, 16.11.2016

FIFA 17 Ultimate Team

Vier Hacker sollen über zwei Jahre lang mit einer illegalen Software beim Spiel FIFA Ultimate Team betrogen haben und damit einen Gewinn von bis zu 18 Mio. Dollar gemacht haben. Nun wurde der Prozess gegen sie eröffnet! (Bildquelle)

Die Fußball-Simulation „FIFA“ gehört zu den erfolgreichsten PC- und Konsolenspiel-Reihen aus dem Haus Electronic Arts. Die aktuelle Version mit dem Namen „FIFA 17“ ist in Deutschland seit Ende September 2016 auf dem Markt. Seit der Ausgabe „FIFA 2009“ gibt es auch den „Ultimate Team Modus“. Hier muss der Spieler Karten von verschiedenen Fußballspielern sammeln und damit ein eigenes Traumteam zusammenstellen, mit dem er dann gegen andere Spieler oder die Künstliche Intelligenz antritt. Zu Beginn einer Ultimate Team Saison bekommt er einige kostenlose Karten. Dann muss er sich die virtuellen Währung FIFA-Coins kaufen oder durch absolvierte Matches verdienen. Mit dieser Ingame-Währung kann er sich dann bessere Fußballer für sein Team kaufen. Inzwischen kann man die Coins nicht nur bei Electronic Arts kaufen, sondern auch bei Drittanbietern. Vier Hackern wird aktuell in den USA der Prozess gemacht, da sie mit einer illegalen Software FIFA-Coins im Wert von bis zu 18 Millionen US-Dollar gestohlen haben sollen.

 

Seit Anfang der Woche wird der Fall in Fort Worth, Texas vor Gericht verhandelt. Laut dem FBI hat eine Gruppe von Hackern den Software Entwickler Electronic Arts um eine Summe in Höhe zwischen 15 und 18 Mio. Dollar betrogen. Hauptangeklagter ist Anthony Clark. Er soll mit seinen Komplizen ein Programm entwickelt haben, welches den Servern des FIFA-Spiels falsche Signale von vorgetäuschten Begegnungen gesendet habe. So wurden die Hacker in kürzester Zeit mit unzähligen Coins für Matches belohnt, die sie nie gespielt hatten.

 

Hackergruppe verkauft Coins an Händler in Asien und Europa

 

Clark und seine Gruppe sollen diese Coins dann an Online-Händler hauptsächlich in Europa und China verkauft und damit bis zu 18 Mio. Dollar verdient haben. Der Markt für Währungen wie FIFA-Coins wird immer größer und gefragter. Mit dieser Masche sollen die drei irgendwann im Jahr 2013 begonnen haben. Ein genaues Datum ist hier nicht bekannt. Eine Razzia des FBI am 17. September 2015 setzte dem Treiben dann ein Ende. Dabei stellten die Beamten mehrere Mio. Dollar Bargeld sowie zahlreiche Computer und Xbox 360-Konsolen sicher. Zudem fand man über 2,8 Mio. Dollar auf einem Bank of America-Konto, welches auf Anthony Clarks Namen lief. Auf den Konten der anderen Verdächtigen fanden die Behörden jeweils mehrere hunderttausend Dollar. Auch mehrere Luxus-Autos wie ein Lamborghini, den sich ein Mitglied der Gruppe 2014 gekauft hatte, sowie ein Ford Explorer und ein Audi wurden vom FBI im Rahmen der Razzia beschlagnahmt.

 

Neben Anthony Clark gehören laut dem FBI Ricky Miller, Nicholas Castellucci und Eaton Zveare zu der Hackergruppe. In der Szene sind die Hacker unter dem Namen „RANE Developments“ bekannt. Im Oktober hatte sich Ricky Miller als Erster schon schuldig bekannt. Laut einem Bericht des Magazins „Kotaku“ hat die Gruppe auch Verbindungen zu dem „Xbox Underground“, einer Ansammlung von Hackern, die 2014 Software und Daten von Herstellern wie Valve oder Microsoft gestohlen hatte. Aus diesem Grund flog der illegale Handel auch auf.

 

FBI-Kronzeuge Austin Alcala lässt FIFA-Coinhandel auffliegen

 

Das „Xbox Underground“-Mitglied Austin Alcala hatte damals begonnen, mit dem FBI zusammenzuarbeiten. Im Rahmen der Aussagen, gab Acala zu, dass er beim Beschaffen von Xbox Entwickler-Kits und von FIFA 14-Raubkopien mit „RANE Developments“ kooperiert habe. Man habe damals ein Programm namens „Interactive Disassembler“ benutzt. In diesem Prozess habe man über Monate auch an einem Programm gearbeitet, mit dem man FIFA-Coins generieren kann.

FIFA-Coins sind als Ingame Währung nicht unumstritten. Kritiker halten dieses Verkaufsmodell in einem Vollpreisspiel für unangemessen. Dass FIFA jedes Jahr neu aufgelegt wird, macht die Mechanik nicht gerade besser.

Laut Acala soll Anthony Clark schon damals der Kopf hinter den illegalen Aktivitäten gewesen sein. Acala half den Behörden, einen Zugang zu den Online Konten, Nachrichten und E-Mails von Clark zu bekommen. So konnte das FBI die Identität der Mittäter enttarnen. Im Rahmen des Prozesses sollen unter anderem Sicherheits-Mitarbeiter von Electronic Arts, alle vier Angeklagten und einige ihrer Familienmitglieder als Zeugen zu Wort kommen. Die Original-Anklage des FBI findet sich auf der Seite Regmedia.co.uk.