PKR sucht nach neuem Käufer

, Mai 19, 2017

PKR Poker Logo

PKR Poker gehört nun der Vergangenheit an. (Bildquelle: PKR Logo)

Nachdem der 3D Poker Room PKR bereits Anfang Mai mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und im Anschluss daran seine Seite mit dem Verweis auf ein Insolvenzverfahren vom Netz nahm, scheint es jetzt Gewissheit zu sein. Das Netzwerk wird nicht mehr online gehen. Zumindest nicht in seiner bisherigen Form. Im Rahmen der Liquidierung von PKR sind die Insolvenzverwalter aktuell auf der Suche nach Interessenten. Zum Verkauf stehen die gesamte Plattform oder alternativ die Kundendatenbank sowie die Poker-Software. Auf PKR.com findet sich zudem eine Kontaktadresse für Spieler und Gläubiger. Anfragen sind jedoch mit Wartezeiten verbunden.

 

Käufer händeringend gesucht

Als Insolvenzverwalter ist die britische Beratungsfirma RSM Restructuring Advisory LLP beauftragt worden. David Ronald Taylor und Matthew Wild von RSM sind nun auf der Suche nach potenziellen Käufern für PKR, wie Taylor bekannt gab:

„Wir suchen in erster Linie einen Käufer für das gesamte Unternehmen mit all seinen Posten. Alternativ suchen wir auch Käufer für die Spielerdatenbank und andere Posten.“

David Taylor von RSM Restructuring Advisory LLP.

David Taylor (Bildquelle)

Der Verkaufsprozess habe oberste Priorität. Einen Zeitplan für den Prozess gaben Taylor und Wild noch nicht bekannt.

 

Spieler warten weiter auf ihr Geld

Im Gegensatz zur Ankündigung des Liquidierungsprozesses warten Spieler nach wie vor auf Details zu ihren Konten und darauf verbliebenem Guthaben. PKR hat seine Statusmeldung aktualisiert und nennt mittlerweile [email protected] als Kontaktadresse für Gläubiger und Inhaber von Spielerkonten. In der Meldung wird jedoch auch auf mögliche Verzögerungen hingewiesen:

„Die beiden Insolvenzverwalter und ihre Mitarbeiter sind bestrebt, alle Anfragen so schnell wie arbeitstechnisch möglich zu beantworten. Aufgrund der zu erwartenden hohen Anzahl an E-Mails muss jedoch mit Verzögerungen bei der Beantwortung gerechnet werden. Weitere Updates werden zu gegebener Zeit und wenn verfügbar auf dieser Seite veröffentlicht.“

Laut Angaben des PKR Managements seien sämtliche Spielergelder auf einem separaten Konto gelagert worden. Solch eine Lagerung sei jedoch keine Garantie für eine zeitnahe und komplette Rückzahlung aller Gelder, wie PKRs Netzwerkprovider Microgaming in einem Statement betonte. In letzter Instanz werden die Insolvenzverwalter entscheiden, auf welche Weise Spieler ihr Guthaben zurückgezahlt bekommen.

 

Microgaming machtlos

Seit 2016 gehörte PKR zum Microgaming Netzwerk MPN. Zuvor war die Plattform einer der wenigen unabhängigen Poker Rooms gewesen und erfreute sich auch bei Spielern aus Deutschland großer Beliebtheit. In seinem Blog beantwortet MPN nun auch einige Fragen zum Schicksal von PKR, darunter beispielsweise auch, warum Microgaming seinem Schützling nicht einfach unter die Arme greife und PKR aufkaufe:

„Microgaming ist lediglich ein Softwarehersteller und kein Betreiber. Um ein Glücksspielunternehmen zu führen sind andere Fähigkeiten, Firmenstrukturen und Lizenzen notwendig.“

Weiter wurde in dem Blogeintrag auch darauf eingegangen, welche Schlüsse Microgaming aus dem Bankrott PKRs zieht:

„Obwohl wir der Meinung sind, PKR die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Betrieb geboten zu haben, haben wir uns verpflichtet, unsere Richtlinien, Prozesse und die Details dieses Falls zu kontrollieren. So wollen wir unsere Position als Netzwerk- und Softwareprovider weiter stärken und verbessern.“

In seiner Rolle als bloßer Zulieferer für PKR entsprechen diese Aussagen seitens Microgamig der Rechtslage. Entgegen der eventuellen Hoffnungen, ein großer Name wie Microgaming müsse Einfluss auf die Vorgänge innerhalb seiner Partnerbetriebe haben, hielt Microgaming keine Anteile an PKR und war nicht in das Geschäftsgeschehen eingebunden.