, February 6, 2017

Das rot-schwarze PokerStars Logo ist zu sehen.

PokerStars ist der erste offizielle ausländische Lizenznehmer in Tschechien. (Quelle: PokerStars)

PokerStars hat die erste internationale Lizenz der tschechischen Regierung erhalten. Damit ist das Unternehmen das erste Online Casino und der erste Online Pokerraum mit offizieller Lizenz in der Tschechischen Republik. Mit den neuen Bestimmungen vom 1. Januar dieses Jahres war der tschechische Markt erstmals für ausländische Anbieter geöffnet worden. In den nächsten Tagen soll das Angebot unter PokerStars.cz abrufbar sein. Neben Poker plant PokerStars auch Casinospiele und Sportwetten.

 

Ohne Lizenz drohen strafrechtliche Konsequenzen

 

Obwohl Online-Glücksspiel in Tschechien bereits seit mehreren Jahren betrieben wird, wurde es für ausländische Anbieter erst mit den neuen Richtlinien möglich, offiziell tschechische Spieler zu erreichen. Mit der Reform vom 1. Januar 2017 sind nun auch nicht-tschechische Casinobetreiber befugt, Lizenzen in Deutschlands Nachbarland zu beantragen. Sie müssen es sogar, wenn sie nicht illegal agieren wollen. PokerStars hat die Gunst der Stunde genutzt und sich über seinen Mutterkonzern Amaya Inc. die erste „Live Games“-Lizenz unter den neuen Bestimmungen gesichert. Damit ist der Pokerraum der erste offizielle Lizenznehmer der tschechischen Lotterie- und Glücksspielbehörde.

 

Vom Zocker-Mekka zum regulierten Markt

 

Glücksspiel ist ein Dauerbrenner in Tschechien. Die Tschechen lieben vor allem Automatenspiele. Auf 1.000 Einwohner kommen mit 7,5 Spielautomaten etwa dreimal so viele Geräte wie in Deutschland. Dementsprechend sind auch Spielsucht, Kriminalität und Geldwäsche ein offenkundiges Problem. Nach einer Ära ohne Einschränkungen und freizügiger Gesetzgebung im Zuge der Wende wurden die Stimmen in Tschechien immer lauter, Glücksspiel stärker zu regulieren. Im Verlauf dessen wurden ab 2008 immer mehr Spielstätten geschlossen und keine neuen Lizenzen mehr vergeben. Finanzminister Andrej Babiš äußerte seine Sorgen damals gegenüber Radio Prag wie folgt:

 

„Das Glücksspiel ist ein großes Übel, das uns jährlich 16 Milliarden Kronen kostet. Auch konnten Sozialhilfeempfänger ohne Weiteres ihr Geld verspielen. Die Spielerei ist ein Unglück, das zu vielen Selbstmorden geführt und zahlreiche Familien zerstört hat.“

 

Seit mehreren Jahren tobt ein Steuerstreit, in dessen Verlauf Gaststätten, Bars und Restaurants beispielsweise mit drastischen Steuererhöhungen zu kämpfen hatten. Mit dem Rückgang der landbasierten Casinos wurde der Weg frei für Onlineanbieter, die sich zwar in einer Grauzone bewegten, aber von der Regierung geduldet wurden. Mit der zunehmenden Liberalisierung und den neuen Lizenzen, die seit dem 1. Januar Pflicht sind und auch für ausländische Anbieter zu erwerben sind, sollen durch Steuereinnahmen aus Online-Glücksspiel auch die Staatskassen gefüllt werden.

 

PokerStars Spitzenreiter mit 17 Lizenzen

 

Als Befürworter klarer, lokaler Richtlinien ist der PokerStars Mutterkonzern Amaya immer bemüht, alle verfügbaren Lizenzen zu ergattern. PokerStars ist mittlerweile das meistlizenzierte Online Casino der Welt und verfügt über Lizenzen oder vergleichbare Zulassungen in 17 Ländern. Zur Produktpalette der neuen tschechischen Internetpräsenz sollen neben Poker und den dazugehörigen Turnieren auch Klassiker wie Blackjack und Roulette gehören. Die Genehmigung für Sportwetten über BetStars steht noch aus, wird aber mit großer Wahrscheinlichkeit bewilligt.