, March 18, 2016

Casino Montreux

Das Casino Barrière in Montreux konnte 2015 seinen Ertrag um 1,7 Prozent steigern und war im vergangenen Jahr das umsatzstärkste Casino in der Schweiz. (Bildquelle: http://img.myswitzerland.com/mys/n49450/images/buehne/casino_de_montreux__s…. jpg)

Wie in vielen anderen Ländern müssen auch die landbasierten Casinos in der Schweiz weiter mit sinkenden Umsätzen kämpfen. Dies geht aus den aktuellen Zahlen hervor, die in dieser Woche vom Schweizer Casino Verband veröffentlicht wurden.

Seit 2007 sinken die Zahlen der Schweizer Casinos stetig. Ihr Erlös lag im Jahr 2015 nur noch bei 681 Millionen Franken. Vor acht Jahren waren es noch rund 1 Milliarde Franken gewesen. Zu schaffen machen den Casinos die Online Konkurrenz, illegale Spielclubs und Spielhallen im grenznahen Ausland.

Aktuelles Gesetz stammt aus dem Jahr 1923

In der Schweiz ist der Glücksspielmarkt ebenfalls wie in den deutschsprachigen Nachbarländern nicht reguliert und offiziell dürfen nur staatlich lizenzierte Casinos Glücksspiel um Echtgeld anbieten. Das Lotterie- und Spielbankengesetz für Casino Glücksspiele und Poker ist in der Schweiz seit 1923 beinahe unverändert in Kraft.

In der Schweiz gibt es aktuell 21 staatliche Spielbanken. Der Schweizer Casino Verband vermeldete für das Jahr 2015 insgesamt für alle Häuser einen Umsatzrückgang von 4,1 Prozent. Nur acht Spielbanken konnten ein Plus vermelden. Zudem sind die Abgaben der Casinos an die AHV (Alters- und Hinterlassenen-Vorsorge) und an die Kantone seit 2007 um 33 Prozent gesunken.

Drei Spielbanken mit extremen Einbußen

Die beiden Casinos mit dem höchsten Ertrag sind die Spielbanken in Montreux und Zürich. Sie konnten ihren Ertrag auf 72,6 Mio. Franken (+1,7 Prozent) und auf 63,9 Mio. Franken (+4,7 Prozent) steigern. Zürich konnte mit den 4,7 Prozent den stärksten Zuwachs verzeichnen. Drei Casinos mussten extreme Einbußen verkraften: Das Casino Mendrisio (-11,7 Prozent), das Casino Lugano (-24,0 Prozent) und das Casino Davos (-24,1 Prozent).

Auch der globalen Finanzkrise und der Schwäche des Euro im Vergleich zum Schweizer Franken gibt der Verband Schuld an der Casino-Krise. Die Besucherzahlen aus Nachbarländern wie Italien, Österreich, Deutschland und Frankreich seien so deutlich zurückgegangen.

Neues Geldspielgesetz tritt 2019 in Kraft

Die Hoffnung der Casino-Betreiber liegt im neuen Geldspielgesetz, das dieses Jahr vom Parlament verabschiedet wird. Der Zugang zu den illegalen Online Geldspielen ausländischer Anbieter soll damit gesperrt werden. Außerdem sollen Pokerlokale verboten werden. Die Casinos dürfen mit dem neuen Gesetzesentwurf auch Onlinevarianten ihrer Casino Spiele anbieten. Zudem möchten die Casinos in Zukunft ihr Angebot auch um Sportwetten und Lotteriespiele erweitern. Doch das Gesetz soll frühestens 2019 in Kraft treten.

Das neue Geldspielgesetz soll wettbewerbsfähige Rahmenbedingungen für die Schweizer Casinos schaffen. Der Verband fordert von der Regierung, dass sie dringend IP-Sperren gegen ausländische Online Echtgeld Glücksspielanbieter umsetzen solle. Die illegalen Anbieter würden im Gegensatz zu den Schweizer Casinos keinen Schutz vor Spielsucht bieten und keine Erträge an die AHV und an die Kantone liefern. Gleichzeitig würden sie den Wettbewerb verzerren.

Sind Internet-Sperren wirkungsvoll und durchsetzbar?

Doch auch wie in anderen Ländern ist so eine Sperre extrem schwer umzusetzen. Immer wieder werden neue Seiten von Glücksspiel Anbietern gestartet und das Umgehen einer solchen Sperre ist mit etwas technischem Können möglich. Experten sind gegen die Sperren, da sie das Grundrecht der Informationsfreiheit beschneiden sowie der Philosophie und Funktionsweise eines freien, offenen Internets widersprechen.

Das neue Geldspielgesetz soll Dritten erlauben, Pokerturniere mit kleinem Buy-In außerhalb von Casinos durchzuführen. Dabei fordern die Schweizer Casinos aber, dass keine kommerzielle Parallelbranche entstehe, die nicht denselben strengen Kontrollen unterliege wie die Casinos.

Die staatlichen Casinos in der Schweiz wollen in Zukunft auch Lotterieprodukte von Swisslos und der Loterie Romande verkaufen dürfen, wie es Kioske und Bistros schon lange tun. Die Casinos bieten nach eigenen Angaben dafür beste Voraussetzungen. Sie würden umfassende Prävention vor Spielsucht gewährleisten und würden durch ihre Zugangskontrollen sicherstellen, dass keine Minderjährigen und keine gesperrten Personen an den Spielen teilnehmen.

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