, August 7, 2017

Neymar in Paris

Neymar tritt sein Engagement in Paris an, während Wladimir Klitschko der aktiven Sportwelt den Rücken kehrt. (Bildquelle)

Zwei große Neuigkeiten haben die Sportwelt dieser Tage beschäftigt. Für eine Rekordsumme von 222 Millionen Euro ist Neymar vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt. Nachdem sich die spanische La Liga zunächst geweigert hatte, den Ablösebetrag anzunehmen, ging der Wechsel schließlich doch über die Bühne. Er ist der teuerste in der Geschichte des Fußballs. Um als vertragsfreier Spieler nach Paris wechseln zu können, zahlte Neymar die 222 Millionen selbst. Angeblich sollen sie ihm von „Qatar Sports Investment“ gestellt worden sein, dem Eigentümer von PSG. Zur gleichen Zeit verkündete Wladimir Klitschko seinen Rücktritt. Der ehemalige Weltmeister im Schwergewicht will sich nach 27 Jahren im Boxbusiness nun vor allem seiner Familie und neuen beruflichen Herausforderungen widmen. Einen Rückkampf gegen Anthony Joshua wird es damit nicht geben.

 

Neymar-Transfer stößt auf heftige Kritik

Mit Bekanntwerden der Ablösesumme von 222 Millionen Euro meldeten sich zahlreiche Stimmen, die die Integrität und Realitätsnähe des Fußballs in Frage stellten. So war die La Liga zunächst nicht auf das Angebot aus Paris eingegangen und hatte die Annahme der Ablösesumme verweigert. Unter dem Vorwurf der Verletzung des Financial Fairplays der UEFA prangerte Präsident Javier Tebas das Gebaren der tonangebenden Kataris bei PSG an. Um den Wechsel schließlich doch noch regelkonform über die Bühne zu bringen, zahlte Neymar das Geld über seinen Anwalt selbst. Die Financial Fairplay Regeln des europäischen Fußballverbandes besagen, dass Vereine innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 30 Millionen Euro Verlust erwirtschaften dürfen. Eine solche Bilanz könnte PSG durch den Verkauf anderer Spieler vermeiden. In Paris hingegen ist die Freude über die Ankunft des brasilianischen Superstars so groß, dass die 10.000 Trikots mit Neymars Rückennummer 10 innerhalb kürzester Zeit ausverkauft waren.

 

Teuerster Transfer der Geschichte

Die offizielle Begrüßung von PSG

PSGs offizielle Begrüßung (Bildquelle)

Der Wechsel vom FC Barcelona zum französischen Hauptstadtclub sprengt alle bisher dagewesenen Dimensionen. Mit 222 Millionen übertrifft Neymar sogar den bisherigen Rekordhalter Paul Pogba, der 2016 für 105 Millionen von Juventus Turin zu Manchester United wechselte. Die Nummer 3 der teuersten Transfers ist Gareth Bale, der 2013 für 100 Millionen Euro von Tottenham zu Real Madrid ging. Der Wechsel Neymars löst eine Kettenreaktion aus. Spielertechnisch muss Barcelona für Ersatz sorgen. Finanziell meldet der FC Santos, der Heimat- und Ausbildungsclub des 25-Jährigen in Brasilien, Ansprüche in Höhe von 8,8 Millionen an. Bereits 2013 profitierte Santos vom Verkauf des heutigen Nationalspielers, als dieser für 83,5 Millionen Euro zu Barca ging. PSG hat Neymar für fünf Jahre verpflichtet. Pro Jahr soll er 30 Millionen Euro Gehalt bekommen.

 

27 Jahre an der Weltspitze

Mit dem Rücktritt Wladimir Klitschkos verliert die Boxwelt einen ihrer größten Namen. Der 41-jährige Ukrainer begann seine sportliche Laufbahn mit 14 Jahren im Schwergewicht. Ab dem Jahr 2000 nahm seine Karriere richtig Fahrt auf. Bis heute bestritt er 69 Profikämpfe, von denen er 64 gewann, 54 davon durch K.o.  Als zweimaliger Weltmeister blieb „Dr. Steelhammer“ fast 10 Jahre ungeschlagen und hatte die WM-Gürtel der Weltverbände WBA, WBO, IBF und IBO inne. Sein letzter großer Kampf gegen den britischen Olympiasieger Anthony Joshua endete für Klitschko jedoch in einem verheerenden technischen K.o. in der 11. Runde. Seitdem erwartet die Öffentlichkeit den Rückkampf, zu dem es nun allerdings nicht mehr kommen wird. In einem Video bedankt sich Wladimir Klitschko bei seinen Fans und spricht über die Gründe für seinen Rücktritt:

„Es gibt immer einen Punkt im Leben, an dem wir ein neues Kapitel beginnen und neue Herausforderungen annehmen müssen. Oder einfach wollen. Natürlich bin ich auch hier keine Ausnahme von dieser Regel. Und es ist genau jetzt der Zeitpunkt, diesen Wendepunkt anzuleiten.“

Im Laufe der letzten Jahre hat sich Wladimir Klitschko als Unternehmer, Trainer, Investor und Motivator ein zweites Standbein aufgebaut. Der Ex-Profi ist außerdem seit acht Jahren mit der US-amerikanischen Schauspielerin Hayden Panettiere zusammen. Seit 2014 sind die beiden Eltern einer Tochter. Mit Bekanntwerden der Entscheidung des 41-Jährigen brach für viele Fans eine Welt zusammen. Seine Website klitschko.com brach sogar unter der Last der vielen Aufrufe zusammen.