, 23.02.2017

Eine Szene aus einem Casino ist zu sehen.

Schweizer Spielhallenbetreiber fordern vom Parlament ein rigoroseres Vorgehen gegen illegale Online Casinos. (Bildquelle)

 

Die Spielbanken in der Schweiz, allen voran die Swiss Casinos Gruppe, stellen klare Forderungen an die sich derzeit in Beratung befindliche Gesetzesnovelle zum Umgang mit ausländischen Online Casinos in der Schweiz. Im Fokus steht ein härteres Durchgreifen gegenüber nicht eidgenössischen Anbietern im Internet. Obwohl der Betrieb von Online Casinos in der Schweiz verboten ist, kosten illegale Anbieter die traditionellen Casinos tausende Kunden.

 

Bereits seit geraumer Zeit beklagt sich der Schweizer Casino Verband über die diesem Umstand geschuldeten rückläufigen Umsatzzahlen. Der Gesetzesvorstoß sieht vor, ausländische Online Plattformen für Schweizer zu sperren und es im Gegenzug den Schweizer Anbietern zu erlauben, ihre Produkte auch im Netz anzubieten.

 

Traditionelle Spielbanken leiden unter Online Konkurrenz

Die Schweizer Glücksspielhäuser haben bereits seit mehreren Jahren mit hohen Umsatzeinbußen zu kämpfen. 2007 konnte die Branche sich noch über 1 Milliarde Schweizer Franken Umsatz freuen. Die Zahlen für 2015 hingegen sind stark rückläufig und belaufen sich nur noch auf einen Umsatz von ca. 681 Millionen Franken, was einem Verlust von gut einem Drittel entspricht.

 

Im Gegensatz dazu konnten sich Online Casinos ausländischer Betreiber bis auf 20 % Marktanteil vorkämpfen und Umsätze von jährlich 275 Millionen Franken feiern, die der Konkurrenz somit verlorengehen. Dabei sieht das Bundesgesetz über Glücksspiele und Spielbanken, kurz Spielbankengesetz, in den Artikeln 4 und 5 folgendes vor:

„Glücksspiele dürfen nur in konzessionierten Spielbanken angeboten werden. Die telekommunikationsgestützte Durchführung von Glücksspielen, insbesondere mittels Internet, ist verboten“

Stichhaltige Argumente für einen neuen Gesetzesentwurf

Die Schweizer Spielhallen sind rechtlich verpflichtet, Spielbankabgaben in Höhe von 40-80 % ihres Jahresumsatzes an die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) und die Kantone abzuführen. Seit 2002 haben Schweizer Betreiber insgesamt Spielbankabgaben in Höhe von 5,4 Milliarden Schweizer Franken geleistet.

 

Mit den schwindenden Einnahmen der landbasierten Casinos verringern sich diese Beiträge jedoch, die beispielsweise für Spielsuchtpräventionsprogramme oder zum Wohle kultureller, sozialer und sportlicher Zwecke und Einrichtungen in der Schweiz genutzt werden können. Durch die hohe finanzielle Belastung aufgrund der Spielbankabgabe sehen sich die traditionellen Spielhallen gegenüber ausländischen Betreibern im Nachteil und weit abgeschlagen, wenn es darum geht, sich auf lange Sicht in der Branche zu behaupten.

 

Darüber hinaus ist es im Internet weder möglich, einen konsequenten Schutz gegen Spielsucht zu gewährleisten, noch Minderjährigen oder in der Schweiz gesperrten Spielern den Zutritt zu verwehren.

 

Schweizer Casino Verband fordert umfangreiche Neuordnung

Die beiden größten Befürworter einer Gesetzesänderung zugunsten eidgenössischer Betreiber sind der Schweizer Casino Verband, dem der Großteil der ansässigen Casinos angehört, und die Swiss Casinos Holding AG, die ebenfalls an mehreren Schweizer Casinos beteiligt ist. Um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Casinos zu gewährleisten, müsste das neue Glücksspielgesetz laut den beiden Hauptakteuren folgende Forderungen berücksichtigen:

 

  • Sperrung sämtlicher illegaler Online Plattformen für Schweizer Spieler oder Personen mit Wohnsitz in der Schweiz
  • Legalisierung des Betriebs von Online Plattformen für Schweizer Anbieter
  • Zulassung von Geschicklichkeitsspielen, Sportwetten und Lotterielosen in Schweizer Spielbanken