPA) bei den Veranstaltungen sichtbar sein. 2013 kündigte PokerStars die Zusammenarbeit und verwendet seitdem seine eigenen Regeln. 2014 endete auch das Sponsoring von Luske.

 

Luske wirft PokerStars Urheberrechtsverletzung vor

 

Der Niederländer reichte im August 2016 Klage wegen Urheberrechtsverletzung vor dem Clark County District Court in Nevada gegen die Rational Group ein. Luske wirft dem Unternehmen vor, die im Anschluss von PokerStars entworfenen Richtlinien seien eine Kopie seiner eigenen. Seine Klage lautet auf:

„Schadensersatz und Entschädigung von Folgeschäden inklusive Zinsen, beruhend auf Betrug, Einflussnahme auf wirtschaftliche Vorteile in der Zukunft, Arglist und Nichterfüllung des Vertrags“

International Poker Rules 25.000 US-Dollar wert

 

Der Stein des Anstoßes, die International Poker Rules, wurden 2008 von Luske aufgesetzt. PokerStars waren sie 25.000 US-Dollar wert. Die darin festgehaltenen Grundsätze gehören zu der von Luske 2002 ins Leben gerufenen Federation International de Poker Association. Sein Ziel war die Etablierung einheitlicher Regeln für alle Veranstaltungen. Dabei sollte fortan der Spieler im Mittelpunkt stehen. Richtlinien zugunsten von Casinos waren ihm in der Vergangenheit auf seinen Reisen bereits vermehrt negativ aufgefallen.

 

Luske gehört zur ersten Riege im internationalen Poker

 

Luske, der auch den Spitznamen „The Flying Dutchman“ trägt, ist einer der besten Pokerspieler der Welt. Seit dem Beginn seiner Karriere 1999 konnte er Preisgelder im Wert von über 4,4 US-Dollar bei Live Turnieren erspielen. Er ist bekannt für sein auffallendes Verhalten während Turnieren, zu dem nicht selten Gesangseinlagen gehören. Seinen Spitznamen verdankt er seinen diversen Reisen sowie seiner niederländischen Airline, bei der er als Vielflieger im „The Flying Dutchman“-Club reist.