, 18.04.2016

Sichert sich die Telekom nach Tipp3 Anteile an einem weiteren Sportwettenanbieter? (Quelle: https://www.telekom.com/medien/bild-ton-und-infografiken/fotos/22338)

Sichert sich die Telekom nach Tipp3 Anteile an einem weiteren Sportwettenanbieter? (Quelle: https://www.telekom.com/medien/bild-ton-und-infografiken/fotos/22338)

Im Oktober 2015 kamen erste Gerüchte auf, dass der Buchmacher Tipico vor dem Verkauf steht. Die Eigentümer hatten nach einem Bericht des Wall Street Journal das Unternehmen J.P. Morgan and Rothschild beauftragt, einen Käufer für den Wettanbieter zu finden. Während die Eigentümer anscheinend gehofft hatten, dass Branchengrößen wie Amaya, 888 Holdings oder William Hill Interesse an einer Übernahme zeigen, wurde nun die Deutsche Telekom mit einem Kauf von Tipico in Verbindung gebracht.

Die Deutsche Telekom soll sich für ein Übernahmeangebot mit dem Finanzinvestor Centerbridge zusammengetan haben. Die Telekom wolle einen Minderheitsanteil erwerben, Centerbridge die Mehrheit. Die Deutsche Telekom ist bereits mit 64 Prozent an der Deutschen Sportwetten GmbH (DSW) beteiligt, die den österreichischen Sportwettenanbieter Tipp3 betreibt. Eine Kooperation mit Tipico könnte für die Telekom wichtig sein, falls sie sich in der kommenden Versteigerung die Fußball-Bundesliga Internet-Übertragungsrechte sichert.

Tipico ist offizieller Wettpartner des FC Bayern München

Der Kauf-Preis für Tipico soll zwischen 1,1 und 1,7 Milliarden Dollar liegen, in etwa dem neunfachen des operativen Gewinns und auf dem Niveau von börsennotierten Rivalen wie GVC. Den Buchmacher Tipico gibt es seit dem Jahr 2004. Mit Umsätzen von etwa 500 Mio. Euro gilt Tipico auf dem deutschen Markt als der größte private Buchmacher. 2015 meldete der Wettanbieter einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 110 Mio. Euro. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz auf Malta. Zudem ist der Buchmacher offizieller Wettpartner des deutschen Rekordmeisters Bayern München.

In Deutschland ist Tipico unter anderem Sponsor der Fußball-Bundesligisten Hamburger SV und SC Freiburg. Darüber hinaus ist Tipico Partner des Zweitligisten RB Leipzig. In Österreich wird die Fußball-Bundesliga von Tipico gesponsert. Als Testimonials konnte der Buchmacher die Torhüter und Ex-Profis Oliver Kahn und Peter Schmeichel, der 1992 Europameister mit Dänemark wurde und lange Jahre für Mancherster United spielte, verpflichten. Außerdem ist Tipico Mitglied in zwei Verbänden, die man beide mitgegründet hatte: im Verband Europäischer Wettunternehmer (VEWU) und dem Deutschen Sportwettenverband (DSWV).

Tipico mit Lizenz in in Schleswig-Holstein, aber ohne bundesweite Lizenz

Im Jahr 2012 gehörte Tipico zu den privaten Glücksspiel-Anbietern, die eine Konzession im Bundesland Schleswig-Holstein zugeteilt bekommen hatten. Im Jahr 2015 war der Buchmacher aber nicht unter den Anbietern gewesen, die für eine der 20 bundesweiten Lizenzen in Frage kommen sollte. Gegen diese Entscheidung war Tipico vor Gericht gegangen. Nachdem der Buchmacher vor Gericht Recht bekommen hatte, war der ganze Vergabeprozess dadurch auf Eis gelegt worden. Die rechtlich unklare Lage in Deutschland sowie für Tipico könnte potentielle Käufer abschrecken. Sollte Tipico am Ende aber doch eine bundesweite Lizenz bekommen, würde der Anbieter natürlich zu einem sehr interessanten Kaufobjekt.

Auch der Finanzinvestor CVC soll sich für Tipico interessieren. CVC soll sich mit einer Übernahme Synergien für seinen Buchmacher Sky Bet erhoffen. Womöglich will auch der chinesische Finanzinvestor XIO Group ein Angebot vorlegen. Die tschechische Lotteriefirma Sazka war wohl auch interessiert, konnte aber wegen anderer Deals nicht in die Verhandlungen mit einsteigen. Bis Ende April können Interessenten Angebote einreichen.

Die Deutsche Telekom ist mit einem Jahresumsatz von über 60 Milliarden Euro eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Der Konzern beschäftigt rund 230.000 Mitarbeiter. Größte Tochter mit mehr als 22 Milliarden Euro Umsatz ist Telekom Deutschland. Außerdem ist die Deutsche Telekom in 12 weiteren Ländern vertreten. Hervorgegangen ist der Konzern aus der Deutschen Bundespost. Um das Staatsunternehmen wettbewerbsfähig zu machen, wurde es von 1990 an in die Geschäftsbereiche Telekom, Postdienst und Postbank aufgeteilt und schrittweise privatisiert. Seit 1995 ist die Deutsche Telekom eine Aktiengesellschaft.

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