, 25.03.2016

Rake bei verschiedenen Anbietern

Verglichen mit anderen Online Poker Anbietern ist das Rake bei PokerStars immer noch niedriger. (Bildquelle: Pokerstars.com)

PokerStars ist und bleibt der mit Abstand führende Online Pokerraum. Doch mit diversen Änderungen zieht der Pokeranbieter immer wieder den Ärger der Spieler und der Kunden auf sich. Nun gab der Vice President of Corporate Communications von Amaya, Eric Hollreiser, auf dem PokerStars Blog bekannt, dass man ab dem 28. März erneut die Rake erhöhen werde.

Online Poker Anbieter leben vom der Rake. Unter Rake versteht man den Anteil, den ein Veranstalter oder Betreiber einer Pokerseite anteilig von jedem Pot abführt. Bei Händen, die nicht bis zum Flop gespielt werden, wird in der Regel keine Rake abgeführt. Die Pokeranbieter nehmen im Schnitt zwischen 5 und 10 Prozent Rake, immer abhängig vom gespielten Limit.

Letzte Rake-Erhöhung stammt aus dem Jahr 2014

PokerStars hatte zuletzt Ende 2014 seine Rake erhöht. Betroffen waren hauptsächlich Heads-Up Cash Game-, High-Stakes Cash-Game- und Sit & Go-Spieler. MTT-Spieler waren von der Erhöhung bei den Knockout-Turnieren betroffen. Am stärksten spürten die High-Stakes Cash Game Spieler die Erhöhung.

Nun wurde die nächste Stufe angekündigt. Von den Erhöhungen sind unter anderem die Spin & Go-Turniere betroffen. Hier wird die Rake von 7 % auf 8 % bei $ 1-Turnieren, von 6 % auf 7 % bei $ 7-Turnieren und von 5 % auf 6 % bei $ 30-Turnieren erhöht. Bei den $ 3-Turnieren sind anstelle von 6 % in Zukunft 8 % fällig. Unverändert bleiben nur die $ 0,25-Turniere (8 %) sowie die $ 60- und $ 100-Turniere (5 %).

Rake Erhöhung um insgesamt 4 Prozent

Bei den MTTs bekommen Rebuys und Add-Ons zukünftig ebenfalls eine Rake. Und auch die Cash Games sind von den Erhöhungen betroffen. Hier wurden noch keine Details veröffentlicht. PokerStars spricht von einigen No-Limit- und Pot-Limit-Games und betont vor allem die Heads-Up Tische. Sowohl die Cap, als auch die prozentuale Abgabe werden erhöht. An einigen Tischen soll die Cap aber auch reduziert werden. Die Rake-Erhöhung soll insgesamt 4 Prozent entsprechen.

PokerStars begründet die Erhöhungen mit der Überprüfung des aktuellen Geschäftsumfelds und der Preisgestaltung in der Wettbewerbslandschaft von Online Poker. Der Marktführer betont, dass man selbst nach den Erhöhungen noch immer die niedrigsten Rake-Konditionen aller großen Wettbewerber habe.

iPoker verlangt eine 19 Prozent höhere Rake als PokerStars

Zur Bestätigung dieser Behauptung listet PokerStars die neuen Rake-Gebühren im Vergleich zu Konkurrenten wie PartyPoker, 888poker und iPoker auf. Selbst nach der Erhöhung sei die Rake auf PartyPoker noch 7 Prozent höher als auf PokerStars. Bei 888poker liege die Rake sogar 16 Prozent höher und bei iPoker 19 Prozent.

Diese Nachricht der Rake-Erhöhung schlug in der Poker-Community wie eine Bombe ein. Viele Poker-Profis meldeten sich zum Thema zu Wort. Wortführer war hier der Superstar Daniel Negreanu. Er schrieb einen eigenen Blog zu dem Thema. In dem Blog kommentierte er recht nüchtern, dass die Änderungen nicht gemacht wurden, um das Ökosystem zu verbessern, sondern um die Einnahmen zu erhöhen. In den Poker-Foren war der Ärger der PokerStars-Kunden wieder recht groß. Wieder gab es Aufrufe PokerStars zu bestreiken, den Pokeranbieter zu wechseln oder eigene Pokerräume ins Leben zu rufen.

Wird PokerStars wieder bestreikt?

Im September 2015 hatte es zuletzt große Kritik der Poker-Community gegeben, als der Marktführer unter dem Namen „Steps“ ein neues VIP-Programm eingeführt hatte. Gegen diese Änderungen riefen im Dezember 2015 und im Januar 2016 zahlreiche Spieler mit einem hohen VIP-Status zum Streik auf. Gut 2.500 Spieler hatten sich an dem ersten Streik beteiligt, darunter auch namhafte Poker-Profis. Am zweiten Streik beteiligten sich mehr als 2.000 Spieler. Dieses Mal wurde nicht nur die Seite für mehrere Tage boykottiert, sondern die Streikteilnehmer hoben auch 10 Prozent ihrer Bankroll ab. Doch die Streiks verpufften bisher wirkungslos. Marktführer PokerStars hält bisher weiter unbeeindruckt an seiner Strategie fest.