, July 26, 2017

David "Devilfish" Ulliott

David “Devilfish” Ulliott zieht mit Phil Ivey in die Poker Hall of Fame ein. (Bildquelle)

Nach der Bekanntgabe der insgesamt zehn Nominierten für eine Aufnahme in die Poker Hall of Fame ist nun die Entscheidung gefallen. Bereits am 15. Juli hat sich die Fachjury, bestehend aus den zurzeit aktiven Mitgliedern der Poker Hall of Fame und einem Pressegremium, auf die beiden neuen Mitglieder verständigt. Die öffentliche Verkündung der ehrenvollen Aufnahme in die Ruhmeshalle des Pokerspiels erfolgte während des Final Tables im Rahmen der World Series of Poker am 21. Juli in Las Vegas. Wie zu erwarten, hat mit Phil Ivey ein US-Amerikaner das Rennen gemacht. Mit der Entscheidung für den Briten Dave Ulliott, der auch unter seinem Spitznamen „Devilfish“ bekannt war, überraschte die Jury jedoch. Nicht nur, dass Ulliott kein Amerikaner ist, er ist auch bereits 2015 verstorben.

 

Ein Überraschungssieger und eine zuverlässige Wahl

Im Vorfeld hatten sich die Spekulationen gehäuft, dass es sich bei den diesjährigen Neuzugängen um zwei US-Amerikaner handeln könnte. Phil Ivey stand bei vielen Experten hoch im Kurs und hat schließlich auch die Erwartungen erfüllt. Die Aufnahme eines weiteren Europäers schien nach der Entscheidung für den Spanier Carlos Mortensen im letzten Jahr als unwahrscheinlich. Vielmehr gingen viele Branchenkenner davon aus, dass die Wahl neben einem klassischen Spieler wie Phil Ivey auch auf einen indirekten Pokerstar fallen könnte. Gute Chancen wurden daher dem Produzenten Mori Eskandi und dem Showmaster Matt Savage ausgerechnet. Stattdessen fiel die Abstimmung zugunsten des britischen Spielers David Ulliott aus, dem damit die posthume Ehre erwiesen wird, sich zur illustren Runde der weltbesten Pokerspieler zu gesellen. Ivey und Ulliott sind das 53. und 54. Mitglied der Poker Hall of Fame.

 

Dave Ulliott bereits 2015 verstorben

David „Devilfish“ Ulliott war eine feste Größe im Pokergeschäft und vor allem in Europa für sein exzentrisches Auftreten bekannt und beliebt. Als Stammgast im TV bei „Late Night Poker“ trug er maßgeblich dazu bei, die Popularität des Pokerspiels in England und auf dem Festland zu erhöhen. Im Laufe seiner Karriere gewann er ein WSOP Bracelet sowie einen World Poker Tour Titel und häufte Live Gewinne in Höhe von über 6 Millionen Dollar an. Im April 2015 verstarb er im Alter von 61 Jahren an Krebs. Seine Familie wandte sich nach der Bekanntgabe seiner Ehrung mit den folgenden Worten an die Öffentlichkeit:

„Als Familie möchten wir allen Menschen da draußen danken, den Medien und den noch aktiven Mitgliedern der Poker Hall of Fame, die alle dazu beigetragen haben, dass David jetzt Teil der Poker Hall of Fame ist. Wir sehen ihn vor uns, wie er an seiner Gitarre zupft und fragt, warum das Ganze so lange gedauert hat! Und wie er das sagt, das glauben wir, kann sich jeder gut vorstellen! […] Eine Sache, die wir sicher wissen, ist, dass er sich über den Erfolg von John Hesp im Main Event sehr freuen würde, denn John war regelmäßig im Napoleon’s in Hull, Davids Heimatstadt. John steht dafür, worum es beim Poker geht, nämlich um die Menschen dahinter.“

Freunde, Familie und Fans auf der ganzen Welt drängten bereits seit dem Tod des „Devilfishs“ 2015 auf eine Aufnahme in die Poker Hall of Fame. In der Vergangenheit hatte Ulliott es zwar immer unter die Nominierten geschafft, doch erste dieses Jahr wurde sein Erbe zu hundert Prozent gewürdigt.

 

Phil Ivey erneut vor Gericht

Obwohl Phil Ivey schon seit geraumer Zeit zur Weltspitze des Pokersports gehört, konnte er erst dieses Jahr überhaupt für eine Aufnahme in die Poker Hall of Fame nominiert werden. Grund dafür ist die zuletzt eingeführte Altersgrenze von mindestens 40 Jahren. Diese erreichte Ivey am 1. Februar 2017. Der mittlerweile 43-jährige Daniel Negreanu konnte aus demselben Grund ebenfalls erst vor drei Jahren aufgenommen werden. Phil Ivey kann zehn WSOP Bracelets sein Eigen nennen und war mit 25 Jahren der jüngste Spieler, der sich bereits vier goldene Armbänder erspielt hatte. Bei der World Poker Tour erreichte der „Tiger Woods of Poker” neun Final Tables und einen Titel. Seine Gewinne aus Live Turnieren belaufen sich bis heute auf über 23 Millionen Dollar, exklusive Cash Games und Online Poker. Anlässlich der Aufnahme in den internationalen Eliteclub des Pokers gilt sein Dank sowohl der Jury als auch all seinen Unterstützern:

„Ich möchte mich sowohl bei den noch aktiven Mitgliedern der Poker Hall of Fame als auch bei den Medienvertretern bedanken, die dafür gestimmt haben, mich zu einem Teil der Poker Hall of Fame zu machen. Es ist eine Ehre, seinen Namen neben Legenden wie Chip Reese und Doyle Brunson zu sehen. Ich liebe Poker und das Spiel hat viel für mich getan. Ich gehöre zu den wenigen Glücklichen, die von ihrer Leidenschaft leben können. […] Danke an meine Familie, meine Freunde und alle Pokerfans auf der ganzen Welt, die mich auf meinem Weg unterstützt haben.“

Neben seiner beeindruckenden Pokerkarriere gerät Phil Ivey bis heute auch aufgrund von Betrugsvorwürfen in die Schlagzeilen. Aktuell wird vor dem höchsten Gericht des Vereinigten Königreichs, dem UK Supreme Court, der Edge Sorting Fall um den Pokerprofi und das Crockfords Casino in London verhandelt. Die Genting-Gruppe wirft Ivey vor, seinen Millionengewinn beim Baccarat durch einen unlauteren Vorteil dank Kartenzählens erlangt zu haben und verweigert die Auszahlung des Geldes.

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