, August 2, 2017

Simon Boss bei seinem Titelgewinn 2015

Der Schweizer Simon Boss, hier bei seinem Titelgewinn 2015, ist auch 2017 wieder Europameister geworden. (Bildquelle)

In Velden am Wörthersee in Österreich sind die neuen Europameister im Poker gekrönt worden. Im Casino Velden wurde der Titel in gleich mehreren Disziplinen vergeben, darunter auch die erste Europameisterin der Damen. Insgesamt 12 Tage lang nahmen 1.200 Profis aus ganz Europa an den österreichischen Tischen Platz. Die Einzelevents der EM konnten teilweise Entries in Rekordhöhe verzeichnen. Besonders erfreulich für das deutsche Team ist der Sieg von Steffen Sontheimer im Super High Roller Turnier. Im Pot Limit Omaha ging der Titel nach Polen, beim No Limit Hold’em Main Event hingegen in die Schweiz. Die Poker EM findet bereits seit 1990 statt und gehört zu den ältesten und renommiertesten Turnieren Europas. In Velden wurde sie nun zum dritten Mal in Folge ausgetragen.

 

Simon Boss holt Main Event für die Schweiz

Der Europameister von 2015 hat 2017 erneut den Titel geholt. Der Schweizer Simon Boss hatte bereits 2015 bei der ersten EM in Velden das Main Event im No Limit Hold’em für sich entscheiden können und 182.000 Euro eingesackt. Dieses Jahr wiederholte er seinen Triumph. Nachdem insgesamt 236 Spieler das Startgeld bezahlt hatten, nahmen am Finaltisch noch neun Teilnehmer Platz. Simon Boss ging auf dem vorletzten Platz ins Spiel, verwies die Konkurrenz jedoch schnell in die Schranken und den deutschen Kilian Löffler auf Rang 3. Auf dem 4. Platz ist mit „Joe“ ein weiterer deutscher Spieler vertreten. Die Silbermedaille sicherte sich Boss‘ Landsmann „PiuPiuPiu“, der sich nach einem Deal mit dem zweiten Platz zufriedengab. Simon Boss ist die Nummer 18 der erfolgreichsten Turnierspieler der Schweiz und konnte bisher rund 420.000 Dollar in Preisgeldern ansammeln. Aber nicht nur der neue Europameister hatte Grund zur Freude, auch Casinos Austria war als Veranstalter mehr als zufrieden mit der diesjährigen Bilanz, die zahlreiche Teilnehmerrekorde zu verzeichnen hatte, wie Niklas Sattler vom Management der AG erklärt:

„Poker bei Casinos Austria hat eine große Zukunft. Mit Standorten wie speziell hier in Velden können wir den Spielern Charme und österreichische Gastlichkeit ebenso wie Pokerqualität auf höchstem Niveau bieten.“

Steffen Sontheimer gewinnt 25.000 € Super High Roller

Den größten Erfolg für das deutsche Teilnehmerfeld konnte der 27-jährige Steffen Sontheimer verbuchen. Das deutsche Pokertalent setzte sich im 25k High Roller Event gegen namhafte Gegner wie Fedor Holz, Koray Aldemir, Niki Jedlicka, Martin Kabrhel und Leon Tsoukernik vom King’s Casino in Rozvadov durch. Die deutsche Nummer 1 Fedor Holz schaffte es dieses Mal überraschenderweise nicht auf die Geldränge. Für Steffen Sontheimer, der mittlerweile im englischen Brighton lebt, war 2017 bisher das erfolgreichste Jahr seiner Karriere. So schaffte er es im April für 380.000 Euro auf den 6. Platz beim PokerStars Super High Roller in Montenegro. Sein größter Coup sollte aber noch folgen. Mit 1,2 Millionen US-Dollar und einem zweiten Platz hinter seinem deutschen Kollegen Christian Christner erreichte Sontheimer in Las Vegas beim Aria Super High Roller im Mai den höchsten Livegewinn seiner Karriere. Es folgte ein weiterer 6. Platz bei der Triton Super High Roller Series und zusätzliche 300.000 Dollar Preisgeld. Insgesamt kann der junge Profispieler mittlerweile auf 3,3 Millionen Dollar in Gewinnen zurückblicken.

 

Jessica Teusl gewinnt erste Ladies EM überhaupt

Neuerung und Premiere in diesem Jahr war die erste Damen Europameisterschaft, an der 57 Ladies teilnahmen. Am Ende konnte sich die 26-jährige Jessica Teusl aus Wien durchsetzen und darf nun den Titel als erste Europameisterin führen. Die Österreicherin begann ihre Pokerkarriere mit 17 Jahren, kann jedoch noch nicht vom Pokern leben. Besonders bezeichnend ist in diesem Zusammenhang ihr Preisgeld in Höhe von 3.300 Euro, das im Vergleich zu den Beträgen der Herren verschwindend gering ausfällt. Dennoch ist Jessica Teusl unheimlich stolz auf ihren Titel und sagt:

„Ich wollte dieses Turnier unbedingt gewinnen. Den Titel kann mir jetzt keiner mehr nehmen. Es war sehr anstrengend und wir hatten insgesamt nur eine halbe Stunde und zwei Mal zehn Minuten Pause. Ich habe mir immer Cola und Wasser bestellt, um wach zu bleiben.“

Gespielt wurde für die Damen ab 17 Uhr am Montag bis in die späte Nacht hinein. Die Entscheidung und damit Jessica Teusl als neue und erste Europameisterin überhaupt stand in den frühen Morgenstunden des Dienstags fest.

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