, November 18, 2016

PokerStars Beat the clock

PokerStars Markenbotschafter Cristiano Ronaldo verspricht in der “Beat the Clock”-Werbekampagne ein spannendes, actionreiches Spiel. Wenn nur nicht der Rake so hoch wäre! (Bildquelle)

Online Poker Marktführer PokerStars hat ein neues Turnierformat in sein Programm aufgenommen. “Beat the Clock” ist ein neues Zoom-Turnier, welches nur fünf Minuten dauert und jede Menge Spaß und Action bieten soll. In der Poker-Szene und -Community regt sich aber schon kurz nach der Einführung des Formates großer Protest. Zu Recht oder hat PokerStars einfach nur eine neue actionreiche Idee gehabt, welche sich vor allem für Spieler mit wenig Zeit lohnt und bestens in unser schnelllebiges, mobiles Zeitalter passt?

 

Das neue Turnierformat ist eine Mischung aus Multi Table Tournament mit Zeitbegrenzung und Rush Poker. Das Prinzip hört sich einfach an. Ein No Limit Hold’em “Beat the Clock”-Turnier dauert genau fünf Minuten. Die Buy-ins liegen zwischen einem und drei Dollar. Gespielt wird, sobald sich 48 Spieler angemeldet haben. Die Spieler starten mit 5.000 Chips bei Blinds von 200/400/80. Die Blinds steigen dann jede Minute. Gespielt wird zu viert und ähnlich wie beim Rush Poker kommt man in jeder Hand an einen neuen Tisch.

 

Preisgeld wird anhand des Chipstacks nach fünf Minuten berechnet

 

Die Spieler müssen nur versuchen solange an den Tischen zu bleiben, bis die Turnieruhr abgelaufen ist. Hat man die fünf Minuten überstanden, bekommt man umgehend ein Preisgeld, welches anhand des Chipstacks berechnet wird, auf das Konto gutgeschrieben. Es ist also nicht nur wichtig im Turnier zu bleiben, sondern ebenfalls genügend Chips zu sammeln, sonst könnte man eventuell weniger ausbezahlt bekommen, als man eingesetzt hat.

 

Laut PokerStars sind die “Beat the Clock”-Turniere ideal für Spieler, welche die Herausforderung lieben, aber eine kurze Poker-Session bevorzugen. Für Anfänger soll das Format außerdem die perfekte Möglichkeit sein, den Reiz des Pokerspiels zu erleben und die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

 

„Alle Poker Emotionen und Begeisterungen in nur fünf Minuten“

 

In einer Pressemitteilung sagte Severin Rasset, Direktor für Poker Innovationen und Operationen bei PokerStars:

„Wir versuchen kontinuierlich PokerStars mit neuen Innovationen zu verbessern. Wir glauben, dass Beat the Clock eine tolle Ergänzung unseres bisherigen Angebots ist. Es ist ein perfektes Format für die Spieler, die eine schnelle und intensive Pokeraction suchen. Zudem ist es bestens fürs mobile Spiel geeignet, wo man in nur fünf Minuten alle Emotionen und Begeisterungen erleben kann, welche es nur beim Poker gibt.“

 

Schaut man sich die “Beat the Clock”-Turniere an, merkt man schnell, dass sie strategisch nicht sonderlich anspruchsvoll sind. Bei so einem Hyper-Turbo-Sit-And-Go im Zoom-Modus ist der Spieler während des Turniers ausschließlich damit beschäftigt, Blinds zu stehlen oder zu verteidigen. Die sinnvollen Spieloptionen beschränken sich in 95 Prozent der Fälle auf Folds oder All-in.

 

PokerStars nimmt für das fünfminütige Turnier 11 Prozent Rake

 

Die größte Kritik entzündet sich an der Rake für das neue Format. Die ist so hoch, dass man die Turniere kaum profitabel spielen kann. Schnell fallen auch wieder Begriffe wie „Abzocke“. PokerStars nimmt für das fünfminütige Turnier 11 Prozent Rake. Der Preispool bei einem “Beat the Clock”-Turnier mit einem Buy-in von 1 Dollar liegt nach dem Abzug von 11 Prozent Rake bei 43,20 Dollar. Wer am Ende der fünf Minuten zum Beispiel 16.500 Chips hat, bekommt 2,97 Dollar ausbezahlt. Wer wenigstens den Einsatz wiederhaben will, muss 5.556 Chips haben.

 

Auch einige Pokerprofis machten sich schon Gedanken über das neue Format. Ein erboster Tweet kam von Profi Isaac Haxton, der bis zum Anfang dieses Jahres noch Mitglied im Team PokerStars Online gewesen war und seinen Vertrag wegen Änderungen im VIP-Programm gekündigt hatte. Ende 2015 hatte PokerStars mit weitreichenden Änderungen im VIP-Programm für viel Unmut und einen dreitägigen Spielerstreik gesorgt.

 

„Wer hat sich so einen Quatsch ausgedacht?“

 

Die Änderungen beschränkten das Rakeback für Vielspieler auf 30 Prozent, nahmen den Highstakes-Spielern die VIP-Vorteile komplett und entwerten bestehende Frequent Player Points-Guthaben um 25 Prozent. Haxton wollte eine Pokerseite, die ihre Spieler so behandelt, nicht mehr unterstützen. Er twitterte nun, dass er es nicht glaube könne, was PokerStars da wieder auf den Markt gebracht hat. Wer habe sich so einen Quatsch ausgedacht? Er kritisiert zudem, dass die wahnsinnig hohe Rake-Struktur nicht klar kommuniziert werde. Widerspruch kam von dem Poker-Journalisten und EPT-Kommentator James Hartigan. Er liebe das neue Format. Es sei ideal für mobile Poker und habe eine hohe Varianz. Gerade Spieler, die oft nicht genug Zeit für Pokerturniere haben, könnte große Freude an dem neuen Format haben.

 

Die Werbekampagne für “Beat the Clock” bestreitet PokerStars mit seinem Markenbotschafter Cristiano Ronaldo. Hier der erste Werbespot zum neuen Pokerformat: