, 05.03.2014

Spielbank Heringsdorf

Foto: http://www.spielbankendeutschland.com/

Die Zukunft sieht für die landgestützten Casinos in Mecklenburg-Vorpommern nicht rosig aus: Bereits letzten August wurden die Casinos in Schwerin und Warnemünde geschlossen, und bei spätestens Mai 2014 werden die Ostsee-Casinos in Heringsdorf, Binz und Stralsund ebenfalls ihre Türen schließen. Damit wird Mecklenburg-Vorpommern zum einzigen deutschen Bundesland ohne Spielbanken.

Die drei Casinos der mecklenburgischen Ostseeküste haben keine Verlängerung ihrer Konzessionen beantragt, die im Mai dieses Jahres auslaufen. Jede Spielbank in Deutschland muss eine solche Lizenz besitzen, und in Mecklenburg-Vorpommern sind Casino-Konzessionen auf fünf Jahre befristet.

Gegenwärtig wird nach neuen Betreibern für diese Casinos gesucht, und die Konzession ist in allen EU-Ländern ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist für neue Betreiber endet am 25. April, aber bisher hat noch niemand ernsthaftes Interesse an der Übernahme dieser Spielbanken gezeigt. Besonders deutsche Betreiber scheinen an den Ostsee-Casinos wenig Interesse zu haben, obwohl sich alle drei in touristischen Zentren befinden.

Die bisherigen Casinobetreiber geben den hohen Spielbankenabgaben in Mecklenburg-Vorpommern die Schuld für die Schließungen. Jedes deutsche Casino muss einen bestimmten Prozentsatz seines Gewinns an sein jeweiliges Bundesland abgeben, das autonom die Höhe dieser Steuer festsetzt, und in Mecklenburg-Vorpommern sind vielen Anbietern diese Abgaben zu hoch. Zum anderen sind die Besucherzahlen in den letzten paar Jahren immer weiter zurückgegangen, was sich stark auf den Umsatz ausgewirkt hat. Beispielsweise lag der Bruttospielertrag von Heringsdorf, Binz und Stralsund im Jahr 2012 nur bei runden 6,5 Millionen Euro, während der Umsatz der Baden-Württembergischen Spielbanken im selben Zeitraum ca. 67 Millionen Euro betrug. Nun gut, Baden-Württemberg hat mit Baden-Baden die wohl berühmteste deutsche Spielbank, aber dennoch ist der Unterschied zwischen diesen beiden Bundesländern gewaltig. Wolf Günthner, der Pressesprecher der Baden-Württembergischen Spielbanken sagte: „Heutzutage geht man nicht mehr ins Casino, nur um zu spielen.“ Seiner Meinung nach sind es die Events in Casinos, die die Besucher anlocken. Er ist außerdem der Auffassung, dass die heutigen strengen Einlasskontrollen in den Spielbanken, das Rauchverbot und die Internet Casinos dazu beigetragen haben, dass der Umsatz aller deutschen landgestützten Casinos zurückgegangen ist. Dennoch wird es seiner Meinung nach auch in 100 Jahren noch deutsche Casinos geben. Es bleibt zu hoffen, dass dies der Fall sein wird.

 Internet Glücksspiele haben mit Sicherheit einen bedeutenden Einfluss auf die Besucherzahlen in deutschen Spielbanken. Während es zweifellos Casinobesucher gibt, die die Atmosphäre einer echten Spielbank schätzen und die sich gern mit High Rollern und VIPs sehen lassen, ist der Großteil der deutschen Glücksspieler damit zufrieden, zuhause am Computer zu sitzen und sich ein Casino ins Haus zu holen. Hier gibt es keine Einlasskontrollen, keinen Kleidungszwang und kein Rauchverbot für deutsche Raucher. Viele der großen Online Casinoanbieter haben darüber hinaus heutzutage Live Dealer, um das Casinoerlebnis des Spielers noch realistischer zu machen. Spieltisch und Live Croupier werden auf den PC gestreamt, um Spielern haben das Gefühl zu vermitteln, sich in einer echten Spielbank zu befinden. Wenn man darüber hinaus die mobilen Spielmöglichkeiten auf Smartphones und Tablets in Betracht bezieht, ist leicht zu erkennen, warum so viele deutsche Spielbanken jetzt Verluste verzeichnen müssen.

Wie von Wolf Günthner bereits erwähnt wurde: Casinos müssen versuchen, mehr Besucher mit verschiedenen erstklassigen Events und Konzerten anzulocken, die es bei Internet Casinos einfach nicht gibt.