, May 12, 2017

Das Bild zeigt eine Uhr.

Mit der Regeländerung soll Zeitschinderei verhindert werden. (Bildquelle)

Die World Series of Poker (WSOP) ist dem Beispiel vieler anderer Turnierveranstalter gefolgt und hat für dieses Jahr eine Regeländerung beschlossen. Mit der neuen „Clock“-Regel soll die Spielgeschwindigkeit an den Tischen erhöht werden. Um Zeitschinderei, das sogenannte „Stalling“, in Zukunft zu vermeiden, hat die WSOP die minimale Bedenkzeit verkürzt und die Hürden zur Ansetzung einer Clock verringert. Spieler, die absichtlich den Spielfluss in die Länge ziehen, werden so gezwungen, ihren Zug innerhalb eines bestimmten Zeitlimits zu machen oder scheiden aus. Eine Clock kann sowohl auf Verlangen des Gegners oder aber durch die Turnierleitung eingesetzt werden. Bisher war nach Meinung vieler Spieler und Veranstalter zu viel Zeit verstrichen, bis eine Clock zum Einsatz kam. Das ändert sich nun mit den neuen Regeln für 2017.

 

2-minütige Bedenkzeit abgeschafft

Bisher waren sogenannte „Shot Clocks“ bei der WSOP an der Tagesordnung. Sie hatten eine Dauer von einer Minute plus Countdown. Nach dem alten Regelwerk mussten zudem mindestens zwei Minuten vergehen, bis überhaupt eine Clock verlangt werden konnte. Diese Shot Clocks sollen nun von einer situationsbezogenen Clock abgelöst werden, die jederzeit beantragt werden kann. Möglich sind Clocks zwischen 0 und 30 Sekunden, denen ein 10-sekündiger Countdown folgt. Die Entscheidungsgewalt bei der Festlegung der Zeit hat einzig die Spielleitung. Hat ein Spieler in der vorgegebenen Zeit nicht gehandelt, so verliert er seine Hand und scheidet aus. In der offiziellen Regeländerung liest sich der entsprechende Absatz wie folgt:

„Nach alten Regeln konnten Teilnehmer nach einem „angemessenen Zeitfenster“ eine Clock verlangen. Dabei galten zwei Minuten als das Minimum der Angemessenheit. Diese 2-Minuten-Richtlinie wurde abgeschafft. Teilnehmer dürfen jetzt jederzeit eine Clock verlangen, wenn sie das Gefühl haben, ein Spieler am Tisch braucht länger als angemessen für eine Spielsituation.“

Spieler befürworten neue Regelung

Die neuen Regeln wurden aufgestellt, um die immer wieder eingesetzten Verzögerungstaktiken von Spielern zu vermeiden und Poker wieder attraktiver zu machen. Dieser Missstand wurde bereits von mehreren Pokerspielern beobachtet und kritisiert. Aus diesem Grund zeigen sich viele bekannte und erfolgreiche Spieler jetzt umso erfreuter über die Entscheidung der WSOP. Daniel Negreanu, die aktuelle Nummer 1 der Welt aus Kanada, erklärte seine Zustimmung so:

„Ich finde es bei den meisten No Limit Hold’em-Turnieren nicht unterhaltsam, ohne Shot Clock zu spielen. In allen Events, die ich spiele, werde ich von meinem Recht Gebrauch machen, Spieler, die ständig das Spiel verzögern, auf eine Clock zu setzen.“

Und auch die restliche Pokerwelt zeigt sich angetan von der Entscheidung der WSOP. Allen Kessler, Pokerprofi aus den USA, sagte dazu:

„Eine Änderung war notwendig. Mir gefällt die Möglichkeit, Dauer-Staller schneller auf eine Clock setzen zu können.“

Und auch sein Landsmann Greg Himmelbrand ist zuversichtlich:

„Mir gefällt die Regeländerung. Das wird das Problem lösen.“

Die neue Regel birgt auch Gefahren

Die neuen Clock-Regeln stoßen jedoch nicht nur auf bedingungslosen Zuspruch. Das Problem dabei könnte beispielsweise die Festlegung der konkreten Zeit sein, die durch das Kriterium der Situationsbezogenheit sehr subjektiv wird. Bei einer Spannweite von 30 Sekunden ist es immerhin nicht auszuschließen, dass unterschiedliche Limits bestimmt werden, innerhalb derer ein Spieler handeln muss. So besteht die Gefahr von Diskussion über eine Ungleichbehandlung. Auch die Maximaldauer von 40 Sekunden könnte nach Ansicht einiger Experten zu kurz sein, vor allem bei wichtigen Händen. Außerdem wird befürchtet, dass die Willkür der allein entscheidungsbefugten Turnierleitung auch dazu beitragen könnte, bestimmte Spieler zu benachteiligen.

Similar Guides On This Topic