, 21.10.2017

Stephen Schuck und Jesus Campos im Interview mit Ellen DeGeneres

Die beiden Augenzeugen Stephen Schuck und Jesus Campos (links) im Interview mit Ellen DeGeneres. (Bildquelle)

Am 1. Oktober hat der 64-jährige Stephen Paddock für eins der größten Massaker der USA gesorgt, als er 58 Menschen tötete, über 500 verletzte und sich schließlich selbst das Leben nahm. Über seine Motive herrscht immer noch Unklarheit. Mittlerweile hat sich jedoch der 25-jährige Jesus Campos zu Wort gemeldet. Der Wachmann arbeitete am Tag des Verbrechens im Mandalay Bay Resort & Casino und traf auf den Killer, noch bevor dieser das Feuer auf die Festivalbesucher unter ihm eröffnete. Er war der erste, der die Schüsse aus dem Hotelzimmer des 64-Jährigen bemerkte und versetzte sofort die Belegschaft des Hotels in Alarmbereitschaft. Währenddessen wurde er im 32. Stock des Mandalay von Paddock angeschossen. Sein Augenzeugenbericht der Tragödie von Las Vegas ist zurzeit in aller Munde. Bei Talkmasterin Ellen DeGeneres berichtete er zum ersten Mal öffentlich von seiner Begegnung mit dem Todesschützen.

 

Wachmann warnt Kollegen vor Kugelhagel

Von vielen Medien auch als „Held von Las Vegas“ betitelt, erschien Jesus Campos bei der „The Ellen DeGeners Show“ für ein voraufgezeichnetes Interview, das diesen Mittwoch ausgestrahlt wurde. Der 25-Jährige war am Tag des Amoklaufs als Wachmann im Mandalay Bay im Einsatz und untersuchte gerade eine verriegelte Zwischentür im 32. Stock, die eigentlich hätte passierbar sein sollen. Als er seine Kollegen über die blockierte Tür informierte, hörte er etwas, das sich wie „Bohrgeräusche“ anhörte. Im Interview mit Ellen DeGeneres erzählte er weiter:

„Als ich den Gang runtergegangen bin, habe ich eine Schusssalve gehört. Ich bin direkt in Deckung gegangen. Dann habe ich den Schmerz gefühlt. Als ich meine Hose hochgezogen habe, habe ich das Blut gesehen. In dem Moment habe ich meine Kollegen per Funk über die Schüsse informiert.“

Paddock hatte bemerkt, dass jemand versucht hatte, die von ihm verriegelte Zwischentür zu öffnen und durch die geschlossene Tür seines Hotelzimmers auf den Flur gefeuert. Wie nach der Tat bekannt wurde, hatte er mehrere Kameras im Hotelflur installiert, um seine Umgebung und potenzielle Fluchtwege im Auge behalten zu können. Den 25-Jährigen Campos traft er am oberen rechten Oberschenkel. Dieser erschien mit Krücken in der Ellen DeGeneres Show, gab jedoch an, sich langsam von dem Angriff zu erholen. Im Moment ist er noch von seiner Arbeit freigestellt. Auch eine Spendenaktion wurde für ihn ins Leben gerufen.

 

Jesus Campos rettet Techniker das Leben

Eingebrochene Fensterscheibe des Mandalay Bay Hotels

Aus diesem Fenster schoss Paddock. (Bildquelle)

Jesus Campos entschied sich, den Funkverkehr nicht weiter zu stören und lediglich per Handy seine Schusswunde zu melden. Während er sich in einem Türeingang versteckte, erschien der alarmierte Techniker wegen der verschlossenen Tür. Ohne die Geistesgegenwärtigkeit von Campos wäre Stephen Schuck womöglich das nächste Opfer von Paddock geworden. Durch Campos’ Warnung in letzter Sekunde konnte der Gebäudetechniker in Deckung gehen und den Schüssen entkommen. Der 25-jährige Wachmann warnte außerdem eine Frau auf derselben Etage, ihr Hotelzimmer nicht zu verlassen. Die beiden Männer berichten, Geräusche wie aus einem Presslufthammer vernommen zu haben, während eine Kugel nur knapp Stephen Schucks Kopf verfehlte.

 

Von einem Motiv fehlt bislang jede Spur

Auch knapp drei Wochen nach der Tat gibt es noch keinen Aufschluss über die Beweggründe von Stephen Paddock. Spekulationen legen nahe, dass es sich um politisch motivierte linke Gewalt gehandelt haben könne. Andere Theorien vermuten sogar, dass Paddock einen Bürgerkrieg provozieren wollte. Für derlei Annahmen gibt es jedoch keinerlei Beweise. Auch Vermutungen, dass Spielschulden und der verlorene Prozess nach einer Fußverletzung im Casino Auslöser für seinen Amoklauf gewesen sein könnten, wurden bisher nicht bestätigt. Obwohl auch der IS das Verbrechen für sich reklamiert, konnten bislang keine Verbindung des Schützen zu der radikal islamistischen Organisation oder anderen religiösen Gruppierungen festgestellt werden. Der 64-jährige Stephen Paddock galt als wohlhabender Rentner, der sein Geld mit Immobilien machte.

 

Mitwisser nicht ausgeschlossen

Nachdem auch Stephen Paddocks Lebensgefährtin Marilou Danley keine weiteren Informationen zum Beweggrund ihres Partners liefern konnte, will die Polizei dennoch nicht ausschließen, dass der Täter Helfer hatte. Die akribische Vorbereitung der Tat sei an manchen Stellen nur schwer ohne Hilfe zu bewerkstelligen gewesen, heißt es seitens der Beamten in Las Vegas. Stephen Paddock hatte es zudem offenbar nicht nur auf die Festivalbesucher abgesehen, sondern auch versucht, einen Benzintank zum Explodieren zu bringen. Dieser Versuch misslang jedoch. Auch der gefundene Sprengstoff in seinem Auto detonierte nicht.

Similar Guides On This Topic