, October 13, 2015

Logos Party Poker und PokerStars

PokerStars und Party Poker verbieten bestimmte Hilfsprogramme

In der Online-Poker-Szene gibt es seit geraumer Zeit einen neuen Trend: Die Anbieter versuchen, die Amateure und Freizeit-Spieler, die sogenannten „Recreational Players“, in den Fokus zu nehmen und vergraulen damit allerdings die Poker-Profis und regulären Spieler. So auch beim Marktführer PokerStars oder beim Wettbewerber PartyPoker. Ende 2014 gab es bei PokerStars eine Rake-Erhöhung, welche am stärksten die High-Stakes Cash Game Spieler traf. Nun hat PokerStars zusammen mit PartyPoker grundlegende Veränderungen für Tracking-Programme bekanntgegeben.

Pro & Contra Online Poker-Hilfsprogramme

In der Poker-Community polarisieren Heads-up-Displays (HUDs), Scripts und andere Hilfsprogramme. Regulars nutzen solche Software regelmäßig und gewinnen damit viel Geld. Andere fordern ein komplettes Verbot aller Hilfsprogramme, da sie einigen Spielern einen unfairen Vorteil gegenüber ihren Gegnern verschaffen. PartyPoker und PokerStars haben nun weitere Schritte auf diesem Weg eingeschlagen.

PartyPoker kündigte an, Programme wie Trackingsoftware, HUDs und Seating-Scripts weiter von seinen Online-Tischen zu verbannen. In Zukunft können Handhistorys von PartyPoker nicht mehr auf dem eigenen PC gespeichert werden. Die Spieler können ihre gespielten Hände der vergangenen 12 Monate nur noch im PartyPoker-Client einsehen. So können Spieler Programme wie PokerTracker oder den Hold’em Manager nicht mehr nutzen, um ihre Hände zu analysieren. Wenn diese Tracking-Programme nicht mehr auf die Handhistorys zugreifen können, werden die meisten Funktionen überflüssig.

Tracking-Programme importieren die Handverläufe während des Spiels und speichern diese in einer Datenbank. Der Nutzer dieser Software erhält so viele statistische Informationen über seine eigenen Fortschritte und den Spielstil seiner Gegner. Zudem kann er einzelne Hände noch einmal nachspielen und analysieren.

Keine Table Selection mehr bei PartyPoker?

Ein weiteres Problem der Online Poker-Anbieter ist die Table Selection. Hier suchen sich Vielspieler und High Roller mit Hilfe einer Software Tische mit vielen schwachen Spielern. Dann setzen sie sich zu diesen Spielern und versuchen sie abzuzocken. Bei PartyPoker gibt es nun keine Wartelisten mehr für einzelne Cash-Game-Tische, sondern nur noch eine globale Warteliste. Spieler werden zufällig an einen freien Tisch gesetzt. Bis die erste Hand an einem Tisch ausgeteilt wurde, bleiben zudem alle Tische anonym.

Der Director of Games von PartyPoker, Golan Shaked, erklärte die Änderungen wie folgt:

“Diese Änderungen sind Teil unserer ‘Poker für das Volk’-Kampagne. Wir wollen allen Poker-Spielern, egal wie viel Erfahrung oder welches Können sie haben, ein vertrauenswürdiges Spiel-Erlebnis bieten. Hier stehen Begriffe wie Fairness, Spaß und Ethik im Mittelpunkt.“

Pavlicek und seine Software als Auslöser

Und auch PokerStars änderte seine Richtlinien über 3rd-Party-Software, vor allem bei Programmen, welche die Gegner analysieren. Auslöser für die Änderungen war der Poker-Pro Tommy „skier_5″ Pavlicek. Er verwendete ein selbst programmiertes Programm, welches durch Spracherkennung Push-and-Fold Charts aufrufen konnte. Zuerst war die Software von PokerStars abgesegnet worden. Anhand von Informationen vom Tisch, darunter Stacks, Blinds und dem Verhalten der Gegner, soll das Programm dem Nutzer sogar Entscheidungen vorgeben können. Mithilfe der Software sollen Spieler, die zuvor Probleme auf dem $ 60-Limit hatten, mittlerweile soagr Buy-ins von $ 200 oder höher schlagen können. Inzwischen hat PokerStars das Programm verboten sowie strengere Richtlinien umgesetzt.

PokerStars: Nur noch numerische Daten

Tracking- und Heads-up-Display-Programme bleiben bei PokerStars erlaubt. Push-and-Fold Charts dürfen aber ab sofort nur noch grundlegende Informationen bieten. Auch HUDs dürfen keine Charts oder Grafiken mehr enthalten. Fürs Colour-Coding dürfen Spieler nur noch HUDs mit maximal drei Farben verwenden. Zudem dürfen die HUDs keine Aktualisierungen mehr während einer Hand erlauben. Programme zum Manipulieren der Sitzfunktion werden komplett verboten. Hier kann beispielsweise ein Programm wie SpinWiz nicht mehr verwendet werden. Mit Hilfe dieser Software konnten reguläre Spieler anderen Profis aus dem Weg gehen. Auch Hilfsprogramme wie FlopZilla, NoteCaddy sowie Leak Tracker (PT4) und LeakBuster (HEM2) stehen ab sofort bei PokerStars auf der schwarzen Liste.

Der PokerStars Sit ‘n’ Go und Turnier Manager Baard Dahl erklärte: „HUDs dürfen keine nicht-numerischen Daten mehr anzeigen, Spieler kategorisieren oder spezifische, dynamische Statistiken für eine bestimmte Situation anzeigen.“ Andere Seating Script-Programme sind derzeit bei PokerStars zwar noch erlaubt, doch das soll laut Dahl nur noch eine Frage der Zeit sein.

Diskussionen in der Community

Die Entscheidungen von PokerStars und PartyPoker sorgten in der Poker-Community natürlich für große Diskussionen. Einige Spieler fragten sich, wie sie denn ohne Tracking den Überblick über ihre Gewinne und Verlust behalten sollten? Andere Spieler befürworteten die Abschaffung der Zusatzprogramme, da diese den Nutzern einen Vorteil verschaffen würden, der nichts mit Skill zu tun habe. Nur wenn es für alle gleich sei, sei es auch am Fairsten.

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