, 08.04.2017

Das Bild zeigt Nigel Farage für Paddy Power.

Nigel Farage ist offenbar der neuer Politberater von Paddy Power. (Bildquelle)

Der irische Buchmacher Paddy Power Betfair hat bekannt gegeben, Nigel Farage als neuen Politikberater engagiert zu haben. Der britische Politiker und bekennender EU-Gegner ist das Werbegesicht für Paddy Powers Suche nach einem „Head of Trump Betting“. Dies teilte die PR-Abteilung über einen Blogeintrag im Internet mit, in dem sie Farage im Unternehmen willkommen hieß. Obwohl die Meldung am 1. April veröffentlicht wurde und somit leicht als Aprilscherz durchgehen könnte, betont Paddy Power die Ernsthaftigkeit seiner Neuigkeit und stellte als Reaktion auf diverse Posts klar, dass es sich um keine Fake News handele.

 

Paddy Power will sich keine Patzer mehr leisten

Nach der finanziellen Pleite infolge der unerwarteten Wahlsiege Trumps und der Brexit-Befürworter wolle man bei Paddy Power nichts mehr dem Zufall überlassen. Mit Farage habe man einen kompetenten Berater an seiner Seite, der die Ausgänge beider Wahlen korrekt antizipiert habe und so in Zukunft neues Unheil abwenden solle. Lee Price, PR-Verantwortlicher und Autor des Blogeintrags, schreibt:

„Nach einem desaströsen Jahr der politischen Pfuschereien – an dieser Stelle nur zwei Wörter: Brexit und Trump – sind wir entschlossen unsere Fehler 2017 nicht zu wiederholen. Deshalb haben wir uns ein politisches Schwergewicht an Bord geholt, das uns an die Hand nehmen soll. Wir haben entschieden, Nigel Farage einzustellen, um Politwetten wieder salonfähig zu machen. Denn Nigel hat sowohl das Ergebnis des EU-Referendums als auch den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA korrekt vorhergesagt. Teil seiner Aufgabe bei uns wird es sein, radikal neue Konzepte vorzulegen – damit kennt er sich schließlich aus – sowie unsere Bewerbungskampagne für den neuen „Head of Trump Betting“ zu leiten.“

Und auch Farage selbst zeigt sich souverän und wird in dem Blogeintrag mit einem Twittereintrag wie folgt zitiert:

„Paddy Power hat beim Brexit und Trump falsch gelegen letztes Jahr. Ich hingegen nicht. Deshalb haben sie sich für politische Ratschläge an mich gewandt.“

Farage startet selbstbewusst in neuen Job

Ob die Zeilen des Blogeintrags wirklich der Realität entsprechen, scheint dennoch fraglich. Auch mit Zitaten des neuen Mitarbeiters wird in dem Beitrag nicht gespart. Angeblich habe sich Nigel Farage wie folgt geäußert:

„Paddy Power hat letztes Jahr also 3,6 Millionen Pfund durch die Präsidentschaftswahl verloren – ein weiteres Beispiel für die Dummheit in der EU. Sie brauchen eindeutig Hilfe – und vor allem Abstand von den ganzen Geschichten zur Verunglimpfung von Donald Trump, von denen sie sich in der Vergangenheit immer wieder haben verführen lassen. Als einziger britischer Politiker mit einer Direktverbindung zu Donald – pardon, Theresa meine ich natürlich! – bin ich die perfekte Wahl zur Leitung dieser Stellenausschreibung. Angesichts Donalds triumphalen Einstand im Weißen Haus habe ich direkt empfohlen, dass Paddy Power seinen Amtsenthebungsmarkt schließt – er wird nämlich definitiv im Amt bleiben.“

 

Kein Aprilscherz

Paddy Power Betfair ist zwar bekannt für seine provokanten und oft witzigen PR-Aktionen, verneint jedoch, dass es sich bei dem Engagement von Farage um einen Aprilscherz handele. Auf Twitter folgten direkt im Anschluss auf die Meldung Unglaube, Entsetzen und Ironie. Von Verschwörungstheorien bis zur Verleihung der Ritterwürde für Farage haben die Tweets alles zu bieten. Als Antwort auf die Reaktionen im Netz heißt es im Namen von Lee Price seitens Paddy Power:

„Die Sache ist die: Wir machen keine Witze. Uhh, das ist komisch, ich weiß. Wir haben letztes Jahr unsere politischen Wettmärkte gründlich verhunzt – der Brexit und Trump sind uns teuer zu stehen gekommen. Wenn ihr jetzt diese beiden Schlagwörter hört, an welchen britischen Abgeordneten denkt ihr da zuerst? Okay, gut, Theresa May gewinnt – aber zweite Wahl zu sein ist doch auch nicht schlimm, was Nigel?“

Farage habe bereits einen hervorragenden Start im Unternehmen hingelegt und man hege nun große Hoffnungen, dass er sein Amt nicht innerhalb der ersten Wochen wieder niederlegen wird. Ob es sich bei diesen Neuigkeiten tatsächlich um Tatsachen handelt, wird die Zeit zeigen.