, July 8, 2017

Sebastian Langrock und Günther Jauch bei WWM

Sebastian Langrock hat vor seinem WSOP-Triumph bereits 2013 erfolgreich an “Wer wird Millionär” teilgenommen. (Bildquelle)

Sebastian Langrock hat das nächste Bracelet für Deutschland bei der World Series of Poker geholt. Im Rio All Suite Hotel & Casino in Las Vegas machte der 40-Jährige beim 1.500 Dollar No-Limit Hold’em/Pot-Limit Omaha 8-Handed Mix die Pole Position klar. Damit sicherte sich der gebürtige Leipziger sein erstes Bracelet bei der WSOP und beschert Deutschland nach Christopher Frank und Jens Lakemeier bereits das dritte goldene Armband in dieser Saison. Aber nicht nur Sebastian Langrock war bei Event #64 erfolgreich, auch sein Kollege Kilian Kramer belegte einen beeindruckenden 2. Platz beim 888 Dollar Crazy Eights No-Limit Hold‘em 8-Handed.

 

Sebastian Langrock gewinnt 268.555 US-Dollar

Sein Sieg bei Event #64 hat Sebastian Langrock stolze 268.555 Dollar eingebracht. Nach aktuellem Wechselkurs entspricht dies ungefähr einem Betrag von 235.000 Euro. Der deutsche Pokerprofi setzte sich bei seinem Turnier gegen 1.056 Kontrahenten durch. Am Ende schlug er den Amerikaner Ryan Laplante im Heads-Up. Laplante hätte andernfalls bereits sein zweites goldenes Bracelet bei der WSOP gewonnen. Für Sebastian Langrock ist es bereits das fünfte Jahr in Folge bei der WSOP. In der Vergangenheit war seine Teilnahme jedoch nicht von Erfolg gekrönt, aber diesmal hat sie sich wortwörtlich ausgezahlt. Als sein Spezialgebiet nennt der 40-Jährige Pot-Limit Omaha und genau dieses Fachwissen hat ihm dieses Jahr den Titel eingebracht. Sein Konzept, die No-Limit Hold’em Runden zu umgehen, ist aufgegangen und so wurde die letzte Hand am Finaltisch im PLO entschieden.

 

Insgesamt fünf deutsche Spieler auf Geldrängen

An den Finaltisch schaffen es acht Spieler, von denen Sebastian Langrock als einer mit den niedrigeren Stacks ins Rennen ging. Doch das Blatt wendete sich rasch und Langrock verwies den Briten Fernando Brito auf Platz 8. Damit begann der Siegeszug des Deutschen und bis zur einstündigen Pause zum Abendessen hatte er sich bis auf acht Chips an den Leader herangekämpft. Keine zwei Stunden später war das Event entschieden. Obwohl es ein Kopf-an-Kopf-Rennen war und beide Finalisten fast gleich starke Stacks besaßen, konnte Sebastian Langrock das Spiel im Heads-Up für sich entscheiden. Der Franzose Victor Choupeaux landete auf dem 3. Platz, gefolgt von den beiden Amerikanern Esther Taylor und Shannon Shorr. Die nächsten deutschen Platzierungen waren Friedrich Meyer auf Platz 21, Konstantin Bücherl auf Platz 71 sowie Manig Löser und Tobias Ziegler auf den hinteren Geldrängen. Insgesamt gab es 159 bezahlte Plätze.

 

Langrock bereits 2013 bei „Wer wird Millionär“ erfolgreich

Sebastian Langrock ist kein Unbekannter vor den Kameras. 2013 nahm der damals 36-Jährige an der Quizshow „Wer wird Millionär“ mit Günther Jauch teil. Schon damals stellte er sich als professioneller Pokerspieler vor. Er schaffte es, als erster Kandidat nach zwei Jahren die Millionenfrage zu knacken. Diese lautete „Wer sollte sich mit der ‚Zwanzig nach vier‘-Stellung auskennen?“. Die Antwortmöglichkeiten waren Fahrlehrer, Karatemeister, Kellner und Landwirtschaftsarchitekt. Dass die „Zwanzig nach vier“-Stellung eine Besteckposition im Restaurant ist, die dem Kellner anzeigt, dass ein Gast seine Mahlzeit beendet hat, konnte Sebastian Langrock damals richtig beantworten. Daher kennt er das Millionengefühl bereits, wie er nach seinem Sieg erzählte:

„Ich bin eigentlich relativ ruhig. Vor vier Jahren hatte ich das große Glück, bei „Wer wird Millionär“ die Million zu gewinnen, daher kenne ich das Gefühl schon. Es ist aber nicht so, dass ich das hier total locker nehme, denn das ist schon etwas Besonderes grade. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen, das wird sicher noch ein paar Tage dauern.“

Durch seinen Gewinn damals finanzierte er sich seine Pokerkarriere und überbrückte Zeiten, in denen er weniger Turniergewinne erzielte.

 

Kollege Kilian Kramer Zweiter bei Event #60

Der 27-jährige Kilian Kramer sorgte neben seinem Kollegen Sebastian Langrock ebenfalls für einen tollen Erfolg bei der WSOP. Beim 888 Dollar Crazy Eights No-Limit Hold‘em 8-Handed landete der gebürtige Kölner hinter dem Rumänen Alexandru Papazian auf Rang 2. Im Heads-Up hatte Kramer das Nachsehen gegenüber Papazian, konnte sich aber dennoch über einen beeindruckenden Gewinn von 463.888 US-Dollar freuen. Insgesamt gingen 2.878 Spieler an den Start. Den dritten Platz sicherte sich der Brite Harry Lodge. Die weiteren deutschen Platzierungen waren Bernd Grundkemeyer auf Rang 45, Daniel Peche auf Platz 52 sowie Thomas Scholze, Jakub Wojtas, Bastian Fischer und Matthias Eibinger, die ebenfalls auf Geldrängen landeten. Das Main Event der WSOP 2017 steht kurz bevor, sodass die beiden jüngste Erfolge die deutsche Delegation mit Sicherheit selbstbewusst ins Turnier starten lassen.